Felssturz an der Loreley
Etwa um 8 Uhr am Montagmorgen waren vom Loreley-Felsen mehrere große Steinbrocken in Größe von Schuhkartons und Bierkisten auf die B42 gefallen. Fahrzeuge wurden dabei nicht getroffen. Die Straße musste aber voll gesperrt werden.
B42 wahrscheinlich bis Mittwochmorgen gesperrt
Die Sperrung wird laut Polizei voraussichtlich noch bis zum frühen Mittwochmorgen bestehen bleiben. Am Dienstag sollen sich Experten von oben abseilen, den Felsen abklopfen und nach losem Gestein suchen. Bis auf Weiteres wird der Verkehr umgeleitet. Betroffen ist damit auch der Busersatzverkehr, der seit der Generalsanierung der rechtsrheinischen Bahnstrecke läuft.
Umleitung trifft Schüler und Pendler - kein Ausweichen auf Bahn möglich
Die großräumige Umleitung geht über die B274 und die B260, durch den Taunus in Richtung Hessen. Der Leiter der Straßenmeisterei Bad Ems, Carsten Müller, sagte dem SWR: "Uns ist bewusst, dass es da eine sehr große Umleitung gibt, die natürlich auch für den Schulbusverkehr, für den Schienenersatzverkehr oder auch für die Pendler eine erhebliche Belastung bedeutet. Deswegen ist unser Ansinnen, möglichst schnell hier in die halbseitige Sperrung reinzukommen, um den Verkehr auf der B42 wieder laufen zu lassen, gerade weil uns die Bahnstrecke im Moment fehlt."
Felsbruch an der Loreley ohne besondere Vorzeichen
Geologen haben sich den Hang von unten angeschaut und auch mit Drohnen gefilmt und ihn vermessen. Der Leiter der Straßenmeisterei in Bad Ems Carsten Müller sagte dem SWR, noch stehe die Ursache für den Felssturz nicht fest. Seinen Angaben zufolge waren die Geologen selbst überrascht über den Felsbruch.
Auch sei keine typische Felsbruch-Saison mit Frost-Tau-Wechsel. Es habe kein größeres Regen- oder Sturmereignis gegeben. "Das macht das Ganze ein bisschen besonders gefährlich, weil die Loreley sich plötzlich bewegt hat, ohne dass wir sagen können, es gab ein besonders prägnantes Ereignis von außen", so Müller.
Der Hang muss in den kommenden Tagen mit einem Fangnetz gesichert werden. Ziel sei es, die Vollsperrung der Bundesstraße so schnell wie möglich aufheben zu können, so die Verantwortlichen.
Loreley-Felsen wird mit alten Aufnahmen verglichen
Das Landesamt für Geologie teilte mit, dass sie 2021 bei dem Felssturz in Kestert auch den Loreley-Felsen mit angeschaut hatten. Nun wollen sie die Aufnahmen von damals mit heute vergleichen. Vor fünf Jahren kamen Drohnen mit Kameras und Lasertechnik zum Einsatz.