F.C. HANSA BOYKOTTIERT ABSTIMMUNG ZUR REGIONALLIGA
F.C. Hansa boykottiert Abstimmung zur Regionalliga-Reform Der F.C. Hansa Rostock wird an der heutigen Abstimmung zur Reform der Regionalligen nicht teilnehmen. Worum geht es überhaupt? Seit Jahren ringt der deutsche Fußball um eine Lösung für ein strukturelles Problem: Es gibt aktuell fünf Regionalligen als 4. Spielklasse, aber nur vier direkte Aufstiegsplätze in die 3. Liga. Die Folge ist bekannt und sportlich bitter: Meister steigen nicht automatisch auf, sondern müssen sich in komplizierten Zusatzregelungen oder Relegationen beweisen – obwohl sie ihre Liga gewonnen haben. Genau das sollte diese Reform ändern. Ziel ist eine neue Struktur mit vier Regionalligen, in denen die Meister künftig wieder direkt aufsteigen können. Dafür wurden zwei Modelle entwickelt – das sogenannte Regionen-Modell und das Kompass-Modell. Was ist das Kompass-Modell? Das Kompass-Modell sieht vor, die Regionalligen nicht statisch, sondern jedes Jahr neu nach geografischen Kriterien zusammenzusetzen. Ziel: weniger Reisekosten, mehr regionale Nähe, mehr traditionelle Duelle. In der ursprünglichen Planung war dieses Modell für viele Vereine die Grundlage für eine mögliche Reformlösung – mit dem Versprechen von Planungssicherheit und einem fairen sportlichen Rahmen. Was kurz vor der Abstimmung passiert ist Genau hier liegt das Problem. Kurz vor der entscheidenden Abstimmung wurde in den Prozess eingegriffen – und zwar an entscheidenden Stellen: Das Kompass-Modell wurde kurzfristig verändert: Statt der ursprünglich vorgesehenen 20er-Staffeln sollen es nun nur noch 18 Teams pro Liga sein. Damit fallen weitere Plätze weg, in der Übergangssaison wären zusätzliche sportliche Härten die Folge. Gleichzeitig wurden Abstimmungsregeln nachträglich verschärft: Aus einer bundesweiten Mehrheitsentscheidung wird faktisch ein System, in dem jede Region einzeln zustimmen muss – mit Vetomöglichkeiten einzelner Verbände. Damit entsteht ein Verfahren, das sich kurz vor dem Ziel grundlegend verändert – obwohl Vereine über Monate auf Basis anderer Rahmenbedingungen gearbeitet haben. Unser Standpunkt Was als gemeinsamer Reformprozess angekündigt wurde, hat sich kurz vor der Entscheidung in eine Richtung entwickelt, die wir nicht mittragen können. Jahrelang wurde von Transparenz, Dialog und einer echten gemeinsamen Lösung gesprochen. Vereine haben Zeit, Energie und Vertrauen in diesen Prozess gesteckt – in der Erwartung, am Ende über eine faire und belastbare Struktur zu entscheiden. Doch jetzt zeigt sich: Nicht die gemeinsam erarbeiteten Grundlagen zählen, sondern kurzfristig veränderte Spielregeln im entscheidenden Moment. Ein zentrales Modell wird auf den letzten Metern verändert Abstimmungslogiken werden umgestellt Mehrheiten werden faktisch relativiert Das ist kein sauberer Reformprozess mehr. Das ist ein Verfahren, das Vertrauen zerstört. Wir stehen klar für eine Reform der Regionalligen. Wir wollen einen Fußball, in dem Meister wieder sportlich aufsteigen können und der Wettbewerb fair geregelt ist. Aber: Eine Reform kann nur dann legitim sein, wenn sie auf klaren, stabilen und transparenten Grundlagen basiert. Wenn diese Grundlagen kurz vor der Abstimmung verändert werden, wird aus Reformpolitik ein Machtspiel – und genau das machen wir nicht mit. Solange kurz vor der Entscheidung an den Grundregeln geschraubt wird und der Eindruck entsteht, dass Verfahren und Mehrheiten nachträglich angepasst werden, werden wir an dieser Abstimmung nicht teilnehmen. Wir wollen Veränderung im deutschen Fußball. Aber nicht auf einem Weg, bei dem Entscheidungen im letzten Moment umgebaut und damit Vertrauen verspielt wird. Reformen müssen von den Vereinen getragen werden – nicht gegen sie!