DAX -0,94 % 26.091,33 Pkt 18:00:00 MDAX -1,65 % 31.822,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,37 % 6.444,46 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,01 % 53.463,05 Pkt 22:38:37 S&P 500 -0,48 % 7.707,98 Pkt 22:38:31 Nasdaq -1,18 % 26.331,09 Pkt 23:15:59 Nikkei +1,28 % 66.160,86 Pkt 08:27:00 Gold +1,39 % 4.552,00 USD 08:31:57 Silber +2,18 % 67,17 USD 08:31:49 Brent +0,43 % 92,01 USD 08:31:24 WTI -1,33 % 84,69 USD 08:31:52 Bitcoin +0,64 % 69.733,70 USD 08:41:57 EUR/USD +0,91 % 1,16840 USD 08:41:56 EUR/GBP +0,35 % 0,85820 GBP 08:42:01 EUR/CHF -0,71 % 0,93350 CHF 08:42:01 EUR/JPY +0,22 % 185,108 JPY 08:42:01

Fast 700 km/h: Porsche bringt Drohne auf neue Höchstgeschwindigkeiten

Technologie

Startseite Wirtschaft Fast 700 km/h: Porsche bringt Drohne auf neue Höchstgeschwindigkeiten Von: Lennart Niklas Johansson Schwenck Uns auf Google folgen Eine deutsche Drohne erreicht im Test 699 Kilometer pro Stunde. Porsche liefert dazu Batterietechnik. Ein offizieller Weltrekord steht aber noch aus. München – Ein deutsches Unternehmen hat nach eigenen Angaben mit einem batteriebetriebenen Fluggerät eine Geschwindigkeit erreicht, die selbst Passagierjets nahekommt. Die pfeilförmige „Apex Recordhunter“ des Münchner Herstellers Quantum Systems soll bei einem internen Test im geraden Horizontalflug 699 Kilometer pro Stunde erreicht haben, wie das Unternehmen mitteilte. Damit wäre die Drohne nach Unternehmensangaben das schnellste batteriebetriebene Fluggerät ihrer Kategorie. Wer hinter dem Projekt steht und was Quantum Systems mit der neuen Bestmarke eigentlich vorhat, lohnt einen genaueren Blick. Am Testflug beteiligt war neben Quantum Systems auch V4Smart, ein Batterietechnologieunternehmen aus der Porsche-Gruppe. Auf dem hinteren Teil des Drohnenrumpfes ist daher entsprechend auch der Porsche-Schriftzug zu sehen. Die Verbindung zwischen beiden Unternehmen reicht dabei über den reinen Testflug hinaus. Die Porsche SE zählt bereits seit September 2024 zu den Investoren von Quantum Systems, die Beteiligung wurde 2025 im Rahmen einer weiteren Finanzierungsrunde ausgebaut. Wie wichtig diese Beteiligung für die Holding mittlerweile geworden ist, zeigen Zahlen aus der aktuellen Bilanz. Demzufolge trug Quantum Systems im Geschäftsjahr 2025 mit 114 Millionen Euro zum Ergebnisbeitrag der Portfoliobeteiligungen bei und war damit der größte Einzelposten in diesem Segment. Vorstandsvorsitzender Hans Dieter Pötsch begründete das Engagement der Holding in Wachstumsbranchen so: „Wir haben in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich attraktive Beteiligungsopportunitäten identifiziert. Unser einzigartiges Netzwerk hat sich dabei zu einem zentralen strategischen Asset entwickelt.“ Neben Porsche ist auch der Technologiekonzern Liebherr seit mehreren Jahren mit Quantum Systems verbunden. Liebherr liefert unter anderem Elektronikkomponenten wie den Skynode-Autopiloten und Motorcontroller für verschiedene Drohnenplattformen. Ob Komponenten aus dieser Partnerschaft auch in der Rekorddrohne stecken, ist unklar, beide Partner sind auf dem Fluggerät aber mit ihren Schriftzügen vertreten. Porsche x Quantum System: Warum die Rekordjagd mehr als ein Prestigeprojekt ist Für Quantum Systems geht es bei der „Apex Recordhunter“ nicht in erster Linie um einen Titel im Rekordbuch. Die Drohne diene vor allem als Technologieträger, mit dem das Unternehmen die Leistungsgrenzen elektrischer Antriebe und Batterien erprobe, heißt es in der „Computer Bild“. Sie sei innerhalb eines Jahres beim deutschen N3XT-Team von Quantum Systems entstanden. Welche konkreten technischen Bauteile später in Serienprodukte einfließen könnten, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber dem Fachmagazin „Hartpunkt“ bereits Anfang Juni, dass die aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse kurzfristig in die Entwicklung neuer Abfangdrohnen übernommen werden sollen. Genau darin liegt der eigentliche Kern des Projekts. Abfangdrohnen müssen bewegliche gegnerische Flugziele möglichst schnell erreichen, und jede zusätzliche Leistungsreserve kann dabei die Reaktionszeit verkürzen. Erkenntnisse aus dem Rekordflug könnten nach Angaben von Quantum Systems sowohl in militärische als auch in zivile Entwicklungen einfließen. Parallel zur „Apex Recordhunter“ arbeitet die ukrainische Quantum-Tochter WIY Drones bereits an weiteren Rekordversuchen mit FPV-Abfangdrohnen. FPV steht für First Person View und bezeichnet Fluggeräte, die per Kamera in Echtzeit aus der eigenen Perspektive gesteuert werden, eine Technik, die ursprünglich aus dem Modellflug und dem Drohnenrennsport stammt. Zwei Modelle stehen dabei im Mittelpunkt, wie unter anderem auch die Auto Motor und Sport berichtete. Die „Strila“ soll einen Geschwindigkeitsrekord für FPV-Abfangdrohnen mit einer Nutzlast von 0,5 Kilogramm aufstellen, während das Modell „Spys“ für die Kategorie der Flugabwehr-Abfangdrohnen vorgesehen ist. Reordjagd am Himmel: Was für die offizielle Anerkennung noch fehlt Trotz der markanten Zahl handelt es sich bei den 699 Kilometern pro Stunde bislang um einen vom Unternehmen selbst gemeldeten Wert. Die Zertifizierung durch den internationalen Luftsportverband Fédération Aéronautique Internationale steht noch aus, berichtete die „Computer Bild“. Erst ein geplanter Zertifizierungsversuch soll den Geschwindigkeitsrekord offiziell machen. Zudem existiert bereits ein höherer, allerdings ebenfalls nicht anerkannter Bestwert. Der australische Entwickler Benjamin Biggs erreichte mit einer selbst entwickelten Drohne nach eigenen Angaben rund 729 Kilometer pro Stunde, da der Flug jedoch nicht offiziell vermessen wurde, gilt dieser Wert bislang nur als inoffizieller Rekord. Quantum Systems selbst betrachtet die 699 Kilometer pro Stunde nicht als Endpunkt. Das N3XT-Team hat laut Unternehmensangaben bereits weitere Testflüge mit höheren Geschwindigkeiten angekündigt. Ob aus dem bisher internen Bestwert am Ende tatsächlich ein offiziell anerkannter Weltrekord wird, muss sich damit erst noch zeigen. (Quellen: Porsche SE, Quantum Systems, Auto Motor und Sport)(ls)

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