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"Feige Schweine!" Friedhelm Funkel enthüllt "die schlimmste Entlassung meines Lebens"

Sport

Funkel hatte die Fortuna im März 2016 in akuten Abstiegsnöten übernommen und den Klassenerhalt in der 2. Liga geschafft. Anschließend führte die Trainer-Legende den Traditionsklub als Zweitliga-Meister zurück in die Bundesliga, wo die Fortuna in ihrem ersten Jahr mit Spielern wie Dodi Lukebakio, Kevin Stöger, Benito Raman oder Kaan Ayhan groß aufspielte und sogar Platz zehn erreichte.

Das zweite Bundesligajahr gestaltete sich dann nach prominenten Abgängen deutlich komplizierter. Die Fortuna überwinterte auf Platz 16 und stürzte nach Niederlagen gegen Werder Bremen und Bayer Leverkusen auf Platz 18 ab. Es folgte "die schlimmste Entlassung meines Lebens", wie Funkel nun gegenüber 11Freunde verriet: "Weil ich sie nicht erwartet habe und sie noch heute für völlig unnötig halte. Und weil ich sie einfach nicht verstehen konnte."

Funkel war tags zuvor zum Trainer des Jahres der Stadt Düsseldorf gewählt worden und habe nach eigenen Angaben "null Gedanken daran verschwendet, dass ich freigestellt werde", schließlich seien noch 15 Spiele zu spielen gewesen: "Wir haben eine sehr erfolgreiche Zeit gehabt, alles stimmte. Ich war fest davon überzeugt, wir schaffen den Klassenerhalt."

Funkel wirft mit Stühlen und beleidigt Fortuna-Vorstand

Doch am Morgen nach seiner Auszeichnung ahnte er schon Böses. "Was mich stutzig gemacht hat, war, dass niemand vom Vorstand da war. Am nächsten Morgen hat Lutz Pfannenstiel [damaliger Sportvorstand, Anm. d. Red.] schon fünfmal versucht gehabt, mich zu erreichen. Dann bin ich ins Auto und auf den Parkplatz und dann stand da ein Mitarbeiter von der Geschäftsstelle und sagte: 'Friedhelm, du möchtest mal bitte hoch zum Vorstand kommen, die wollen mit dir ein Gespräch führen. Und da wusste ich Bescheid."

Funkel sei schon hoch emotional in das Gespräch gegangen und fragte die anwesenden Pfannenstiel und den damaligen Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer direkt: "Wollt Ihr mich entlassen?" Schäfer habe daraufhin geschwiegen, weil er nach Meinung von Funkel "nicht den Mut gehabt hat, es zu sagen". Pfannenstiel bestätigte daraufhin die Freistellung Funkels. Nach einem kurzen Moment der Stille sei Funkel dann aufgestanden und habe den Stuhl umgeschmissen. "Ihr seid feige Schweine", soll Funkel nach eigenen Angaben gebrüllt haben und aus dem Raum gestürmt sein.

Für Funkel übernahm letztlich Uwe Rösler, der zwar von den 15 verbleibenden Ligaspielen nur vier Spiele verlor - darunter einmal knapp gegen den BVB und einmal gegen den FC Bayern - allerdings auch nur zwei Siege einfahren konnte.

Die sechs Unentschieden reichten am Ende nicht zum Klassenerhalt, zumal am letzten Spieltag bei Union Berlin ein Offenbarungseid folgte und das Endspiel um Platz 16 mit 0:3 in die Binsen ging. Weil zeitgleich Werder Bremen mit 6:1 über den 1. FC Köln hinwegfegte, schoben sich die Hanseaten am letzten Spieltag an der Fortuna vorbei auf Platz 16 und retteten sich in der Relegation dank der Auswärtstorregel gegen den 1. FC Heidenheim.

Friedhelm Funkels folgenschwerer Wortbruch: Zweimaliger Retter des 1. FC Köln

Währenddessen habe Funkel sechs bis acht Wochen gebraucht, um seine Entlassung zu verdauen und sei anschließend zu dem Ergebnis gekommen, so nicht seine TrainerKarriere beenden zu wollen. Denn brisanterweise hatte er zuvor betont, nie wieder für einen anderen Verein als Trainer arbeiten zu wollen. Das wiederholte er auch noch einmal nach seiner Entlassung. "Ich habe immer gesagt, nach Fortuna ist für mich Schluss als Trainer. Jetzt sage ich nichts anderes. Meine Trainerkarriere ist beendet", sagte Funkel damals.

Doch wie er jetzt verriet habe er schon wenige Monate nach dem Ende seiner Fortuna-Ära für sich beschlossen: "So kannst du nicht aufhören, obwohl ich ja gesagt hatte, ich trainiere keine andere Mannschaft mehr als Fortuna Düsseldorf."

Ein Jahr später folgte dann das Sakrileg schlechthin, das bis heute in der Düsseldorfer Fanszene nachhallt: Funkel ging als Feuerwehrmann zum 1. FC Köln und bewahrte ausgerechnet den rheinischen Rivalen vor dem Abstieg in der Relegation gegen Holstein Kiel.

Es sollte nicht sein letzter Coup für die Geißböcke sein: Nachdem er auch den 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2023/24 vor dem Abstieg rettete und die Roten Teufel sogar ins Pokalfinale führte, kehrte er noch einmal in die Domstadt zurück.

Als der Effzeh 2025 drohte, den Aufstieg auf der Zielgeraden der Saison zu verspielen, kam Funkel erneut, sah und siegte. Mit zwei Siegen aus den letzten beiden Spielen schaffte er mit dem Effzeh die avisierte Bundesliga-Rückkehr. Danach wollte er eigentlich Trainer bleiben, doch die Kölner Führungsetage hatte andere Pläne und engagierte Lukas Kwasniok als neuen Chefcoach.

Wollte Fortuna Düsseldorf Friedhelm Funkel nochmal zurückholen?

"Ich war wirklich bereit, weiterzumachen, weil ich den 1. FC Köln das dritte Mal trainiert habe und der 1. FC Köln ein besonderer Verein ist", sagte Funkel damals im Sport1-Doppelpass. Jedoch habe er "gespürt, am Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, dass - und das ist auch völlig in Ordnung - so mancher andere Vorstellungen hatte und in dem Gremium, die das letztendlich entscheiden". Also folgte letztendlich seine Absage, woraufhin der Effzeh Kwasniok holte.

Mittlerweile ist Funkel 72, seine Trainerkarriere hat er noch nicht erneut für beendet erklärt. Vor wenigen Monaten kokettierte er sogar noch einmal mit einer Rückkehr zur Fortuna, um diese vor dem Absturz in die Drittklassigkeit zu retten. Die damalige sportliche Führung um Sven Mislintat votierte jedoch gegen Funkel und für Alexander Ende als Nachfolger des chronisch erfolglosen und ungeliebten Markus Anfang. Eine womöglich fatale Entscheidung.

Die Fortuna musste erstmals nach 17 Jahren wieder den bitteren Gang in die Drittklassigkeit antreten. Am letzten Spieltag leistete sich Endes Mannschaft bei Greuther Fürth nach zwei starken Heimsiegen gegen Aufsteiger Elversberg und Dynamo Dresden einen Total-Blackout, verlor mit 0:3 und stieg dramatisch ab. Der Saisonstart in der 3. Liga verlief derweil durchwachsen, wenngleich die Formkurve zuletzt klar nach oben zeigte. Von den letzten fünf Ligaspielen gewann die Fortuna drei - darunter das Derby gegen den ungeschlagenen MSV Duisburg - und verlor nur eines.

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