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FC Bayern: Für DfB-Star Jamal Musiala beginnt die Schicksalssaison

Sport

Neustart beim FC Bayern "Bambi ist böse" Von Julian Buhl Aktualisiert am 04.08.2026 - 11:18 UhrLesedauer: 5 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Jamal Musiala arbeitet in München an seinem Comeback für eine Saison, die seine Karriere prägen könnte. Der Nationalspieler durchlebt eine Wandlung. Säbener Straße statt Südkorea heißt es derzeit für Jamal Musiala. Als einer von insgesamt acht Stars des FC Bayern hat Musiala auf die Marketingtour des Rekordmeisters verzichtet und saß nicht mit dem Rest der Mannschaft im Flieger, der am Samstag Richtung Südkorea abhob. Diese Entscheidung fiel in enger Abstimmung mit Chefcoach Vincent Kompany. Stattdessen arbeitet Musiala nun in München an seinem Comeback. Am vergangenen Donnerstag ist er aus seinem Urlaub in die bayerische Landeshauptstadt zurückgekehrt und setzt dort jetzt seine Reha fort – mal wieder. In den vergangenen Tagen war er unter anderem dabei zu beobachten, wie er gemeinsam mit seinem Kumpel Alphonso Davies seine Runden auf dem Rasen drehte. Vom No-Name zur WM: 18-Jähriger schreibt ein Fußballmärchen bei Bayern Er ist der heimliche Gewinner bei Bayern: Kimmichs Erbe wird befördert Neue Machtstruktur bei Bayern: Das steckt hinter der Eberl-Wende Musiala hat das enttäuschende, frühzeitige WM-Aus mit der deutschen Nationalmannschaft und die dadurch ungewollt gewonnene Zeit für einen operativen Eingriff genutzt: Er ließ sich direkt im Anschluss daran eine Metallplatte aus seinem linken Fuß entfernen, die ihm nach seinem komplizierten Unterschenkelbruch im vergangenen Sommer bei der Klub-WM eingesetzt worden war. Musiala will mit Neustart den nächsten Schritt machen t-online kennt die Hintergedanken, die Musiala dabei verfolgte: Da diese Maßnahme so oder so irgendwann notwendig gewesen wäre, wollte er die vorzeitige Sommerpause unbedingt dazu nutzen, sich des Fremdkörpers im Fuß jetzt schon zu entledigen. Um seine Ausfallzeit beim FC Bayern in der Saisonvorbereitung möglichst gering zu halten, nahm der 23-Jährige bewusst in Kauf, dass die OP und die anschließende Schonungsphase in seine Urlaubszeit fielen. Dadurch erhofft sich Musiala, jetzt unbelastet in die neue Saison gehen zu können. Und auch einen Neustart – ohne Altlasten und die irgendwann fällige OP noch im Hinterkopf zu haben. Sein Comeback hat er zwar bereits in der Rückrunde gefeiert, ganz der alte war er nach der schweren Verletzung aber noch nicht. Musiala will in dieser Saison endlich wieder voll angreifen und, wie aus seinem Umfeld zu vernehmen ist, dabei auch den nächsten Schritt in seiner Entwicklung als Führungsspieler bei Bayern machen. Dabei geht es für ihn darum, dem Beispiel Michael Olise zu folgen, der sich in den vergangenen beiden Jahren bei Bayern zu einem absoluten Unterschiedsspieler und mittlerweile sogar zum Ballon-d'Or-Anwärter entwickelt hat. Dann soll Musiala wieder auf dem Platz stehen Die Münchner werden am Samstag aus Hongkong von ihrer Marketingtour durch Asien zurückkommen. Am Montag, wenn das Team dann wieder in München trainieren wird, will auch Musiala wieder dabei sein – zumindest in Teilen des Mannschaftstrainings. Mit Serge Gnabry, Lennart Karl und Ismael Saibari befinden sich auch gleich alle drei Konkurrenten um die Position im zentralen offensiven Mittelfeld nach Blessuren noch in der Reha. Alle drei sollen ebenfalls am Montag wieder mit dem Training einsteigen. Der interne Plan, den Musiala weiterhin sehr eng mit Kompany und dem Ärzteteam abstimmt, sieht vor, dass er am 22. August beim Duell mit Borussia Dortmund um den Franz-Beckenbauer-Supercup erstmals auch wieder zum Kader gehören soll. "Er hat so ein bisschen diese Leichtigkeit verloren" Neben Kompany verbinden auch die Verantwortlichen mit Blick auf die neue Saison große Hoffnungen mit ihm. Sportvorstand Max Eberl macht da keine Ausnahme. Eberl verwies darauf, dass Musiala nach seiner schweren Verletzung noch nicht wieder hundertprozentig zu seiner Form zurückgefunden habe. "Das muss man ganz ehrlich so sagen", sagte Eberl im Rahmen des Tegernsee-Trainingslagers. Musiala habe es aufgrund der an ihn gerichteten Erwartungshaltung – der externen, aber auch der eigenen – nicht einfach gehabt. Spätestens seit Musialas Vertragsverlängerung bis 2030 Anfang des vergangenen Jahres ist die riesig. Mit einem geschätzten Jahresgehalt von 25 Millionen Euro machten die Münchner ihn dabei noch vor Harry Kane (geschätzt 24 Millionen Euro) zum bestbezahlten Bayern-Profi jemals. Warum, begründete Präsident Herbert Hainer im t-online-Interview mit einem größtmöglichen Vergleich: "Er zeigt bereits jetzt, dass unsere Fans eines Tages von ihm schwärmen werden, ähnlich wie von Beckenbauer oder Thomas Müller." Nach einem komplizierten Jahr für Musiala hat Eberl nun beobachtet, dass der Nationalspieler "so ein bisschen diese Leichtigkeit verloren" habe. Ähnlich wie Kompany das in den vergangenen Monaten stets tat, verwies auch Eberl auf Musialas Statistiken, die dennoch "gar nicht so schlecht waren". In 24 Pflichtspieleinsätzen kam Musiala in der Rückrunde häufig noch als Einwechselspieler immerhin schon wieder auf fünf Tore und sechs Assists. Loading... Loading... Loading... "Hoffentlich befreit ihn das" Aber, so Eberl weiter: "Es fehlen diese magischen Momente, die wir von ihm kennen, wo er dann auf einmal im Strafraum drei, vier Leute eben ausgedribbelt hat und dann auch mal einen brillanten Pass gespielt hat oder einen Abschluss hatte." Aber, so Eberl, "das wird wieder kommen, da sind wir einhundert Prozent sicher". "Mit dem Entfernen der Platte ist er jetzt hoffentlich diesen letzten Schritt gegangen und hoffentlich befreit ihn das auch ein Stück weit auch symbolisch", sagte Eberl und formulierte damit eine große Hoffnung der Bayern. Eberl rief "für ihn jetzt eine richtungsweisende Saison" aus. "Da auch wieder so in seinen Rhythmus zu kommen und in die Verfassung, die er vor seiner Verletzung hatte." Die WM habe jetzt nicht unbedingt dazu beigetragen, "dass er jetzt vor Selbstvertrauen strotzt", so Eberl, "aber wir werden ihn hier auffangen, wir werden ihm alles ermöglichen." Symbolszene für Musialas Wandlung: "Bambi ist böse" Musialas Hoffnungen und Träume bei der WM erfüllten sich mit der deutschen Nationalelf nicht und endeten zweifellos mit einer weiteren großen Enttäuschung in seiner Karriere. Dennoch war speziell beim Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay eine gewisse Wandlung und Entwicklung bei Musiala zu beobachten. Nach seiner Einwechslung trat er dabei durchaus als Führungsspieler auf, übernahm im Elfmeterschießen Verantwortung und verwandelte seinen Versuch. Der Eindruck, der bei vielen Zuschauern und Experten aber vor allem hängen blieb, war ein anderer: Er stemmte sich nämlich mit Wut und großem kämpferischem Einsatz gegen das drohende Aus und wehrte sich. Seine Grätsche am gegnerischen Strafraum in der 115. Spielminute gegen Matías Galarza, für die er die gelbe Karte sah, stand symbolisch dafür. Wolff Fuß traf es in seinem Kommentar bei MagentaTV damals auf den Punkt und sagte: "Bambi ist böse." Diesen Spitznamen bekam Musiala in seiner Anfangszeit im Profiteam aufgrund seiner langen, schlaksigen Beine bei Bayern verpasst. Wird Klopp zum Schlüssel bei seinem Neustart? Auch Weltmeister Bastian Schweinsteiger sagte: "So etwas habe ich lange vermisst." Indem Schweinsteiger die Szene als vermeintlich beste von Musiala wertete, schwang durchaus auch Kritik am Rest des Spiels des Nationalspielers mit. Das Gleiche galt für Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der zuletzt die Schonzeit für Musiala öffentlich für beendet erklärte und befand, dass es nach dessen Verletzung ab sofort "keine Ausreden mehr" geben dürfe. Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß verteidigte Musiala im Rahmen des Tegernsee-Trainingslagers vergangene Woche gegen die Kritik von Matthäus und Co. "Diese Dinge helfen ihm nicht weiter und uns auch nicht", sagte der 74-Jährige. "Er wird weiterhin Zeit haben. Aber er muss natürlich seiner Rolle, die er vor seiner Verletzung hatte, gerecht werden." Hoeneß weiter: "Ich hoffe natürlich, dass er zu alter Form zurückfindet." Auch er erhöht damit den Druck etwas. Wie t-online erfuhr, entspricht die vermeintliche Kritik an Musiala aber auch genau dem, was er sich auch selbst für die kommende Saison vorgenommen hat. Der Tenor, der dabei zu vernehmen ist, ist folgender: Es soll keine Ausreden mehr geben und er will auch kein Bambi mehr sein, das geschützt werden muss. Im Gegenteil: Musiala will jetzt ganz bewusst den nächsten Schritt machen, mehr vorangehen und ein zentraler Führungs- und Unterschiedsspieler sein – bei Bayern und auch in der Nationalelf. Auch dort wird es für Musiala mit Jürgen Klopp als Bundestrainer einen Neustart geben. Möglicherweise wird auch der ihm dabei helfen, endlich komplett in seiner Karriere durchzustarten.

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