FC Bayern bis BVB: Was die Bundesliga-Klubs in der Länderspielpause machen
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Für Bundesliga-Fans ist das neue Länderspiel-Modell Fluch und Segen zugleich. Zwar gibt es im Herbst nur noch zwei statt drei Unterbrechungen, in denen der Ligabetrieb ruht, dafür dauert die erste Pause fast drei Wochen. Warum das so ist, welcher Bundesliga-Coach nicht begeistert ist und was die Vereine planen.
Warum gibt es so eine lange Bundesliga-Pause?
Grund für die lange Pause ist eine Änderung des internationalen Spielkalenders durch die FIFA. Ab 2026 werden die bisherigen Länderspielfenster im September und Oktober zu einer längeren Abstellungsperiode zusammengelegt.
Statt zweimal für jeweils zwei Partien reisen die Nationalspieler nun einmal ab und können in diesem Zeitraum bis zu vier Länderspiele bestreiten. Dafür entfällt die bislang übliche zweite Unterbrechung im Oktober. Die Abstellungszeiträume im November (10. bis 18.) und März (23. bis 31.) bleiben unverändert.
Was sagen die Bundesliga-Klubs dazu?
Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß bewertet es als „negativen Aspekt“. Natürlich sei die neue Länderspielpause jetzt länger. „Jetzt ist aber eigentlich auch die Phase, wo du es am wenigsten brauchst. Deswegen finde ich es aus Vereinssicht nicht besonders gut“, sagte Hoeneß, der die Unterbrechung als „verlängerte Vorbereitung“ sieht.
Köln-Trainer René Wagner bezeichnete es als wichtig für seine Spieler, „nach den ersten vier Spieltagen und einer langen Vorbereitung ein paar Tage durchzuschnaufen und mental herunterzukommen“. Auch Leverkusens Sportchef Simon Rolfes unterstrich: „Für die Nationalspieler ist die Neuerung gut, weil es kompakter ist und ein paar Reisen wegfallen. Und auch wir im Verein werden das nutzen, um zu trainieren, aber auch, um Kraft zu tanken.“
HSV-Trainer Merlin Polzin sieht nach einem schwachen Start die Chancen: Es gehe jetzt weniger darum, viel Pause zu machen, sondern „viel Arbeit ineinander zu investieren, um daraus gestärkt hervorzugehen“. Auch Vincent Kompany outete sich als großer Freund des neuen Modells. „Wäre ich dabei gewesen, hätte ich es genauso gemacht für die Trainer. Wir können auf die Wiesn mit dem Staff gemeinsam, mit der Familie. Ich könnte es fast nicht besser planen. Für uns perfekt. Schade für die Spieler“, sagte der Bayern-Coach mit einem Augenzwinkern.
Was planen die Bundesliga-Klubs in der Länderspielpause?
Die Bundesliga-Klubs nutzen die ungewohnt lange Unterbrechung ganz unterschiedlich. Während die Nationalspieler unterwegs sind, stehen für die Daheimgebliebenen neben dem Training häufig einige freie Tage und Testspiele auf dem Programm. Besonders weit reist der SC Paderborn: Die Ostwestfalen fliegen in die USA und testen dort gegen D.C. United. Bei RB Leipzig etwa bekommen die Spieler, die nicht bei der Nationalmannschaft sind, ein paar Tage frei, wie Trainer Martín Demichelis sagte. Von Testspielen sieht er ab: „Das macht keinen Sinn mit Blick auf Verletzungen und die Nationalspieler.“
Der FC Schalke 04 testet schon am Donnerstag gegen Rot-Weiß Oberhausen. Erst im Anschluss gibt es für die Knappen ein verlängertes Wochenende. Für die Profis des noch punktlosen Schlusslichts Borussia Mönchengladbach ist das Ziel, mit dem designierten neuen Trainer Alexander Blessin auf Tuchfühlung zu gehen. Dafür stehen zwei Testspiele gegen die Sportfreunde Siegen am Donnerstag und den FC St. Pauli am Tag der Deutschen Einheit auf dem Plan. Wie unterschiedlich die Klubs mit der Pause umgehen, zeigen andere Beispiel: Werder Bremen macht bis einschließlich Samstag frei. Borussia Dortmund und der SC Freiburg nehmen sogar erst am kommenden Montag wieder die Arbeit vor Ort auf.
„Wir haben als eines der Ziele vorgegeben, wenn wir uns für die Gruppenphase in der Conference League qualifizieren, wenn wir in die zweite Pokalrunde einziehen, plus mindestens sieben Punkte aus den ersten vier Ligaspielen holen, dann geben wir die erste Woche frei“, erklärte SC-Trainer Julian Schuster. „Das hat die Mannschaft sich erarbeitet, verdient und deshalb wird ab Montag dann eben auch frei sein – mit einem Heimprogramm für jeden.“ Im Anschluss werde man die zwei Wochen so gestalten, „wie wir sie dann üblicherweise auch haben, mit langen Wochen, dass wir dann mit Matchday minus fünf Tagen mit einem leichten Aufgalopp starten vor dem Testspiel am Samstag gegen Luzern.“
Auch für BVB-Coach Niko Kovac und sein Team steht „Homeoffice“ auf dem Plan. „Ist ja modern inzwischen.“ Für ihn geht es in die Wahlheimat Salzburg. „Ich werde schon vieles vorbereiten, vieles nachbereiten.“ Für seine nicht nominierten Schützlinge Marcel Sabitzer (32) und Maximilian Beier (23) gilt ähnliches. Nach individuellen Laufplänen sollen die beiden in der kommenden Woche zunächst bei der BVB-Reserve ins Training einsteigen.
Was sagt Bundestrainer Klopp über seinen langen Auftakt?
Jürgen Klopp kommt die XXL-Pause zum Amtsantritt entgegen. „Super“, hatte der Bundestrainer bereits bei seiner Vorstellung gesagt. Die lange Unterbrechung gibt ihm mehr Zeit, die Spieler kennenzulernen, Abläufe zu etablieren und seine Spielidee zu vermitteln. Viel zusätzliche Trainingszeit bleibt wegen der vier Länderspiele allerdings nicht. Für die Vereine sei die lange Pause „ungewohnt“, so Klopp. „Vollkommen zu Recht machen diese Vereine auch ein paar Tage frei. Die intensivste Phase des Jahres kommt dann direkt danach. Champions League geht richtig los, Europa League geht Vollgas los.“
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