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Fällt jetzt der Benzinpreis in Deutschland?

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Iran bietet USA überraschenden Öl-Deal: Fällt jetzt der Benzinpreis in Deutschland?

Von: Jens Kiffmeier

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Benzin und Diesel sind so teuer wie seit Jahren nicht – jetzt kommt die Wende: Der Iran schlägt einen Deal vor, um die Hormus-Blockade zu beenden.

Mehr als 105 US-Dollar kostet ein Barrel Rohöl der Sorte Brent derzeit – seit Jahresbeginn hat sich der Preis um mehr als 70 Prozent verteuert. Tanken und Heizen sind für Millionen Menschen spürbar teurer geworden, die Inflation steigt. Der Grund: die seit sieben Monaten weitgehend blockierte Straße von Hormus, durch die normalerweise rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls fließen. Nun könnte Bewegung in den festgefahrenen Konflikt kommen – ausgerechnet hinter den Kulissen der UN-Generalversammlung in New York, wo Iran und USA öffentlich scharfe Töne anschlagen, während ihre Unterhändler im Verborgenen verhandeln.

Am Rande der laufenden UN-Generalversammlung in New York hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi nach Berichten der New York Times einen neuen Vorschlag in die festgefahrenen Verhandlungen eingebracht. Über Vermittler sei der US-Regierung ein Plan übermittelt worden, wonach die strategisch wichtige Meerenge binnen sieben Tagen wieder geöffnet werden könne – sofern bestimmte Bedingungen erfüllt seien. Experten analysierten bereits zuvor die Optionen, wie die Straße von Hormus wieder geöffnet werden könnte.

Geheim-Diplomatie in New York: Iran schlägt Sieben-Tage-Plan vor

Der Plan könne sofort nach Zustimmung Washingtons umgesetzt werden, sagte Araghtschi demnach vor Journalisten. Auf welche konkreten Bedingungen er sich dabei bezog, ließ er offen. Der Außenminister verwies jedoch auf das bereits im Juni vereinbarte Rahmenabkommen, das eigentlich auf eine Öffnung der Meerenge hinwirken sollte – und das angesichts fortdauernder Spannungen rasch in sich zusammengebrochen war.

Das Weiße Haus bestätigte die laufenden Kontakte, ohne Details zu nennen. „Wir führen über die Vermittler positive und konstruktive Gespräche“, hieß es aus Washington. Direkte Verhandlungen zwischen beiden Seiten finden weiterhin nicht statt. Gleichzeitig schlugen US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian in ihren Reden vor den Vereinten Nationen scharfe Töne an und machten einander Vorwürfe – ein Muster, das die Kluft zwischen der öffentlichen Rhetorik und dem diplomatischen Hintergrundgeschehen illustriert.

Wirtschaftlicher Druck auf Teheran und Washington wächst

Hinter den Kulissen wächst der Druck auf beide Seiten. Der Iran steht nach sieben Kriegsmonaten unter erheblichem militärischem und wirtschaftlichem Stress. Doch auch die USA spüren die Folgen: Der drastisch gestiegene Ölpreis, die eingeschränkte Schifffahrt durch die Straße von Hormus und die horrenden Kriegskosten sind für Trump vor den US-Parlamentswahlen am 3. November zur politischen Hypothek geworden. International forderten US-Politiker Verbündete auf, einen Beitrag zur Sicherung der Seewege in der Straße von Hormus zu leisten.

In der Vergangenheit hatte Teheran als Bedingungen für eine Annäherung unter anderem die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, ein Ende der Blockade iranischer Häfen und Schiffe sowie die Nichteinmischung Washingtons in innere Angelegenheiten des Landes gefordert.

Huthi-Angriffe auf Pipelines: Frankreich entsendet Truppen nach Saudi-Arabien

Parallel zu den Verhandlungen verschärft sich die militärische Lage auf der Arabischen Halbinsel. Saudi-Arabien – vor dem Iran-Krieg hinter den USA der zweitgrößte Ölproduzent und wichtigste Rohstoffexporteur der Welt – gerät zunehmend unter Beschuss. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen hat die rund 1200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline angegriffen, die Öl von der Ostküste des Königreichs am Persischen Golf nach Yanbu am Roten Meer transportiert und damit die blockierte Straße von Hormus umgeht. Analysten warnen davor, dass die Ausweitung der Angriffe über die Straße von Hormus hinaus Europa teuer zu stehen kommen könnte.

Die Pipeline wurde nach den Angriffen vorsorglich stillgelegt; inzwischen soll laut Medienberichten wieder Öl fließen – allerdings wegen der Schäden deutlich weniger als zuvor. Die maximale Kapazität liegt bei bis zu sieben Millionen Barrel pro Tag.

Die Hafenstadt Yanbu sei bei den Huthi-Angriffen „stark beschädigt“ worden, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Interview mit den Sendern TF1 und France 2. Frankreich werde daher Soldaten, Radarsysteme und Verteidigungssysteme nach Yanbu entsenden, um das dortige Ölterminal zu schützen. Die Gespräche mit Saudi-Arabien dazu seien abgeschlossen, erklärte Macron. Über die genaue Truppenstärke und die einzusetzenden Systeme machte er keine Angaben; die Erwähnung von Radareinrichtungen deutet auf einen Schwerpunkt bei der Luftabwehr hin, um Drohnen- und Raketenangriffe der Huthi abzuwehren. Kampfflugzeuge seien „aktuell nicht vorgesehen“, sagte Macron. Auch Großbritannien hatte Saudi-Arabien zuletzt defensive Militärhilfe zugesagt – in Form von Flugzeugen zur Luftbetankung.

Macron steht innenpolitisch wegen der hohen Spritpreise unter Druck. Er argumentierte, dass täglich bis zu fünf Millionen Barrel Rohöl über Yanbu verladen werden könnten – eine Menge mit direkten Auswirkungen auf den Weltmarktpreis. „Wenn sich die Lage dort entspanne, werde man das zwei Tage später auch an niedrigeren Preisen an der Tankstelle merken“, sagte er.

Reaktionen der Märkte und deutscher Tankrabatt

An den Märkten spiegelt sich die Unsicherheit wider. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl zur Lieferung im November lag am Freitagmorgen bei rund 105,72 US-Dollar – ein leichter Rückgang nach einem Anstieg von rund zehn Prozent binnen 48 Stunden. „Brent dürfte sich wahrscheinlich um 100 bis 110 Dollar halten, solange sich die Lage nicht grundlegend ändert“, sagte Haris Khurshid, Anlagechef bei Karobaar Capital, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Eine glaubwürdige Vereinbarung könnte den Preis recht schnell wieder unter 100 Dollar drücken. Weitere Probleme bei Exporten oder in der Logistik könnten dagegen wieder einen Preis von 120 Dollar ins Spiel bringen.

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