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Fährunglück vor Zypern fordert acht Tote

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Fährunglück vor Zypern fordert mindestens acht Tote – Kapitän und Besatzungsmitglieder festgenommen

Von: Yannick Hanke, Julia Hanigk

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Ein Schiff mit mehr als 250 Menschen an Bord kentert kurz nach dem Auslaufen aus Kyrenia. Mindestens acht Menschen sterben, 17 werden vermisst. Festnahmen folgen.

Nikosia/Kyrenia – Update vom 30. August, 19:05 Uhr: Die Zahl der Todesopfer, die der Fährunfall vor Zypern forderte, beläuft sich mittlerweile auf acht. Noch immer werden 17 Menschen vermisst. Das berichtet die türkische Tageszeitung Cumhuriyet mit Bezug auf Aussagen des türkischen Verkehrsministers Erhan Arikli.

Fährunglück vor Zypern: Zahl der Todesopfer steigt auf acht – Kapitän und Besatzungsmitglieder festgenommen

Derweil kam es zu Festnahmen von Crewmitgliedern der verunglückten Fähre. Laut Berichten von Cumhuriyet und NBC News wurden der Kapitän sowie sieben Besatzungsmitglieder festgenommen. „Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht werden“, hieß es in diesem Kontext von Ünal Üstel, dem Ministerpräsidenten von Nordzypern.

„Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird aufgedeckt werden. Wer auch immer sich als schuldig oder verantwortlich erweist, wird nicht ungeschoren davonkommen“, ließ Üstel verlauten.

Update vom 30. August, 18:45 Uhr: Nach dem tragischen Fährunfall vor Zypern, bei dem mindestens sieben Menschen starben, haben sich auch ranghohe Politiker geäußert. „Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die ihr Leben verloren haben, bei den Verletzten und bei allen, die diese Tragödie erleben müssen, sowie bei ihren Familien in diesen äußerst schwierigen Stunden“, hieß es in diesem Kontext von Konstantinos Letybiotis, dem zyprischen Regierungssprecher, via X. Ebenso hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen.

Update vom 30. August, 15:19 Uhr: Nach neuesten Angaben sind bei dem Fährunglück mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. 23 weitere Personen werden noch vermisst, während 237 Menschen gerettet wurden. Das sagte der zyprische Präsident Tufan Erhürman dem Sender CNN Türk. Die Suche nach den Vermissten dauert an.

Erstmeldung vom 30. August: Bei einem Fährunfall vor der Insel Zypern sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Das Schiff mit mehr als 250 Passagieren war kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia gekentert, sagte der nordzyprische Ministerpräsident Ünal Üstel nach Angaben der türkischen staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Ein schwerer Sturm hatte zuvor Teile der Insel getroffen und an mehreren Stellen für gefährliche Situationen gesorgt.

Die Fähre war von der nordzyprischen Hafenstadt Kyrenia (türkisch: Girne) aus in Richtung der südtürkischen Hafenstadt Mersin unterwegs. Kurz nach dem Auslaufen drang nach ersten Angaben Wasser in das Schiff ein. Warum das Wasser in die Fähre eindrang, war zunächst unklar. Daraufhin wurde etwa vier Seemeilen vor der Küste ein Notruf abgesetzt. Die Küstenwache und weitere Rettungsteams rückten aus.

Menschen warteten in Rettungswesten auf dem Schiff – Rettungsaktion läuft weiter

Auf Bildern des türkischen Senders CNN Türk war zu sehen, wie Menschen mit Rettungswesten auf dem Schiff darauf warteten, in Sicherheit gebracht zu werden. Über ihnen kreiste ein Hubschrauber. Dem Sender zufolge versuchte der Kapitän zunächst noch, mit der Fähre umzukehren. Die See war Medienberichten zufolge wegen des Sturms sehr unruhig. Nach den Angaben von Ministerpräsident Üstel befanden sich mehr als 250 Passagiere auf dem Schiff. In früheren Angaben war von insgesamt 267 Menschen an Bord die Rede – darunter 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. 172 Menschen seien gerettet worden. Die Rettungsaktion laufe weiter. Einige Menschen wurden an Land gebracht und in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Der türkische Vizepräsident Cevdet Yılmaz schrieb auf der Plattform X, die türkische Küstenwache unterstütze die Rettungsarbeiten. Bei dem Schiff handelte es sich um einen Katamaran. Die Fähre sei gekentert, teilte Yılmaz weiter mit.

Schwerer Sturm traf Zypern kurz zuvor

Nicht nur vor Nordzypern gerieten Boote in Schwierigkeiten. Auch vor der Südostküste der Insel brachte der Sturm Menschen in Lebensgefahr. Ein Boot wurde nach Angaben des zyprischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks RIK von hohen Wellen gegen die Felsen am Kap Greco gedrückt und sank.

Die Polizei habe die Leiche des Bootsführers an einem felsigen Küstenabschnitt gefunden, berichtete RIK. Die Einsatzkräfte suchten in der stark bewegten See nach weiteren Menschen. In der Nähe rettete ein Hubschrauber des zyprischen Zivilschutzes einen weiteren Menschen aus dem Wasser, wie zyprische Medien berichteten. Die Küstenabschnitte im Südosten der Insel gelten wegen ihrer Felsformationen und der teils starken Strömungen als anspruchsvoll. Bei Sturm können hohe Wellen Boote in kurzer Zeit vom offenen Wasser in Richtung der Felsen treiben.

Auch abseits der Küste führte das Unwetter zu zahlreichen Problemen. In verschiedenen Teilen der Insel liefen Straßen und Gebäude mit Wasser voll. Bäume stürzten um, Erdrutsche gingen nieder, und vielerorts fiel der Strom aus. Die Feuerwehr erhielt zahlreiche Notrufe wegen Schäden durch das Unwetter. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers gab es die meisten Einsätze im Raum der Hauptstadt Nikosia. Einsatzkräfte mussten dort unter anderem zu überfluteten Bereichen und weiteren wetterbedingten Schäden ausrücken. Ein Mann wurde von einem Blitz getroffen. Nach Angaben von Ärzten wurde er verletzt, war jedoch außer Lebensgefahr, berichtete der zyprische Rundfunk. Das Unwetter sorgte damit sowohl an der Küste als auch im Landesinneren für gefährliche Bedingungen.

Der Sturm beeinträchtigte außerdem den Flugverkehr auf der Mittelmeerinsel. Nach Angaben der Betreiberfirma Hermes Airports mussten am Samstagvormittag elf Flüge, die für die Flughäfen Larnaka und Pafos vorgesehen waren, auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Flüge seien jedoch nicht gestrichen worden, sagte Hermes-Airports-Direktorin Maria Kouroupi. Nachdem sich das Wetter gebessert hatte, kehrten die vorübergehend umgeleiteten Flugzeuge nach Zypern zurück. Wie lange es an den Flughäfen noch zu Verzögerungen kam, war zunächst nicht bekannt.

Zypern ist zweigeteilt

Zypern ist seit 1974 de facto geteilt. Vorausgegangen waren ein Putsch nationalistischer griechischer Zyprer und eine anschließende türkische Militärintervention. Im Jahr 1983 wurde im Norden die Türkische Republik Nordzypern ausgerufen. Sie wird international nur von der Türkei anerkannt.

Die Europäische Union nahm die Insel 2004 als Ganzes in die EU auf. Tatsächlich erstreckt sich die Anwendung des EU-Rechts jedoch nicht auf den von der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern kontrollierten Teil. Die Fährverbindung von Kyrenia nach Mersin führt vom Norden der Insel in die Türkei. (jh/dpa)

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