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Felix Neureuther: Was er und seine Frau niemals machen würden

Sport

Kinder vor den Fernseher setzen, um selbst mal Ruhe zu haben? Davon hält Felix Neureuther gar nichts. Im Interview sagt er, welches Programm er sich dennoch im TV wünschen würde.

Ein Interview

von Patricia Kämpf

Wegen einer Wirbelversteifung musste Felix Neureuther (42) am vergangenen Wochenende eine Veranstaltung im Schwarzwald absagen. Sein Vater Christian gab dort auf dem roten Teppich ein Gesundheits-Update. Nur ein paar Tage später jedoch, am Mittwochabend, tauchte der 42-Jährige dann bei der Verleihung des "Blauen Panthers" in München auf.

Zum fünften Mal ist dort der TV- und Streaming-Award für Fernsehproduktionen sowie Internet- und Social-Media-Formate über die Bühne gegangen. Neureuther übergab die Auszeichnung an die Kameramänner und Produzenten der BR-Doku über ehrenamtliche Bergretter, "In höchster Not – Bergretter im Einsatz".

Zeit also für ein weiteres Gesundheits-Update vom Patienten selbst – direkt vom (in diesem Fall) blauen Teppich.

Herr Neureuther, ich habe gar nicht damit gerechnet, dass Sie zum "Blauen Panther" kommen.

Felix Neureuther: Ich auch nicht. Ich habe ein bisschen Rücken, aber das vergeht hoffentlich auch wieder.

Alles schon wieder gut?

Es geht. (lacht)

Aber reicht für den blauen Teppich?

Ja, das reicht.

Was würden Sie denn im deutschen Fernsehen verändern, wenn Sie könnten?

Mehr Wissen und mehr Bewegung vermitteln. Dinge wie Sport, Musik und Kunst. Kreativität brauchen unsere Kinder heutzutage, gerade in Zeiten der KI, wo uns so vieles abgenommen wird. Ich glaube, diese Themen sind extrem wichtig, sie sollten gefördert werden. Kinder sollten gebildet werden. Weniger Trash-TV und mehr Bildungs-TV!

Schauen Sie Trash-TV?

Nein, gar nicht. 0,0.

Ist KI bei Ihnen daheim ein Thema?

Wir haben vier kleine Kinder zu Hause. Wir versuchen, sie möglichst so zu erziehen, dass sie nicht zu viel Zeit vor den Bildschirmen verbringen. Und ich hoffe, das gelingt uns weiterhin.

Wie gelingt Ihnen das?

Indem man den Kindern die Dinge vorlebt. Wir schauen sehr wenig Fernsehen zu Hause. Sport schauen wir – Fußball, Skifahren, alles querbeet. Und wenn die Kinder im Bett sind, schauen meine Frau und ich auch mal gerne einen "Tatort". Aber ansonsten halten wir das relativ weit weg von den Kindern. Aber auch ganz unbewusst, weil wir das selber auch nicht machen. Ich glaube, das wäre ein falsches Signal an die Kinder: Um sie still oder ruhig zu bekommen, nur weil man selber mal Ruhe braucht, dass man sie vor den Fernseher oder vor ein Smartphone oder Tablet setzt. Das machen wir nicht.

Dennoch ist KI ja ein großes Thema. Haben Sie Angst davor, dass KI Fernsehen irgendwann komplett übernimmt?

Das ist eine große Frage. Ich glaube, Fernsehen im Allgemeinen wird nie übernommen werden. Weil Live-Erlebnisse und Live-Sport Menschen unheimlich emotionalisiert. Und das wird nie verloren gehen. Ganz im Gegenteil, das wird, glaube ich, noch viel, viel wichtiger werden.

Wie könnte man das stärker an junge Menschen heranbringen?

Indem man mehr Sport überträgt.

Aber es gibt ja schon viele Übertragungen, im Wintersport zum Beispiel.

Klar, der Winter ist natürlich toll, absolut! Aber ich glaube, dieses Live-ige, Live-Sport zu übertragen, ist ganz, ganz entscheidend. Das ist das, wonach sich die Menschen immer weiter sehnen: reale Emotionen in Echtzeit erleben zu können. Sonst bist du in den sozialen Medien, du klickst dich durch ein paar Videos. Du kannst irgendwelche krassen Dinge sehen, aber das ist halt nicht live. Und Live-Sport, wenn du den in Echtzeit sehen kannst, das hat schon eine große Kraft.

Gibt es Sportarten, die Ihrer Meinung nach fehlen, die gezeigt werden sollten?

Da gäbe es schon vieles. Aber alles in allem: Ich liebe es, Fußball zu schauen, ich liebe es, Wintersport zu schauen, ich liebe es, Leichtathletik zu schauen. Das sind nun mal die großen Sportarten. Turnen würde ich mir ehrlich gesagt mehr wünschen, das sollte öfter gezeigt werden, denn das ist die Grundbasis einer Bewegung, und die sollten Kinder viel, viel mehr mitbekommen. Dass sie lernen, wie man einen Purzelbaum macht, wie man ein Körpergefühl entwickelt. Das würde ich mir wünschen, dass das mehr übertragen wird.

Sie würden sich demnach auch wünschen, dass MünchenOlympia austrägt?

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Unbedingt! Olympia wäre ein riesengroßes Zeichen, Kindern und Jugendlichen ein Ziel zu geben, Vorbilder im Land zu kreieren und damit viele, viele Menschen zu inspirieren.

Über den Gesprächspartner

Felix Neureuther wurde 1984 in Garmisch-Partenkirchen geboren und ist ein ehemaliger Skirennläufer. Seine Eltern sind Rosi Mittermaier, die 2023 gestorben ist, und Christian Neureuther. Felix Neureuther arbeitet seit dem Ende seiner Karriere 2019 als TV-Experte. Er ist mit der ehemaligen Biathletin Miriam Neureuther verheiratet, die beiden haben vier Kinder.

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