Fall Fabian: Rostocker Gericht lässt sich digitale Spuren erläutern
Stand: 06.07.2026 19:47 Uhr
Die Auswertung mehrerer Handys steht am Landgericht Rostock an diesem Dienstag im Mittelpunkt des Mordprozesses zum Tod des kleinen Fabians aus Güstrow. Mehrere Polizisten sollen erläutern, was sie gefunden haben.
von Andreas Frost
Im Prozess um den Tod des kleinen Fabian aus Güstrow wird sich das Landgericht Rostock an diesem Dienstag erneut mit digitalen Spuren befassen. Als Zeugen sind mehrere Polizisten geladen, die während der Ermittlungen im vergangenen Herbst Mobiltelefone ausgewertet haben. Konkret geht es dabei um die Handys von Fabian, von seinem Vater und von jenem Bekannten der angeklagten Gina H., der mit ihr nachts am Tatort war, bevor sie den Fund des toten Jungen am nächsten Tag als angeblich zufällig der Polizei meldete.
Fabian ließ sein Handy zuhause
Als Fabian am 10. Oktober vergangenen Jahres die Wohnung seiner Mutter in Güstrow verließ, ließ er sein Handy liegen. Weil er sich unwohl fühlte, war er allein zuhause gewesen. Forensiker stellten später fest, dass der Achtjährige sein Smartphone fast ununterbrochen genutzt hatte, bevor nach 10.50 Uhr keine Aktivitäten mehr festzustellen waren. Nach Ansicht der Mordkommission ist dies der Zeitpunkt, an dem Fabian die Wohnung verließ. Wenige Minuten vor 10.50 Uhr und wenige Minuten danach, zeichnete eine Überwachungskamera auf, wie das auffällige Auto der Gina H. die Straße vor Fabians Wohnung hin- beziehungsweise zurückfuhr. Für die Staatsanwaltschaft ist dieser zeitliche Zusammenhang ein deutliches Indiz, dass die Angeklagte Fabian vor Ort war.
30 Min
Im Podcast: Ein Zeuge hat erzählt, ihm seien 5.000 Euro geboten worden, um eine Falschaussage zu machen.
Angeklagt wegen heimtückischen Mordes
Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-jährigen Gina H. in ihrer Anklage einen heimtückischen Mord vor. Demnach soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow gelockt und ihn an einem Tümpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) erstochen und verbrannt haben - wo er vier Tage später gefunden wurde. Die Ermittler vermuten, dass Gina H. glaubte, Fabian stünde ihr bei ihrem Versuch im Wege, Fabians Vater wieder für sich zu gewinnen. Der Prozess hat Ende April begonnen und wird voraussichtlich bis in den September hinein andauern.
Am Landgericht Rostock haben im Mordprozess zum Tod des Jungen aus Güstrow erneut mehrere Zeugen ausgesagt. Dabei ging es auch um ein bemerkenswertes Telefonat.
Fall Fabian - Alle Podcast-Folgen
30 Min
Im Podcast: Ein Zeuge hat erzählt, ihm seien 5.000 Euro geboten worden, um eine Falschaussage zu machen.
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Zum ersten Mal seit seiner Befragung war Fabians Vater wieder im Gericht und hörte, was andere über die Gina H. sagten.
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Ein Team von Fallanalytikern hat den Tathergang rekonstruiert und Rückschlüsse zu einem Täter oder einer Täterin gezogen.
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Die Angeklagte sieht sich als Opfer eines Shitstorms. Das beklagte sie bei Fabians Vater kurz nach dem Tod des Kindes.
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Unter Tränen hat eine ehemalige Freundin von Gina H. ausgesagt. Sie wollte unbedingt ihre Sicht der Dinge loswerden.
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Ein Zeuge belastet die Angeklagte. Sie habe mit ihm ein Alibi abgesprochen. Und er war an der Leiche – vor der Polizei.
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Die Angeklagte war frühzeitig mit einem Bekannten am Fundort der Leiche. Wie er sagt, wurde er gezielt dort hingeführt.
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Am Gericht wurden die Ergebnisse der Obduktion gezeigt: Woran genau starb Fabian? Es ging auch um abgehörte Telefonate.
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Diesmal geht es um die Spurensuche am Leichenfundort und auch die Fotos der Spurensicherung von Fabins Leiche.
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Am siebten Verhandlungstag sind Analysen vorgestellt worden – zu Textilfasern, digitalen Daten sowie Blutspuren.
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Der Pick-up der Angeklagten stand erneut im Fokus. Auch die Brandspuren am Fundort der Leiche spielten eine Rolle.
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Gina H. hatte kurz nach dem Verschwinden Fabians gesagt, sie sei die ganze Zeit in ihrem Pferdestall gewesen. Das stimmte aber offenbar nicht.
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Am vierten Prozesstag wurden unter anderem Freunde von Fabian befragt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Vater.
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Am dritten Prozesstag wird ausschließlich Fabians Vater befragt. Und er macht deutlich, dass er zur Angeklagten hält.
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Der gewaltsame Tod des Achtjährigen aus Güstrow im Herbst 2025 hat Deutschland aufgewühlt. Jetzt beginnt der Prozess.
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