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Fehmarn: Putin verlegt Kriegsschiff in die Ostsee - „Russland hat das Recht, feindliche Schiffe anzugreifen“

Welt

Audioplayer wird geladen Anzeige Die russische Marine hat ein zweites Kriegsschiff ihrer Nordflotte in die Ostsee verlegt. Wie die „Kieler Nachrichten“ berichten, traf die Lenkwaffenfregatte „Admiral Kasatonow“ vergangene Woche zusammen mit einem Tanker vor Fehmarn ein. Die 2020 in Dienst gestellte Fregatte der Admiral-Gorschkow-Klasse gilt als eines der modernsten Kampfschiffe der russischen Marine. Nach russischen Angaben kann sie Marschflugkörper vom Typ Kalibr sowie Hyperschallraketen vom Typ Zirkon einsetzen; im Vorschiff sind den „Kieler Nachrichten“ zufolge 32 Startschächte dafür untergebracht. Das Schiff ist demnach 135 Meter lang und verdrängt 4500 Tonnen. Zuletzt sicherte und eskortierte die „Admiral Kasatonow“ russische Frachter im Mittelmeer und im Ärmelkanal. Offizielle Angaben aus Moskau zu den Gründen der Verlegung gibt es bislang nicht. Anzeige Lesen Sie auch Ende Juli hatte Russland bereits den Zerstörer „Admiral Lewschenko“ aus der Nordflotte in die Ostsee geschickt. Das Schiff der sowjetischen Udaloy-Klasse ist seit 1988 im Dienst und mehr als 160 Meter lang; es wurde nach Angaben von „Bild“ ursprünglich für die U-Boot-Jagd entwickelt und verfügt über Flugabwehrsysteme, Torpedos, Bordgeschütze und -hubschrauber. Russland setzt dem Bericht zufolge seit Monaten verstärkt Kriegsschiffe ein, um Tanker und Frachter der Schattenflotte zu begleiten. Die Verlegung der Fregatte fiel zeitlich zusammen mit neuen Drohungen des russischen Präsidenten an die EU und die Nato. Nach dem Festsetzen mehrerer Schiffe seiner sogenannten Schattenflotte warnte Wladimir Putin den Westen vor „spiegelbildlichen Maßnahmen“. Es gehe nicht nur um Gewässer, in denen russische Schiffe überfallen würden, „sondern dort, wo wir es für notwendig und zielgerichtet erachten“, sagte er. Er trat in Uniform auf einem Kriegsschiff bei einem Manöver der Pazifikflotte vor der Insel Sachalin auf. Moskau reagiere damit auf das Vorgehen der Europäischen Union. Anzeige Die Festsetzung seiner Schiffe ärgert Russland schon lange. Moskau spricht von Piraterie und hat auch schon wiederholt damit gedroht, seine Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelsschiffe einzusetzen. Lesen Sie auch Angriffe auch außerhalb des Schwarzen Meeres Der russische Ex-Präsident und jetzige Vizechef des nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, wurde noch konkreter. „Russland hat das Recht, jedes Handelsschiff feindlicher Staaten anzugreifen, die sich sowohl in unseren als auch in neutralen Gewässern befinden, wenn es ausreichenden Verdacht gibt, dass es Fracht im Interesse des Gegners transportiert“, schrieb Medwedew in seinem Telegram-Kanal. Mit Gegner dürfte er die Ukraine meinen. Das betreffe jede Fracht und jedes Schiff auch außerhalb des Schwarzen Meeres. Lesen Sie auch Russland führt seit fast viereinhalb Jahren Krieg gegen den Nachbarn Ukraine und wurde deswegen von der EU und anderen Staaten mit Sanktionen belegt. Mehrere westliche Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich und Schweden, setzten bereits für Russland fahrende Öltanker wegen des Verdachts der Sanktionsumgehung kurzzeitig fest. So soll etwa Russlands Ölverkauf unterbunden werden, der wichtig für die Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine ist. Auch für andere Bereiche der russischen Schifffahrt gelten Sanktionen. Der für Schifffahrt zuständige Kreml-Beauftragte Nikolai Patruschew sprach im Februar von „piratenähnlichen Angriffen“ westlicher Staaten auf den Seehandel seines Landes. Moskau erwartet demnach künftig noch mehr Versuche, russische Öltanker und andere Handelsschiffe festzusetzen. „Wir denken, dass wie zu allen Zeiten die Kriegsflotte die beste Garantie für die Sicherheit der Schifffahrt ist“, sagte er. Russland müsse weiter sein Öl, sein Getreide, seinen Dünger verschiffen können, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Der maritime Sicherheitsexperte Moritz Brake warnte in „Bild“ davor, Putins Drohungen als bloße Rhetorik abzutun: „Strategisch versucht Moskau damit vor allem, Unsicherheit zu erzeugen und die Kosten westlicher Maßnahmen gegen seine Schattenflotte zu erhöhen.“ Europa dürfe nicht den Eindruck vermitteln, „dass solche Drohungen hingenommen werden – erst recht, wenn ihnen Taten folgen sollten“. rct

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