Falcon-9-Rakete schlägt auf Mond ein
Startseite Wissen SpaceX-Rakete kracht in den Mond: Südkoreanische Sonde enthüllt brisante Aufnahmen Uns auf Google folgen Eine SpaceX-Rakete schlug auf dem Mond ein – eine koreanische Sonde liefert den Bildbeweis. Nun soll der neue Krater erforscht werden. Frankfurt – Stundenlang fragten sich Amateur- wie Berufsastronomen, ob das Raketenstück der SpaceX-Falcon-9, so groß wie ein Linienbus, tatsächlich auf dem Mond eingeschlagen ist. Der Aufprall am Rand des Kraters Einstein erfolgte am Mittwochmorgen (5. August) um 8.35 Uhr. Man rechnete mit einem hellen Lichtblitz und einer Trümmerfahne, die hoch genug aufsteigen würde, um von der Erde aus gesehen zu werden. Content-Partnerschaft Dieser Artikel von Cristina Marrone entstand in Kooperation mit Corriere della Sera. Stattdessen geschah nichts von alledem, denn die Zone war zu stark von der Sonne beleuchtet. Der Mond wirkte auf den ersten Blick wie immer. Und doch hatten die NASA und SpaceX selbst, zusammen mit unabhängigen Astronomen, eindeutig bestätigt, dass der Einschlag sicher stattfinden würde. Das Very Large Telescope in Chile registrierte nur Signale, die mit der von dem Aufprall aufgewirbelten Staubsäule vereinbar sind. Der visuelle Beweis kam jedoch erst am frühen Donnerstagmorgen. Die Sonde Danuri der koreanischen Raumfahrtagentur Kari fotografierte einen kleinen dunklen Schatten mitten in einer grauen Hangfläche, der zweifellos den Krater zeigt, den die Rakete von Elon Musk geschlagen hat. Die südkoreanische Raumfahrtagentur Kasa erklärte, sie habe etwa eine halbe Stunde vor der Kollision mit den Beobachtungen begonnen und das Gebiet mehrfach überflogen. Dabei habe sie insgesamt acht Aufnahmen gemacht. Auf dem Bild von 8 Uhr morgens erscheint der Boden unversehrt. SpaceX-Rakete kracht in den Mond: Sonde Danuri liefert Bildbeweis des neuen Kraters Eineinhalb Stunden nach dem Einschlag ist ein dunkler Fleck mit einem Hof aus verstreutem Material rundherum zu sehen. Nach Angaben der koreanischen Agentur lassen die Aufnahmen sowohl die Veränderungen des Geländes an der Einschlagstelle als auch die Spuren des ausgeworfenen Materials erkennen. Die Daten werden der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt und mit den späteren Beobachtungen des Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der NASA abgeglichen. Dieser soll das Gebiet in den kommenden Tagen mit seiner hochauflösenden Kamera überfliegen. Erst dann lassen sich die genauen Ausmaße des Kraters bestimmen: Simulationen sprechen von einem Krater mit einem Durchmesser zwischen 18 und 40 Metern und einer Tiefe von einigen Metern – zu klein, um von der Erde aus gesehen zu werden. Das Objekt, das mit einer Geschwindigkeit von 8750 Kilometern pro Stunde auf dem Mond aufschlug, ist die zweite Stufe der Falcon 9, die am 15. Januar 2025 vom Kennedy Space Center mit zwei privaten Mondlandern an Bord gestartet war: Blue Ghost des US-Unternehmens Firefly Aerospace und Resilience der japanischen Firma ispace. Sie blieb etwa ein Jahr lang in einem hohen Erdorbit, bevor sie von der Schwerkraft des Mondes „eingefangen“ wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass eine außer Kontrolle geratene Rakete ihre Reise mit einem Einschlag auf der Mondoberfläche beendet. Im Jahr 2022 stürzte nach mehreren Jahren des Umherschwebens ein chinesisches Raumfahrzeug auf die Mondoberfläche, das 2014 die Kontrolle verloren hatte. Das war das erste Mal, dass ein vom Menschen gebautes Objekt versehentlich auf dem Mond aufschlug. Mondoberfläche nimmt alle sechs Tage Einschläge vergleichbarer Stärke auf Die NASA hat klargestellt, dass Meteoroide mit vergleichbarer Energie den Mond deutlich häufiger treffen als gedacht. Ein Einschlag mit der Energie der Falcon-Oberstufe – deren Aufprall etwa drei Tonnen TNT freisetzte – ereignet sich auf dem Mond durchschnittlich alle sechs Tage. Das bedeutet, dass die Mondoberfläche ständig Einschläge vergleichbarer Stärke aufnimmt. Der Mond besitzt nämlich keine Atmosphäre, die ankommende Objekte abbremsen könnte, weshalb er kontinuierlich von Körpern aus dem All bombardiert wird. Im Unterschied zu natürlichen Kollisionen, bei denen nur die Endspuren untersucht werden können, kennen die Forschenden im aktuellen Fall bereits im Voraus die Masse, die Geschwindigkeit, die Flugbahn des Objekts und den Winkel, mit dem es die Oberfläche trifft. Damit entsteht ein seltenes Testfeld, um zu verstehen, wie viel Material bei einem Hochgeschwindigkeitsaufprall aufgewirbelt wird und wie weit es sich verteilt. Diese Erkenntnisse dürften von entscheidender Bedeutung sein, sobald Wohnmodule, Solarpaneele und Antennen auf dem Mond vor solchen Einschlägen geschützt werden müssen.