Fake-Klimaanlagen zu Wucherpreisen - die große Abzocke bei Hitze
Stand: 03.07.2026 10:15 Uhr Bei den aktuellen Temperaturen sollte beim Kauf von Klimaanlagen und Ventilatoren ein kühler Kopf bewahrt werden. Das Portal heise online warnt vor aggressiver Online-Werbung, falschen Versprechen und Wucherpreisen. Mit der angegebenen Leistung würden physikalische Gesetze neu definiert werden müssen, sagt Christopher Kunz. Kunz hat sich für das Portal heise online aus Hannover aktuelle Angebote auf dem Markt für Klimaanlagen angeschaut. Sein Fazit: Aggressive KI-generierte Online-Werbung wird zum Vertrieb billiger Ventilatoren aus China genutzt. Die Preise seien teilweise zehnmal so hoch wie auf Großhandelsplattformen. "Keines der beworbenen Geräte lässt vermuten, dass es nennenswerte Kühlleistung erbringen kann", sagt Kunz nach seiner Analyse von Produktbeschreibungen. Das Versprechen Eine herkömmliche sogenannte Monoblock-Klimaanlage aus dem Baumarkt benötigt laut heise etwa 700 Watt, um ein Zimmer in rund 20 Minuten von 29 auf 23 Grad zu kühlen. Bei nur 47 statt 700 Watt und in nur anderthalb statt 20 Minuten soll der "Epicooler" diese Leistung bringen. Eine angeblich "von der NASA entwickelte Klimaanlage". Aussagen in Werbevideos auf YouTube und Anzeigen über Google, Outbrain oder Taboola werden mit Testberichten untermauert, die laut heise online frei erfunden sind. Dazu: Bilder von vereisten Kupferspulen und Raumfahrttechnologie. Durch die Masse und Aggressivität solcher Werbung würden sich sicher Produktabnehmer finden, schreibt heise in einer Mitteilung. Die Bezeichnung Klimaanlage sei allerdings nicht angemessen. Von Nichts kommt Nichts: Wenn ich etwas kühlen will, muss ich Energie für die Wärmeumwandlung aufwenden. Physikalisch ist es nicht möglich, bei diesem Energieeinsatz diese Kühlung zu erbringen. Christopher Kunz, Redakteur bei heise online Der Preis und die Leistung Bei genauerem Hinschauen auf zwei besonders häufig beworbene Produkte stellt heise-Redakteur Kunz fest: Beim "Epicooler" handelt es sich um einen Heizlüfter mit 1.800 Watt, der im sogenannten Kühlbetrieb lediglich zum Ventilator wird. Der "AiraBreeze" sei ein batteriebetriebener Verdunstungskühler mit nur drei Watt Leistung. Trotz dieser schlechten Leistung würden die Verkaufsplattformen wie beispielsweise "Commerce Core" aus Litauen, "Cola Technology" oder "ecom7" aus Hongkong für den "Epicooler" 137,99 Euro veranschlagen, für "AiraBreeze" 69,95 Euro - plus Versandkosten und Gebühren für die Lieferung aus China. Laut heise handele es sich um Wucherpreise. Bei Großhändlern könne man diese Produkte schon für weniger als 15 Euro kaufen. Die Lösung Um nicht auf die Werbeversprechen und den Preiswucher für Produkte wie "Epicooler", "AiraBreeze", "Cooling Ace" oder "Breezamax" reinzufallen, rät heise zum Kauf eines echten Ventilators im Baumarkt. Der bringt zwar auch keine Wunderkühlung, aber ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, ist für Verbraucher sehr viel einfacher ersichtlich.