FC Bayern stellt Strafantrag gegen 1860‑Fans - wegen Schmähbanner
Am Mittwochabend wurde bekannt, dass die Angelegenheit vor Gericht geht. Einem Bericht der Bild zufolge, der sich mit SZ-Informationen deckt, hat die FC Bayern München AG Strafantrag wegen Beleidigung gegen unbekannt gestellt, der Verein bestätigt dies. Bei einem „Tatverdächtigen“, der an der Aktion auf dem Marienplatz beteiligt gewesen sein soll, gab es unlängst eine Hausdurchsuchung. Ja tatsächlich, ohne Schmäh.
Kurz nach der Meisterfeier hatte es so gewirkt, als nähme der deutsche Fußball-Rekordmeister die Sache eher gelassen zur Kenntnis. „Leider können sich unsere Fans nicht revanchieren, denn so schnell wird es bei 1860 keine Meisterschaft zu feiern geben“, hatte FCB-Vereinspräsident Herbert Hainer nonchalant erklärt. SZ-Informationen zufolge spielten sich nun aber Szenen ab, die mehr an einen ernsthaften Kriminalfall erinnern.
Computer und weitere elektronische Geräte werden beschlagnahmt
Nach einem Eilbeschluss des Münchner Amtsgerichts standen vier Kripobeamte vor einigen Tagen vor der Tür des 1860-Fans, untersuchten dessen Wohnung und beschlagnahmten Computer sowie weitere elektronische Geräte, wie der Anwalt des Beschuldigten der Bild mitteilte.
Wie ernst also ist die Sache? Rechtsverteidiger Sebastian Wagner (kein Kicker, sondern Jurist) vertritt regelmäßig Anhänger des TSV 1860 strafrechtlich. Wagner zufolge erfülle die Plakataktion keinen Straftatbestand. „Bei der FC Bayern AG handelt es sich auch nicht um ein beleidigungsfähiges Kollektiv.“
Die Hürden für eine Hausdurchsuchung sind nicht besonders hoch, es reicht ein begründeter Tatverdacht. Und so bekam der beschuldigte Löwenfan Besuch von der Kripo. Seinem Anwalt zufolge sollen die Beamten sehr freundlich gewesen sein und sogar ein Schmunzeln ob des Streiches verloren haben. Der Beschuldigte selbst ließ über seinen Anwalt ausrichten: „Ein Derby dauert 90 Minuten. Vor Gericht würde ich es mit dem FC Bayern aber auch in der Nachspielzeit aufnehmen.“ Am Sonntag trifft der TSV 1860 in der Regionalliga auf die zweite Mannschaft des FC Bayern.