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FC Bayern: „Pff, ich weiß es nicht“ - der verzweifelte Versuch eines Interviews mit Olise

Sport

Es ist mittlerweile in Journalistenkreisen bekannt, dass Bayern Münchens Michael Olise nicht der einfachste Gesprächspartner ist. Um es diplomatisch zu formulieren. Amtlich ist, dass er auf Interviews in etwa so viel Lust hat wie auf eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt ohne Betäubung.

Diesen Nachweis lieferte er nun nach der Gala des FC Bayern in der Champions League gegen Bodö/Glimt einmal mehr. Die Münchener hatten mit 5:0 (0:0) gewonnen, bei dem Olise zunächst das 4:0 erzielte (83.) und mit einem traumhaften Distanzschuss in den linken Winkel auch noch den Schlusspunkt setzte (90.+2). Die Uefa zeichnet ihn nach dem Spiel zum „Man of the Match“ aus. Ehre, wem Ehre gebührt. Ein kurzes Lächeln; der 24 Jahre alte Franzose ließ das mehr oder minder über sich ergehen.

Olise: „Ja, es war gut. Es war das erste Spiel. Es war unser Heimspiel, wir wollten gewinnen. Am Ende haben wir gewonnen, also sind wir glücklich.“

Stutzky: „Wie einfach ist es, solche Tore zu erzielen? Wir können es dir zeigen. Es sieht brillant aus. Wie fühlt es sich an?“

Olise: „Pff, ich weiß es nicht.“

Stutzky: „Du weißt es nicht? Wirklich? Wie passiert es? Ist es nur von innen oder denkst du darüber nach?“

Olise: „Ich schieße und dann geht er rein – oder er geht nicht rein.“

Stutzky: „Aber wenn es so einfach ist, kann jeder es richtig machen, aber du bist der Einzige.“

Olise: „Ich bin nicht der Einzige, der ein Tor schießen kann.“

Stutzky: „Aber Tore wie das, oder?“ (das 5:0, die Redaktion)

Olise: „Denke ich nicht.“

Stutzky: „Du machst es mir ziemlich schwer, dieses Interview zu führen. Was macht dich glücklich? Was bringt dich zum Lachen?“

Vielleicht war das schon dieser eine Satz zu viel. Olise schaut ihn jedenfalls nur an, sagt aber nichts. Stutzky souffliert in letzter Verzweiflung: „Tore schießen? Zu gewinnen?“

Olise: „Ja.“

Nach 59 Sekunden hat die Einsilbigkeit des Michael Olise ein Ende

Dann hatte das unwürdige Schauspiel ein Ende. Der Reporter hatte alles gegeben, aber er hatte offenbar auch genug von diesem unwilligen Gegenüber. Er entließ Olise, vielleicht erlöste er ihn auch in diesem Moment.

Stutzky: „Hartes Spiel, genieß den Titel.“ („Man of the Match“, die Redaktion) Und weg war Olise. Gestoppte 59 Sekunden waren da gerade mal vergangen.

Stutzky hätte gewarnt sein können, denn Olise inszenierte schon einmal etwas Ähnliches. Als ihn die Bayern Mitte August 2024 für rund 53 Millionen Euro von Crystal Palace verpflichtet hatten und ihn stolz der Öffentlichkeit präsentierten, dauerte das fade Frage-Antwort-Spielchen drei Minuten.

Die „Bild“ zog danach Bilanz und kam auf etwa 100 Wörter, die aus Olises Mund zu hören waren. „Olise dürfte eine der wortkargsten Pressekonferenzen der Bayern-Geschichte gegeben haben“, schrieb das Blatt. Mittendrin hatte der damals neben ihm sitzende Sportvorstand Max Eberl schmunzelnd gesagt: „Da wird nicht viel gesprochen, er kommt direkt auf den Punkt.“ Wenn man es gut mit ihm meint, kann das als Kunstform gesehen werden. Wahrscheinlich aber ist es bloß eine blöde Masche.

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