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FC Bayern feiert Kantersieg zum CL-Auftakt

Sport

Der FC Bayern startet mit einem Statement-Sieg in die Königsklasse. Für RB Leipzig hingegen endet der Abend mit einer bitteren Enttäuschung.

Bei seinem Startelf-Comeback hat ein strahlender Jamal Musiala den FC Bayern zum nächsten Auftaktsieg in der Champions League geführt. Der Fußball-Nationalspieler leitete mit seinem Führungstor das hochverdiente und am Ende auch noch deutliche 5:0 (0:0) des deutschen Meisters gegen den letztjährigen Favoritenschreck FK Bodö/Glimt ein.

Den selbstbewussten Titelansagen ließ das Team von Trainer Vincent Kompany mit dem 23. Auftaktsieg nacheinander in Europas Königsklasse auch Taten folgen. Nachdem Musiala in der 47. Minute das Abwehrbollwerk der Norweger erstmals geknackt hatte, legten Torjäger Harry Kane mit dem Kopf (61.), Alphonso Davies mit einem strammen Distanzschuss (77.) und Michael Olise mit einem Doppelpack (83./90.+2) noch mehrfach nach. Kurz vor Schluss sah Odin Björtuft bei den Gästen nach einer Notbremse noch die Rote Karte.

Kompany umarmt Musiala

Der Mann des Abends in der ausverkauften Allianz Arena war natürlich Musiala. Kurz nach der Pause kam der Offensiv-Zauberer im Strafraum an den Ball. Nach einer blitzschnellen Drehung traf er mit seinem starken rechten Fuß in die lange Ecke. Ein Klasse-Tor. Strahlend nahm der 23-Jährige die Glückwünsche der Teamkollegen entgegen. Und die 75.000 Zuschauer riefen lautstark seinen Namen. "Jamal hat sich diesen Einsatz verdient", hatte Kompany vor dem Anpfiff bei DAZN die überraschende Startelf-Nominierung begründet.

Das zehnte Tor in Europas Königsklasse war für Musiala ein ganz Besonderes nach seinen Zusammenbrüchen bei zwei Testspielen in der Saisonvorbereitung. Es markiert den nächsten Schritt zurück hin zur Normalität für den an einer neurologischen Dysfunktion erkrankten Profi. "Es ist eine Situation, die wir schon lange managen", sagte Kompany. Doch die innige Umarmung zwischen Trainer und Spieler bei Musialas Auswechslung belegte die Wichtigkeit dieses Abends und dieses Tores (65.).

Bayern tun sich mit dem Torschießen zunächst schwer

Einen Tag nach den eindrucksvollen Kantersiegen von Titelverteidiger Paris Saint-Germain (6:1 gegen Slovan Bratislava) und Mitfavorit FC Barcelona mit Ex-Bayern-Coach Hansi Flick (5:1 gegen Feyenoord Rotterdam) fiel dem deutschen Rekordmeister das Toreschießen zunächst nicht so leicht. Und das hatte mehrere Gründe. Die Gäste aus Norwegen verdichteten mit einer Fünferkette und einer weiteren Vier-Mann-Reihe davor extrem die Räume. In der Dauerbelagerung vor dem gegnerischen Strafraum taten sich die Bayern schwer, Lücken zu finden.

Schwer hatten es insbesondere Torjäger Kane und Spielmacher Musiala im Zentrum. Musiala versuchte immer wieder, sich in Ballbesitz an den Gegnern vorbeizuschlängeln, verzettelte sich aber dabei auch mehrmals. Eine erste große Einzelaktion hatte er in der 40. Minute. Er schoss aber zu zentral.

Bodös starker Torwart Nikita Haikin zur Pause verletzt raus

Auch wenn sich die Bayern beim geduldigen Anlaufen und Kombinieren schwertaten, hätten sie schon zur Pause klar führen können. Es fehlte aber der krönende Abschluss. Und Bodö hatte in Nikita Haikin zudem seinen besten Mann im Tor. Mit einem Reflex parierte der 31-Jährige einen Kopfball von Luis Díaz (5.), den Schuss von Musiala (40.) und reaktionsschnell auch einen Volleyschuss von Joshua Kimmich (44.). Der Mittelfeldchef hatte zudem Pech mit einem Schuss an den Pfosten, den auch Haikin nicht gehalten hätte (35.).

Bodös Rückhalt verletzte sich jedoch kurz vor dem Ende der ersten Hälfte. Er kehrte nach der Pause nicht ins Tor zurück. Julian Faye Lund ersetzte ihn. Und der 27-Jährige war bei Musialas Schuss gleich mal chancenlos. Und auch bei den weiteren Gegentreffern war der Norweger machtlos.

Auf der Gegenseite verbrachte Bayern-Kapitän Manuel Neuer zum Start in seine 18. Champions-League-Spielzeit (deutscher Rekord) einen recht ruhigen Arbeitstag. Der 40-Jährige konnte überwiegend seinen Vorderleuten zusehen, wie sie pausenlos das gegnerische Tor belagerten.

Ein Abend zum Vergessen: Leipzigs Fehlstart in Como

Die Kulisse traumhaft, das Spiel ein Alptraum: RB Leipzig ist bei Emporkömmling Como 1907 phasenweise chancenlos und erneut mit einer Niederlage in die Champions League gestartet. Am Ufer des Comer Sees war der vor sieben Jahren noch viertklassige italienische Neuling nicht zu stoppen und sicherte sich durch die Tore von Martin Baturina (15. Minute), Tasos Douvikas (38.), Assane Diao (54.) und Maximo Perrone (90.) ein 4:1 (2:0) gegen den Fußball-Bundesligisten. Andrija Maksimovic (58.) gelang nur der Ehrentreffer.

Bereits bei der vorherigen Teilnahme an der Champions League war Leipzig ohne Punkte nach dem ersten Spieltag der Ligaphase geblieben. Am Ende verbuchte der Club aus acht Spielen nur einen Sieg und schied abgeschlagen aus. Durch die zweite Niederlage nacheinander, am Samstag hatte man 1:3 in Bremen verloren, wächst der Druck auf den neuen Trainer Martin Demichelis.

Demichelis' Forderung verpufft

Der Argentinier hatte eine Reaktion von seiner Mannschaft gefordert - doch die blieb zunächst aus. Como bestimmte das Geschehen, hatte zu nahezu jedem Zeitpunkt der ersten Hälfte die Kontrolle. Demichelis wollte den Königsklassen-Neuling mit mehr Ballbesitz unter Druck setzen, doch dazu fehlte es an Passgeschwindigkeit, Abstimmung und Intensität. Zur Pause hatte Leipzig gerade einmal 40 Prozent Ballbesitz, die Handschrift von Demichelis war kaum zu erkennen.

Como war schlicht besser und nach zwölf Minuten musste Maarten Vandevoordt erstmals in höchster Not gegen Douvikas retten. Der Grieche stand allerdings bei der Aktion im Abseits. Drei Minuten später eroberte Baturina den Ball an der Mittellinie und schickte Douvikas. Der Stürmer schob den Ball flach in den Strafraum, wo Ridle Baku genau in die Füße des überragenden Baturina klärte - 0:1.

Douvikas erhöht eiskalt

Leipzig vermied zunächst weiteren Schaden, hatte dann nach einer halben Stunde eine gute Phase. Doch die große Doppelchance zum Ausgleich ließen die Sachsen ungenutzt. Den Schlenzer des in die Startelf gerückten Andrija Maksimovic hielt Jean Butez glänzend, Marc Guiu vergab per Kopf direkt im Anschluss aus kurzer Distanz.

Como erhöhte erneut die Intensität und stellte Leipzig vor Probleme. Baturina setzte sich mit einer einfachen Körpertäuschung in der eigenen Hälfte ab und spielte einen präzisen Ball in den Lauf von Douvikas. RB-Abwehrchef Willi Orban hatte das Abseits aufgehoben, der Angreifer lief allein auf Vandevoordt zu und vollendete nervenstark. Leipzig war angeknockt, schaffte es aber ohne weiteres Gegentor in die Pause.

Der erste Konter sitzt

Leipzig kam ballsicherer und bestimmender aus der Halbzeit, Como ließ sich etwas tiefer fallen. Allerdings saß gleich der erste Konter. Spielmacher Nico Paz schickte den mitgelaufenen Diao über die rechte Seite, der Senegalese drosch den Ball aus spitzem Winkel in die lange Ecke. Wenige Minuten später war Vandevoordt nach einem weiteren Konter bereits geschlagen, doch Como-Kapitän Lucas Da Cunha setzte den Ball aus zehn Metern neben das leere Tor.

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Dann war Leipzig plötzlich da. Christopher Nkunku spielte am Strafraum quer, Maksimovic traf sehenswert in den Winkel. Demichelis brachte in Assan Ouédraogo, Tidiam Gomis und Ezechiel Banzuzi gleich drei neue Spieler. Como überließ Leipzig mehr und mehr das Spiel, große Gefahr kam bei Leipzig allerdings nicht mehr auf. Auf der anderen Seite dagegen schon: In der Schlussphase vergab Nico Paz zunächst nach einem Konter (83.), dann bereitete er den Schlusstreffer von Perrone vor. (dpa, bearbeitet von mss)

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