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F-35 kam zu spät, Schüsse brachten nichts: Billig-Drohnen blamierten die niederländische Luftabwehr - Experten sehen Russland dahinter

Technologie

Russische Drohnen haben Ende 2025 nach Einschätzung von Sicherheitsexperten wiederholt die niederländische Luftverteidigung herausgefordert. So sind über dem Militärflugplatz Volkel am 21. November zehn unbemannte Fluggeräte tief über das Gelände geflogen und unbehelligt wieder verschwunden. Das geht aus einer neuen Untersuchung der Denkfabrik International Institute for Strategic Studies (IISS) hervor.

Demnach registrierten die Niederlande im November und Dezember insgesamt neun solcher Vorfälle. Die Angriffe endeten erst, nachdem europäische Behörden und Marinen verdächtige Schiffe der russischen Schattenflotte auf der Nordsee stärker kontrollierten. Nach Einschätzung der Autoren dienten Frachtschiffe oder Öltanker als mobile Abschuss- und Kommunikationsplattformen.

Zehn Drohnen über Militärbasis in Volkel gesichtet

Der Stützpunkt in Volkel gilt als besonders sensibel, weil dort US-Atombomben vom Typ B61-12 gelagert werden. Laut Untersuchung drangen zwischen 19.00 und 21.00 Uhr zehn Drohnen in den niederländischen Luftraum ein. Es handelte sich um Starrflügler mit Spannweiten von drei bis sechs Metern.

Ein konkreter Typ wird nicht genannt. Vieles spreche aber für russische Aufklärungsdrohnen wie Granat-4 oder Orlan-10. Solche Systeme werden normalerweise per Katapult gestartet. Sie können mit Wärmebildkameras ausgerüstet werden und Daten direkt an eine mobile Basis übermitteln, berichtet die niederländische Tageszeitung „Het Parool“.

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Die Drohnen flogen nach den Angaben extrem niedrig, teils knapp über den Bäumen. So entgingen sie den herkömmlichen Nato-Radaren. Soldaten am Boden konnten die Fluggeräte mit bloßem Auge sehen und sogar mit Handwaffen beschießen. Auch Störtechnik gegen Drohnen kam zum Einsatz. Erfolg hatte das jedoch nicht. „Der Einsatz war erfolglos und die unbemannten Fluggeräte verließen den Luftraum unbeschädigt“, heißt es in dem Bericht.

F-35 kamen nicht mehr zum Einsatz

In den Tagen danach suchte das Militär das Gelände rund um Volkel gründlich ab. Trümmer wurden nicht gefunden. Die IISS-Experten gehen davon aus, dass die Drohnen so ausgerüstet waren, dass sie europäische Luftverteidigung gezielt umgehen konnten. Nach Einschätzung der Autoren sollten die Flüge ausloten, wie die Nato auf solche Vorfälle reagiert. Es ging demnach um Reaktionszeiten, mögliche Abschüsse, Abläufe in den Kommandostrukturen und Schwachstellen bei der Radarerfassung.

Am Morgen des 7. Dezember kam es über Volkel erneut zu einem Zwischenfall. Zwar ließ das Verteidigungsministerium zwei F-35-Kampfjets starten. Die Drohne verschwand aber, bevor die Maschinen eingreifen konnten.

Die Untersuchung nennt das „ein strategisches Versagen der alliierten Luftverteidigung“. Besonders problematisch sei eine Radarlücke in geringer Höhe. Die Drohnen seien so tief geflogen, dass klassische westliche Luftabwehrradare sie nicht erfassten. Auch elektronische Störversuche hätten nicht gegriffen.

144 Drohnenvorfälle in 13 Ländern – viele auch in Deutschland

Die Niederlande waren dem Bericht zufolge nicht allein betroffen.

In Deutschland wurden 58 Vorfälle registriert.

In Belgien waren es 25.

In Dänemark wurden 16 gemeldet.

In Deutschland tauchten Drohnen demnach unter anderem über der US-Luftwaffenbasis Ramstein, Anlagen des Chemiekonzerns BASF und einem LNG-Terminal bei Hamburg auf. Insgesamt dokumentierten die Autoren 144 Vorfälle in 13 europäischen Ländern. Einzelne Fehlmeldungen seien möglich. Trotzdem halten sie eine groß angelegte, vom Kreml gesteuerte Operation für sehr wahrscheinlich.

Billig-Drohnen legten Flughäfen lahm

Direkte Schäden richteten die Drohnen laut Untersuchung nicht an. Der wirtschaftliche Schaden war dennoch erheblich. Die Flüge seien bewusst in die Nähe großer Verkehrsflughäfen wie Brüssel, Kopenhagen, München, Oslo und Vilnius gelegt worden. Dort musste der zivile Luftverkehr zeitweise gestoppt werden. Die eingesetzten Geräte waren nach Expertenschätzungen vergleichsweise billig und kosteten zwischen 80.000 und 120.000 Euro pro Stück.

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