Familie erlebt Sonnenfinsternis dank Nachbarschaftshilfe: „Brillen waren alle ausverkauft“
wa.de Lokales Drensteinfurt Familie erlebt Sonnenfinsternis dank Nachbarschaftshilfe: „Brillen waren alle ausverkauft“ Von: Mechthild Wiesrecker Uns auf Google folgen Am Heuweg versammelten sich Drensteinfurter, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Für eine Familie gab es dabei eine besondere Überraschung: Andere Besucher halfen mit Brillen aus. Drensteinfurt – Millionen Menschen verfolgten am Mittwochabend die Sonnenfinsternis über Deutschland. In Drensteinfurt waren es aber nur vereinzelt Menschen, die sich allein oder in kleinen Gruppen einen geeigneten Platz zur Beobachtung gesucht hatten. Fündig wurden sie am Heuweg. Das weite Feld bot einen ungehinderten Blick auf die untergehende Sonne. Familie erlebt Sonnenfinsternis dank Nachbarschaftshilfe: „Brillen waren alle ausverkauft“ Das dachten sich auch Tanja und André Romberg, die mit ihrer Tochter Pia und deren Freundin Mila gekommen waren. Eine Sonnenfinsternisbrille hatten sie nicht mehr ergattern können. „Die Brillen waren beim Optiker alle ausverkauft“, erzählen sie. Dafür hatten sie eine selbst gebastelte Lochkamera aus einem Karton dabei. Glück hatten sie dennoch: Eine Familie, die ebenfalls die Sonnenfinsternis beobachtete, schenkte ihnen eine Schutzbrille. Tanja erinnert sich noch gut an das Himmelsschauspiel im Jahr 1999. „Ich war damals 19 Jahre alt und es hat mich fasziniert“, sagt sie. Nur wenige Meter weiter hatte sich eine kleine Gruppe Nachbarn zusammengefunden. Melanie Horn und Rainer Karczewski wollten das Naturschauspiel unbedingt erleben. „Die Bedingungen sind heute optimal – ganz anders als bei der letzten Sonnenfinsternis“, sagt Karczewski. Lenart und Mona Hanf waren mit der ganzen Familie gekommen, darunter auch ein Bruder aus Köln und die Mutter aus Steinfurt. Lenart Hanf beobachtete die Sonnenfinsternis mit einem Teleskop – selbstverständlich mit Sonnenschutzfilter – und nebenbei gelangen ihm sogar einige gelungene Aufnahmen. Das Teleskop hatte er sich während der Corona-Zeit angeschafft und dabei seine Begeisterung für die Astronomie entdeckt. Im Vorfeld hatte er zehn Sonnenfinsternisbrillen gekauft. Die Brillen, die er nicht benötigte, verschenkte er an Arbeitskollegen und am Mittwochabend an andere Besucher. Die nächste partielle Sonnenfinsternis wird bereits am 2. August 2027 zu sehen sein. Sie wird am Vormittag gegen 11 Uhr stattfinden, allerdings wird die Sonne dann nur zu etwa 30 bis 60 Prozent bedeckt sein. Am Mittwochabend waren es in Drensteinfurt rund 87 Prozent. Bis zur nächsten ähnlich beeindruckenden partiellen Sonnenfinsternis müssen sich Interessierte allerdings gedulden: Sie wird hier erst wieder am 3. September 2081 zu beobachten sein.