Fall Fabian: Urteil im Mordprozess am 10. November erwartet
von Jürn-Jakob Gericke
Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat das Landgericht Rostock einen Plan für die abschließenden Verhandlungstage vorgelegt. Demnach soll am Donnerstag der psychiatrische Sachverständige sein Gutachten vorlegen. Darin geht es unter anderem um die Schuldfähigkeit der 30-jährigen Angeklagten. Falls dem Gericht keine weiteren Anträge vorgelegt werden, sollen am 29. und 30. Oktober die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gehört werden, kündigte der Vorsitzende Richter an. Vermutlich wird sich auch die Angeklagte Gina H. abschließend äußern. Die Urteilsverkündigung wäre dann voraussichtlich am 10. November.
Fabians Vater erfährt vom angeblich zufälligen Leichenfund
Im Mittelpunkt des 31. Verhandlungstages am Montag standen noch einmal Telefongespräche, welche die Ermittlerinnen und Ermittler im Oktober 2025 abgehört hatten. Unter anderem war im Gerichtssaal zu hören, dass Fabians Vater offenbar zum ersten Mal mit Gina H. darüber spricht, wie sie angeblich die Leiche des Jungen gefunden hatte. "Das war alles ein scheiß-verfickter Zufall!", behauptet Gina H. in dem aufgezeichneten Telefonat. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits zwei Tage her, dass die Angeklagte die Polizei zur Leiche geführt hatte. Sie sei mit einer Freundin spazieren gewesen, erklärte sie Fabians Vater. Dabei seien ihre Hunde weggelaufen. Sie habe doch nicht wissen können, dass sie "so etwas sehe", wenn sie die Tiere einfange. In dem Gespräch erwähnt Gina H. auch, dass einer ihrer Nachbarn beim Fund dabei war.
Gina H. will Fabians Vater nicht alles erzählen
Direkt nach diesem Gespräch telefonierte Gina H. dann mit dem genannten Nachbarn. Mit ihm war sie wenige Tage zuvor am Fundort der Leiche, nachdem sie mit einem anderen Bekannten zuerst dort war. Ihrem Nachbarn berichtete sie, dass Fabians Vater nun von der Polizei wisse, dass er "auch mit drin steckt". Die komplette Geschichte werde sie Fabians Vater aber nicht erzählen. In weiteren Telefonaten und Sprachnachrichten erklärt Gina H. verschiedenen Kontakten, dass sie Fabians Leiche gar nicht als Erste gefunden habe. Aber weil sie ihren Kopf hingehalten habe, würden nun alle auf ihr herumhacken und sie sei im Fokus der Presse.
Belastende Dinge im Auto?
In einem Telefonat mit ihrem Nachbarn beschwert sich die Angeklagte Mitte Oktober vergangenen Jahres, dass die Polizei ihr Auto nicht herausgebe. Dabei äußert sie auch die Sorge, dass bei Untersuchungen im Fahrzeug hinten links auf einer Fußmatte etwas gefunden werden könne, etwas Kleines. Konkreter beschreibt Gina H. diesen Verdacht nicht. Auch eine Flasche Grillanzünder, die sie immer im Pick Up-Truck liegen habe, könnte verdächtig sein, fürchtet Gina H. Sie hoffe, dass die Flasche nicht mehr im Fahrzeug sei.
Aus der Wohnung gelockt
Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-jährigen Angeklagten vor, dass sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus seiner Wohnung in Güstrow gelockt hat. Danach habe sie den Achtjährigen an einem Tümpel bei Klein Upahl erstochen. Gina H. bestreitet die Tat.
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