Fall Fabian: Tierärztin berichtet über Verhalten von Gina H.
Stand: 01.07.2026 16:12 Uhr Freunde, Bekannte, Nachbarn und der ehemalige Arbeitgeber der Angeklagten sollen in dieser Woche im Mordprozess zum Fall Fabian vor Gericht aussagen, was sie über die Angeklagte Gina H. wissen. Auch eine Tierärztin wurde gehört. von Andreas Frost Im Mordprozess um den Tod des kleinen Fabian aus Güstrow hat eine Tierärztin über ein in ihren Augen auffälliges Verhalten der angeklagten Gina H. berichtet. Als deren Lieblingspferd "Tiffy" im Sommer 2024 gestorben sei, habe Gina H. sie "vollkommen aufgelöst und weinend" angerufen, berichtete sie am Mittwoch vor der 3. Strafkammer des Landgerichts Rostock. Ganz anders habe die 30-Jährige reagiert, als Fabian im Oktober 2025 vermisst und vier Tage später tot an einem Tümpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) gefunden wurde. Gina H. sei da "unangemessen" sachlich gewesen, obwohl sie sich als Ziehmutter des Kindes gesehen habe. Acht Zeugenbefragungen am Mittwoch Auch als noch nach dem Kind gesucht wurde, habe Gina H. "unbesorgt" und wenig aufgeregt gewirkt. Ohne es damals gegenüber Gina H. zu äußern, habe sie überlegt, ob die Angeklagte mehr über das Verschwinden wusste, als sie zugab - allerdings ging die Tierärztin nicht von einem Mord aus. Die Veterinärin hat seit 2021 die fünf Pferde und Ponys der Angeklagten betreut. Gina H. war vier Jahre mit Fabians Vater zusammen, bis dieser sich im August 2025 von ihr trennte. Insgesamt wollte das Gericht an diesem Mittwoch acht Zeuginnen hören. Angeklagt wegen heimtückischen Mordes Laut Anklage wirft man Gina H. einen heimtückischen Mord vor. Sie soll den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow gelockt, ihn bei Klein Upahl (Kreis Rostock) erstochen und die Leiche angezündet haben. Die Ermittler vermuten, dass Gina H. glaubte, Fabian stünde ihr bei ihrem Versuch im Wege, Fabians Vater wieder für sich zu gewinnen. Er hatte sich im August vergangenen Jahres nach einer vierjährigen Beziehung von ihr getrennt. Der tote Junge wurde vier Tage nach seinem Verschwinden am Rande eines Tümpels auf einem Feld gefunden. Bislang ein reiner Indizienprozess Seit dem Beginn des Prozesses im April hat das Gericht bereits zahlreiche Zeugen und Gutachter gehört. Da die Angeklagte bislang schweigt, müssen die Richterinnen und Richter am Ende anhand der Indizien sowie der Aussagen der Zeugen und der Gutachter beurteilen, ob Gina H. ein heimtückischer Mord nachzuweisen ist und welches Motiv sie dafür gehabt haben könnte. Laut der Anklage spielen beim Motiv nicht nur die emotionalen Aspekte - wie zum Beispiel Eifersucht - eine Rolle. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte von Fabians Vater finanziell abhängig war. Nach der Trennung wollte sie demnach nicht akzeptieren, seine Unterstützung verloren zu haben. Fallanalytiker: "Unbedingter Tötungswille"