Fächern steigt, mehr Vorbilder nötig
MINT - das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die Begeisterung dafür zu wecken und landesweit Netzwerke in Schulen, Kitas und Hochschulen zu knüpfen - mit diesem Ziel startete die MINT-Strategie der rheinland-pfälzischen Landesregierung im Jahr 2016. Wir fassen zusammen, was erreicht worden ist.
Interessieren sich Mädchen inzwischen häufiger für MINT-Fächer?
Gibt es im Land genügend Lehrkräfte für die MINT-Fächer?
Gibt es genug weibliche Lehrkräfte?
Was ist wichtig mit Blick auf Studium und Beruf?
Um was geht es bei der Strategie?
Wie viele MINT-Regionen gibt es im Land?
Wie viel Geld hat das Land in die MINT-Förderung investiert?
Wie geht es weiter mit der MINT-Strategie?
Interessieren sich Mädchen inzwischen häufiger für MINT-Fächer?
Auch wenn sich die Neigungen noch nicht immer auf dem gleichen Niveau verteilen, steigt laut Bildungsministerium der Mädchenanteil in den MINT-Fächern sowohl in der gymnasialen Oberstufe als auch in den Hochschulen. Mädchen erreichen nach dem IQB-Bildungstrend in den naturwissenschaftlichen Fächern im Durchschnitt ein höheres Kompetenzniveau als Jungen, schätzen ihre eigenen Kompetenzen aber oftmals schlechter ein als Jungen. Trotz teilweiser besserer schulischer Leistungen entschieden sie sich immer noch seltener für ein Studium oder eine Ausbildung im MINT-Bereich.
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Gibt es in Rheinland-Pfalz genügend Lehrkräfte für die MINT-Fächer?
Auf die 21.883 hauptamtlichen Lehrkräfte an Gymnasien, integrierten Gesamtschulen und Realschulen plus verteilen sich 11.592 Lehrbefähigungen in einem MINT-Fach. Es gibt laut Bildungsministerium aber auch Fächer, bei denen mehr Lehrkräfte wünschenswert wären: Informatik und Physik gehörten derzeit zu den Bedarfsfächern, für die der Quereinstieg sowohl in das gymnasiale Lehramt als auch das Lehramt an Realschulen plus ausgeschrieben wurde.
Gibt es genug weibliche Lehrkräfte?
Mit 6.516 Lehrerinnen liegt der Anteil der weiblichen Lehrkräfte für den MINT-Unterricht insgesamt bei über 56 Prozent. Allerdings unterrichten nicht alle Frauen mit MINT-Lehrbefähigung auch immer ein solches Fach, wie der Sprecher des Bildungsministeriums, Ulrich Gerecke, erläutert. Es könne zum Beispiel sein, dass eine Lehrerin für Chemie und Englisch eine Zeitlang nur Englisch unterrichte - eben weil es für dieses Fach Bedarf an ihrer Schule gebe, nicht aber für Chemie. Dies führe dann dazu, dass der tatsächliche Anteil an weiblichen Lehrkräften für den MINT-Unterricht unter dem Durchschnitt liege. Laut Gerecke beträgt er in Informatik 29 Prozent, in Physik 34 Prozent und in Technik und Naturwissenschaften 37 Prozent.
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Was ist wichtig mit Blick auf Studium und Beruf?
Um mehr Mädchen und junge Frauen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen, braucht es eine frühe Ansprache, weibliche Vorbilder und praxisnahe Projekte, die den gesellschaftlichen Nutzen technischer und digitaler Innovationen hervorheben, betonen immer wieder die rheinland-pfälzischen Unternehmer. Die MINT-Fächer seien die Grundlage für zahlreiche Berufe in Technik und Innovation.
Um was geht es bei der MINT-Strategie in RLP?
Schon von der Kita an soll - gerade bei Mädchen - die Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwisschenschaften und Technik geweckt werden. Ziel ist, dass sich junge Frauen nach der Schule häufiger für eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich entscheiden.
Dabei sollen auch Unternehmen, Forschungsinstitute, Verbände und Vereine helfen, die zusammen mit Schulen und Hochschulen in sogenannten MINT-Regionen ihre Aktivitäten zur Nachwuchsförderung bündeln.
Wie viele MINT-Regionen gibt es in Rheinland-Pfalz?
Elf MINT-Regionen und 23 regionale MINT-Projekte, ein flächendeckendes Netz von Regionalpaten, das alle Landkreise und kreisfreien Städte abdeckt, und der MINT-Hub Rheinland-Pfalz wurden in den vergangenen zehn Jahren geschaffen. Insgesamt kooperieren landesweit über 400 Partner wie Hochschulen, Kommunen, Makerspaces, Schülerforschungszentren oder Verbände und Kammern mit Schulen. Dadurch wurden laut Bildungsministerium über 30.000 Jugendliche mit ihren MINT-Angeboten erreicht.
Wie viel Geld ist bisher in die MINT-Förderung in RLP geflossen?
Von 2016 bis Ende 2025 wurden rund 4,4 Millionen Euro, davon über 3 Millionen Euro an Landesmitteln in MINT-Projekte und Unterstützungsmaßnahmen investiert. In diesem Jahr sind es rund 210.000 Euro im Rahmen eines Förderwettbewerbs. Im Jahr 2026 sind zudem Mittel in Höhe von 300.000 Euro im Haushalt des Bildungsministeriums für die MINT-Förderung vorgesehen, aus denen die landesweiten Unterstützungsangebote für Kitas und Schulen finanziert werden.
Wie geht es weiter mit der MINT-Strategie?
Ab dem Schuljahr 2028/2029 soll Informatik in Rheinland-Pfalz als Pflichtfach schrittweise ab der Klassenstufe 7 an allen weiterführenden Schulen eingeführt werden. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) verspricht sich davon einen Schub für die MINT-Bildung. Diese Verankerung in den Lehrplänen sowie die Kooperationen mit der Wissenschaft und Unternehmen könnten jungen Menschen zeigen, dass sie in diesem Bereich auch weiterkommen können, so die Ministerin. In diesem Schuljahr läuft der MINT-Unterricht bereits an zahlreichen Pilotschulen.