Extremwetter: Korea erlebt Hitzewelle von noch nie da gewesenem Ausmaß
Die koreanische Halbinsel erlebt derzeit eine außergewöhnlich heftige Hitzewelle. Nachdem sich die Hitze zuvor auf den Südosten Südkoreas konzentriert hatte, hat sie sich inzwischen auf den Großraum der Hauptstadt Seoul sowie auf andere Regionen im Westen der Halbinsel ausgeweitet. Auch Nordkorea ist betroffen: Staatliche Medien berichteten von Temperaturen bis 40 Grad und fünf tropischen Nächten in Folge in Pjöngjang. Laut Südkoreas Wetterbehörde KMA könnten die Temperaturen im Westen weiter steigen. Die Behörde warnte, die Hitzewelle könnte weiter anhalten – und somit weitere tropische Nächte auf die Bewohner Süd- und Nordkoreas zukommen. Drei neue Hitzerekorde an drei aufeinanderfolgenden Tagen Besonders betroffen ist aktuell die Stadt Yangsan im Südosten Südkoreas. Am Sonntag wurde hier mit 42,5 Grad die landesweit höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 122 Jahren gemessen. Schon an den beiden vorangegangenen Tagen war in der Stadt jeweils ein nationaler Höchstwert gemessen worden. Südkoreas Regierung hat inzwischen die zweithöchste Hitzewarnstufe ausgerufen, vonseiten der KMA gilt für zahlreiche Regionen des Landes weiterhin die höchste Stufe. Premierministerin Han Seong-sook wies Ministerien und Kommunalverwaltungen an, alle verfügbaren Ressourcen zu mobilisieren, um auf die Risiken der Hitzewelle und Dürre zu reagieren. Die Regierung stellte zusätzliche Mittel für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung. Auch die südkoreanischen Energieversorger ergriffen Notfallmaßnahmen. Aufgrund des stark zunehmenden Einsatzes von Klimaanlagen wird mit einem Höchststand beim Stromverbrauch gerechnet. Hitzewarnungen auch für Nordkorea Kommunale Behörden und Regierungen leiteten Maßnahmen ein, um besonders gefährdete Bürger zu schützen. In Seouls Stadtbezirken wurde die Anzahl der Kühlräume erhöht sowie kostenloses Wasser und Sonnenschirme verteilt. In Yangsan werden Außenbereiche mit Sprühwasser gekühlt. Während öffentliche Veranstaltungen wie Baseballspiele bereits abgesagt wurden, berichten örtliche Medien vielerorts von überfüllten Stränden, Wasserparks und Erholungsgebieten an Flussufern.