Fehmarnsundbrücke: Bahn kündigt enorme Kostensteigerung an
Stand: 17.09.2026 12:57 Uhr
Die Kosten für die Fehmarnsundbrücke sind erneut gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden für die Sanierung nun 170 Millionen Euro fällig. Außerdem soll die Baustelle länger bestehen bleiben.
von Hauke von Hallern
Vor sechs Jahren war noch von 30 Millionen Euro die Rede, dann stiegen die Kosten auf 91 Millionen - jetzt geht die Deutsche Bahn von satten 170 Millionen Euro aus. Der Grund: Alle fünf Jahre wird das Bauwerk standardmäßig geprüft - dabei kam bereits im vergangenen Jahr heraus: Die Betonpfeiler sind laut Bahn nicht so stabil wie gedacht.
Für Autofahrende bedeutet das: Die Baustelle bleibt zwei Jahre länger als geplant: bis mindestens 2030. Seit 2020 wird die knapp einen Kilometer lange Brücke bereits saniert.
Fehmarnsundquerung: Kostspielige Bauarbeiten
"In den 60er-Jahren beim Bau der Brücke wurde mit viel Beton und wenig Stahl gebaut. Das war damals so üblich", erklärt Bahnsprecher Peter Mantik. Jetzt sei der Beton bröselig und müsse erneuert werden. Einfach sei das allerdings nicht, erklärt Mantik.
Das Problem: Tonnen von Beton müssen durch ein 60 mal 60 Zentimeter breites Loch in die Pfeiler. Industriekletterer müssen den Beton laut Mantik per Hand mit Eimern in das Bauwerk schütten. "Dafür wird der Beton direkt auf der Brücke angemischt", so Mantik. Das koste viel Zeit und damit Geld.
Streit um künftige Verantwortung für die Brücke
Mit der Eröffnung der festen Fehmarnbeltquerung wird der Hauptverkehr am Fehmarnsund von der alten Brücke in den neuen Tunnel verlagert. Der sogenannte Kleiderbügel bleibt jedoch als Wahrzeichen erhalten - für Fußgänger, Radfahrer und Trecker. Bezahlen müsste den Unterhalt dann aber - juristisch korrekt - nicht mehr Bahn und Bund, sondern der Kreis Ostholstein.
Kosten und künftige Sanierungen: Kreis wehrt sich
Vor diesem Hintergrund weist Landrat Timo Gaarz auf die seiner Meinung nach erheblichen finanziellen Risiken hin: Es werde noch einmal deutlich, warum sich der Kreis entschieden dagegen wehre. "Es geht nicht nur um die laufende Unterhaltung, sondern auch um künftige Sanierungen und Investitionen in einer Größenordnung, die für einen Kreis nicht kalkulierbar und auf Dauer nicht tragbar sind."