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Fall Fabian: Gina H. ändert wichtige Angabe zu ihrem Alibi

Nation

Stand: 15.09.2026 13:10 Uhr

Im Mittelpunkt des 28. Verhandlungstags im Fabian-Prozess am Landgericht Rostock stehen wieder die Fragen des Gerichts an die Angeklagte. Die Befragung war am Donnerstag unterbrochen worden.

von Andreas Frost

Im Mordprozess zum Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Angeklagte zu Beginn des 28. Verhandlungstags eine ihrer Angaben vom vergangenen Donnerstag wieder geändert. Vor fünf Tagen hatte sie berichtet, am 11. Oktober vergangenen Jahres in Krakow am See 1.500 Euro vom Konto ihrer Großeltern abgehoben zu haben. Eine Nachfrage der Staatsanwaltschaft ergab mittlerweile, dass von dem Konto kein Geld geholt wurde. Damit vor Gericht konfrontiert, behauptete Gina H. nun, sie sei sich nicht mehr so sicher, ob sie Geld abgehoben habe.

Weg zur Bank als Alibi

Das Geldholen spielt im Prozess eine wichtige Rolle. Die Angeklagte hatte zu ihrem Alibi ausgesagt, sie sei am 10. Oktober, zu der Zeit, als Fabian aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow verschwand, dort in der Nähe gewesen, weil sie zur Bank wollte. Sie hatte allerdings, wie sie behauptete, die Bankkarte vergessen. Aktuell ging es darum, ob sie später noch Geld abgehoben hat.

Nach fünf Stunden unterbrochen

Mehr als fünf Stunden hatte der Vorsitzende Richter Holger Schütt der 30-Jährigen am Donnerstag bereits teilweise bohrende Fragen gestellt. Die Befragung war dann unterbrochen worden. Schütt wollte während der ersten Runde unter anderem wissen, warum sie drei Tage nach dem Verschwinden des kleinen Jungen aus Güstrow einen Bekannten bat, zusammen in der Nähe von Klein Upahl (Landkreis Rostock) unter anderem "auf’m Acker" zu suchen. Darauf gab sie auch heute eine ausweichende Antwort. Damals war nicht bekannt, dass Fabian tot an einem Tümpel bei Klein Upahl lag.

Angeblich keine gezielte Suche bei Klein Upahl

Die Angeklagte bestritt, dass sie überhaupt gezielt in der Nähe von Klein Upahl nach Fabian suchen wollte. Eigentlich sei es nur ein Vorwand gewesen, um an dem Abend mit dem - verheirateten - Bekannten Zeit verbringen zu können. Quasi nur nebenbei hätten sie die Gelegenheit genutzt, mit einem Nachtsichtgerät über die Felder bei Klein Upahl zu schauen, wohin der Bekannte gefahren sei.

Der Vorsitzende Richter hielt Gina H. vor, sie habe für die vielen vorhergehenden Treffen mit dem Bekannten nie einen Vorwand gebraucht. Im Laufe des Abends entdeckten die beiden an jenem Tümpel die Leiche Fabians, gingen aber zunächst nicht zur Polizei. Der Bekannte sagte später den Ermittlern, er habe den Eindruck gehabt, er sei von Gina H. gezielt an den Tümpel geführt worden, um seine Spuren zu hinterlassen. Der Prozess sollte am Nachmittag mit den Fragen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklärin an die Angeklagte fortgesetzt werden.

"Um Kopf und Kragen geredet"

Die Anwältin von Fabians Mutter, Christine Habetha, war sich am Donnerstag bereits sicher, Gina H. habe sich "um Kopf und Kragen geredet". Gina H.‘s Verteidiger Andreas Ohm meinte, vermeintliche Widersprüche in den Antworten seiner Mandantin seien nicht geeignet, ihr die Tat nachzuweisen.

Fabian wurde erstochen

Fabian wurde am 10. Oktober vergangenen Jahres von seiner Mutter als vermisst gemeldet. Vier Tage später wurde seine Leiche gefunden. Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow gelockt und an einem Tümpel bei Klein Upahl rund 15 Kilometer südlich von Güstrow erstochen zu haben. Später soll sie dorthin zurückgekehrt sein, um den Leichnam anzuzünden.

Das achtjährige Kind war der Sohn des damaligen Ex-Freundes der Angeklagten. Sieben Wochen vor Fabians Verschwinden hatte der Vater sich von Gina H. getrennt. Die Staatsanwaltschaft unterstellt in ihrer Anklage, Gina H. habe geglaubt, Fabian sei bei ihrem Bestreben im Weg gewesen, die Beziehung mit Fabians Vater wieder aufnehmen zu können. Mit einem Urteil wird bislang im Oktober gerechnet.

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