DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,04 % 64.285,40 USD 08:14:37 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Fast wie ein Güterzug: Anwohner verklagen Microsoft wegen des Lärms durch das KI-Rechenzentrum

Technologie

Anfang des Jahres hat Microsoft das laut CEO Satya Nadella „leistungsstärkste Rechenzentrum der Welt“ im Örtchen Mount Pleasant in Wisconsin eröffnet, zitiert ihn das Tech-Portal „Futurism“. Begeistert beschreibt er, dass der circa 7,3 Milliarden Euro teure Entwurf „ohne Unterbrechung“ arbeitet und „Hunderttausende“ Chips daran angeschlossen werden können. Bei den Anwohnern stößt das Projekt jedoch auf weniger freudige Reaktionen. Durch anhaltenden Lärm nahe des KI-Rechenzentrums fühlen sie sich belästigt, inzwischen haben drei Anwohner laut „Milwaukee Journal Sentinel“ sogar eine Sammelklage eingereicht. Anwohner vs. Microsoft: Tech-Konzern wird wegen „leistungsstärksten Rechenzentrums der Welt“ verklagt 24 Stunden täglich müssten sie Geräusche ertragen, die von der Lautstärke „ähnlich einem Güterzug“ wären, erklären sie. Besonders gehe es um dieselbetriebene Generatoren sowie die Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, darunter Kältemaschinen, Kühltürme, Lüftungsgeräte und Ventilatoren für die Kondensation. Ein Problem, das Microsoft nicht einmal abstreitet: Kühlventilatoren laufen „mit hoher Geschwindigkeit“ und verursachen „tonalen Tinnitus“, heißt es in ihrem offiziellen Blog zum Mount-Pleasant-Zentrum. Der Konzern hat bereits Schallmauern zum Schutz errichtet, diese seien laut Klageschrift allerdings „nicht ausreichend“. Wie Microsoft ausführt, hätten weitere Maßnahmen im Juni 2026 das Problem dann jedoch vollständig gelöst. ANZEIGE ANZEIGE Die Bewohner sehen das anders. Sie sprechen gegenüber dem „Milwaukee Journal Sentinel“ von „unvernünftigem und übermäßigem Lärm auf den Grundstücken der Kläger“, Microsoft würde „Sachschäden durch Belästigung und Fahrlässigkeit“ in Kauf nehmen. Das Unternehmen plant in Mount Pleasant noch ein Dutzend weiterer Rechenzentren. Dauerhaft bis zu 100 Dezibel: Diese Auswirkungen können Rechenzentren haben Dass die Bedenken der Anwohner durchaus berechtigt sind, beweisen Untersuchungen. Vor allem Lärm zählt zu den häufigsten Streitgründen rund um neue Rechenzentren. Das unabhängige Forschungsinstitut World Resources Institute (WRI) hat das Problem im US-Staat Virginia analysiert. Dort beschwerten sich Anwohner über Schlafstörungen, Kopfschmerzen und sogar eine sinkende Lebensqualität. Messungen ergaben Geräuschpegel von bis zu 100 Dezibel bei größeren Generatoren. Auch deshalb verlangen Gemeinden immer öfter größere Abstände zu Wohngebieten. Milliarden Liter Wasser und 12 Prozent mehr Kosten: Das kommt auf die Anwohner zu Auch der Ressourcenverbrauch ist ein Thema: Laut einer Analyse des „Guardian“ liegen rund zwei Drittel der derzeit geplanten KI-Rechenzentren in Regionen mit Wasserknappheit. Große Anlagen können täglich mehrere Millionen Gallonen Wasser für die Kühlung benötigen, wie eine Untersuchung im US-Bundesstaat Virginia belegt. Die Datenzentren von Google verbrauchten im Jahr 2023 über 23 Milliarden Liter, Microsofts Gebäude sogar 24 Milliarden Liter. Auch finanziell leidet der Steuerzahler. In Georgia beantragte „Georgia Power“ 2024 eine Erhöhung der Strompreise für Privatkunden um zwölf Prozent, vor allem um die durch die Nachfrage der Rechenzentren bedingten Netzausbauten zu finanzieren. Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe großer Rechenzentren verloren außerdem je nach Lage fünf bis 15 Prozent an Wert, wie der Bericht ausführt.

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