FC Bayern erstattet Anzeige gegen Fans von 1860 München
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Wegen Schmäh-Plakat auf Marienplatz: FC Bayern zeigt 1860-Fans an
Von: Isabella Strehmann
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Auf der Meisterfeier des FC Bayern zeigten 1860-Fans ein Schmäh-Plakat. Jetzt schlägt der deutsche Rekordmeister zurück. Er hat Anzeige erstattet.
München – Es sollte eine fröhliche Meisterfeier ohne Störgeräusche werden – doch das wussten einige Fans des TSV 1860 München zu verhindern. Als sich der FC Bayern im Mai mit seinen Fans auf dem Münchner Marienplatz verabredet hatte, um die Schale zu präsentieren, grätschten die Löwen-Anhänger dazwischen und entrollten ein Schmähplakat. Der FCB wollte zunächst keine Anzeige erstatten – doch es folgte die Rolle rückwärts.
Auf dem 20kg schweren Banner, das die Löwen-Fans auf den Marienplatz geschmuggelt hatten, stand in großen Buchstaben „FC Bauern Hurensöhne“ geschrieben. Präsident Herbert Hainer hatte zunächst angekündigt: „Leider können sich unsere Fans nicht revanchieren, denn so schnell wird es bei 1860 keine Meisterschaft zu feiern geben.“ Gleichzeitig wollte er keine Anzeige an den Erzrivalen schicken.
FC Bayern zeigt 1860-Fans wegen Schmähplakat an
Die Roten haben es sich anschließend jedoch anders überlegt, denn: Nach Informationen der Bild hat die FC Bayern München AG Strafantrag wegen Beleidigung gegen Unbekannt gestellt. Der FCB hat dies auf Nachfrage des Blattes bereits bestätigt. Kürzlich soll es eine Hausdurchsuchung bei einem Tatverdächtigen gegeben haben, der an der überraschenden Aktion am Marienplatz beteiligt war.
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Vier Beamte der Kriminalpolizei tauchten beim Löwen-Anhänger auf. Der Anwalt des Beschuldigten gab an, die Polizisten wären sehr freundlich aufgetreten – und hätten sogar etwas über das Schmäh-Banner lachen müssen. Ein Computer sowie weitere elektronische Geräte wurden beschlagnahmt, gesucht wird nach Kaufbelegen, Überweisungen und Chats.
Das Münchner Amtsgericht hatte zuvor einen Eilbeschluss verhängt. Sebastian Wagner, der als Verteidiger regelmäßig Fans der Löwen vor Gericht vertritt, erklärt der Bild: „Das geschilderte Verhalten erfüllt keinen Straftatbestand. Bei der FC Bayern AG handelt es sich auch nicht um ein beleidigungsfähiges Kollektiv. Man gewinnt den Eindruck, der FCB sagt ‚hüpf‘, und die Münchner Justiz fragt ‚wie hoch?‘“
Die Münchner Staatsanwaltschaft hingegen teilte mit, dass die Bedingungen, die eine Hausdurchsuchung rechtfertigen würden, nicht hoch wären. Das Banner, das nach dem Vorfall auf der Meisterfeier konfisziert worden ist, forderten die 1860-Fans bereits zurück. Die Behörden einigten sich auf die Herausgabe – doch dann kam die Anzeige des FC Bayern dazwischen.
Der Bild liegt die Information vor, dass der FC Bayern die Weitergabe des Schmäh-Plakats verhindern wollte. Zudem wollte der Klub die Verunglimpfungen ihres Logos nicht akzeptieren. Das vorerst letzte Wort des Beschuldigten richtet sein Anwalt aus: „Ein Derby dauert 90 Minuten. Vor Gericht würde ich es mit dem FC Bayern aber auch in der Nachspielzeit aufnehmen.“ (is)