Falorin Balogun darf für USA im Achtelfinale spielen - Trump rief wohl Infantino an
Der 25-Jährige hatte im Sechzehntelfinale glatt Rot gesehen, wie die FIFA am Sonntag mitteilte, wird die ursprüngliche Sperre von einem Spiel aber zur Bewährung ausgesetzt. Balogun war gegen Bosnien-Herzegowina nach einem VAR-Check vom Platz gestellt worden (64.), nachdem er Tarik Muharemovic auf das Sprunggelenk gestiegen war.
Danach erhielt er eine Sperre für ein Spiel. Gemäß Artikel 27 des Disziplinarkatalogs der FIFA kann eine Strafe allerdings zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Aufhebung einer Sperre nach einer Roten Karte ist bei diesem Turnier ein Novum. Auf eine Sportschau-Anfrage, mit welcher Begründung das in diesem speziellen Fall gemacht wurde, hat die FIFA bisher nicht geantwortet.
"New York Times" und AP: Trump telefonierte mit FIFA-Boss
Die "New York Times" und AP berichten von einem aktiven Eingreifen Donald Trumps. So habe der US-Präsident bereits am Mittwoch FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen, um eine Aufhebung der Sperre von Folarin Balogun zu erwirken. Demzufolge bestätigten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen diesen Ablauf. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben die Information bislang kommentiert.
Unmittelbar nach der FIFA-Entscheidung meldete sich Trump dann via Truth Social und schrieb: "Danke an die FIFA, dass sie das Richtige getan hat und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat." Auf "X" feierte der offizielle Account des Weißen Hauses die Entscheidung ebenfalls mit: "USA-USA-USA" und einem Adler-Symbol.
Belgischer Nationalcoach: "Wusste nicht, dass der 1. April ist"
Derweil nahmen die Belgier die Entwicklung mit Verwunderung zur Kenntnis. Nationaltrainer Rudi Garcia wurde auf der Pressekonferenz vor dem Spiel deutlich: "Ich wusste nicht, dass in den FIFA-Büros der 5. Juli nun der 1. April ist", sagte der 62-Jährige. Er werde sich aber als Trainer auf sein Team fokussieren.
Der Königliche Belgische Fußballverband (KBVB) zeigte sich in seinem offiziellen Statement "erstaunt" über die Entscheidung der FIFA". Der KBVB wies darauf hin, dass laut Artikel 66.4 eine Rote Karte "automatisch eine Sperre für das nächste Spiel der Mannschaft nach sich zieht, wie es bei allen vorangegangenen Roten Karten während dieser FIFA-Weltmeisterschaft der Fall war".
Die Entscheidung stehe "im direkten Widerspruch zu den Bestimmungen des Turnierreglements". Entsprechend kündigten die Belgier an: "Um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und die grundlegenden Prinzipien des Fairplay in unserem Sport sowohl bei dieser FIFA-Weltmeisterschaft als auch bei künftigen Auflagen des Turniers zu schützen, prüft der KBVB derzeit alle potenziellen Optionen." Trainer Garcia betonte: "Wir verteidigen nicht unsere Nationalteam oder den Verband, wir verteidigen den Fußball - mit seiner Integrität."
Ronaldo profitierte zuletzt vom FIFA-Passus
Von einer derartigen Bewährung profitierte zuletzt bereits Cristiano Ronaldo. Der portugiesische Superstar war im November bei einem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland nach einem Ellbogenschlag gegen Dara O'Shea vom Platz gestellt worden. Ronaldo wurde von der FIFA zunächst für drei Spiele gesperrt, verpasste aber nur das anschließende Qualifikations-Duell gegen Armenien. Die weiteren Spiele wurden für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt.
So konnte "CR7" als vielleicht populärster Spieler der Welt bei dieser WM bisher alle Spiele bestreiten. Eine Sperre hätte dem Turnier vermutlich zumindest bei den portugiesischen Spielen viel Aufmerksamkeit gekostet.
Balogun bereits mit drei Treffern im Turnier
Eine Balogun-Sperre dürfte zwar nichts daran geändert haben, dass die USA dem Achtelfinale gegen Belgien entgegenfiebern, jedoch wäre es für den Gastgeber eine große Schwächung. Der Stürmer der AS Monaco hatte in der Vorrunde bereits zwei Tore erzielt, gegen Bosnien-Herzegowina gelang ihm ein weiterer wichtiger Treffer, als Reaktion auf die ausgesetzte Sperre postete Balogun ein Foto von sich im US-Trikot, aber verzichtete auf einen Text.
Verteidiger Chris Richards konnte die Aufhebung der Sperre erst gar nicht richtig glauben: "Wir waren uns nicht ganz sicher, ob es wahr ist oder nicht. Ich denke, jeder weiß, wie das mit KI ist. Am Ende haben wir es über Social Media herausgefunden. Es war cool, die Bestätigung zu bekommen, dass es stimmt."