Feneberg-Entscheidung gefallen! Rewe und Allgäuer Investorengruppe sollen bei Supermarkt-Kette einsteigen
Nach langem Warten zeichnet sich jetzt eine Lösung ab: Der Handelsriese Rewe will die Hälfte der etwa 70 Feneberg-Filialen sowie die Landbäckerei Sinz übernehmen. Die andere Hälfte soll an die LEH Allgäu gehen, eine Investorengruppe aus der Region. Sie will die Läden unter der Marke Feneberg weiterbetreiben. Unter der Führung der LEH Allgäu soll künftig auch die Kemptener Zentrale der Supermarkt-Kette betrieben werden. Rewe und die LEH Allgäu müssen den Gläubigern nun ihr Angebot zur Übernahme der Märkte vorlegen. Eine Zustimmung gilt laut Insidern als sehr wahrscheinlich. „Die wichtigste Nachricht für die Mitarbeitenden bei Feneberg ist, dass die Arbeitsplätze in den Märkten und die überwiegende Zahl der Arbeitsplätze in der Zentrale in Kempten erhalten bleiben - alle Märkte sollen übernommen werden“, sagte Jochen Sedlitz von der Kanzlei Grub Brugger, die Feneberg in der Insolvenz begleitet. Handelsriese und Investorengruppe LEH Allgäu sollen bei Feneberg einsteigen Große Freude herrschte am Dienstagabend auch bei der Familie Feneberg: Man freue sich sehr, dass es nun weitergeht und auch die Feneberg-Bioschiene „Von Hier“ eine Zukunft habe, sagte Geschäftsführerin Amelie Feneberg. „Unser Dank gilt allen Mitarbeitenden, die in den vergangenen Monaten mit großem Engagement dazu beigetragen haben, diesen Schritt möglich zu machen.“ Amelie Feneberg wird Teil der Geschäftsführung der LEH Allgäu GmbH sein. Einzelhandel im Allgäu Feneberg in Schwierigkeiten: Eine Chronologie der Ereignisse Sascha Borowski Icon Favorit Icon Favorit speichern Deren geschäftsführender Gesellschafter Alexander Pade sagte am Dienstagabend: Ein wichtiger Schritt sei getan, „um die Zukunft der Feneberg-Standorte im Allgäu und in Süddeutschland zu sichern“. Und Rewe-Vorstand Peter Malys versprach: „Für die Mitarbeitenden der künftig von der Rewe-Group betriebenen Märkte ist vorgesehen, dass ihre bestehenden Arbeitsverträge unverändert fortgelten.“ Entscheidend sei, „dass wir den Geschäftsbetrieb in den Märkten stabil halten und den Übergang jetzt so organisieren, dass Kundinnen und Kunden weiterhin verlässlich versorgt werden“, betonte Stephan Leibold, Sanierungsgeschäftsfür4her bei der Feneberg Lebensmittel GmbH. Feneberg-Tankstellen gehen an ein Mineralöl-Unternehmen Um das jetzige Konzept in die Tat umzusetzen, muss ein Insolvenzplan beim Kemptener Amtsgericht eingereicht werden. Falls es den Plan befürwortet, wird eine Gläubigerversammlung einberufen, die ebenfalls zustimmen muss. Auch das Bundeskartellamt muss grünes Licht geben. Über die Summe, die beide Investoren in die Übernahme investieren wollen, gab es am Dienstagabend keine Informationen. Auch die Frage, welche Filialen unter welcher Regie laufen werden, blieb offen. Die Beschäftigten waren noch am Abend über die aktuelle Entwicklung informiert worden. Die Feneberg-Tankstellen soll künftig ein Mineralöl-Unternehmen betreiben. Rewe steigt bei Feneberg ein – Allgäuer Supermarkt-Kette drücken Schulden Seit Monaten war über die Zukunft des Allgäuer Traditionsunternehmens Feneberg spekuliert worden. Die Supermarkt-Kette mit etwa 70 Filialen drücken Schulden von rund 200 Millionen Euro, davon entfallen allein 100 Millionen auf die Pensionsrückstellungen für ausgeschiedene Mitarbeiter. Der Kooperationspartner Edeka und die Sparkasse sind nach Informationen unserer Redaktion weitere große Gläubiger. Im Januar hatte ein sogenanntes Schutzschirm-Verfahren bei Feneberg begonnen, im April folgte dann das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die Personalkosten mussten nun wieder selbst getragen werden, nachdem im Schutzschirm-Verfahren die Arbeitsagentur dafür aufgekommen war. Der Betrieb bei Feneberg ist ungeachtet der aktuellen Entwicklungen stets in vollem Umfang weitergelaufen. Bieterschlacht um Feneberg: Rewe sticht Edeka aus Die Spekulationen um mögliche Investoren verdichteten sich schnell auf zwei Namen. Seit Längerem war klar, dass die Handelsriesen Edeka und Rewe die Favoriten für einen Einstieg bei Feneberg sind. Beide hatten großes Interesse an der Allgäuer Kette und sich in den vergangenen Wochen offenbar gegenseitig überboten. Edeka und Rewe hatten ganz unterschiedliche Ausgangspositionen: „Für Edeka als Kooperationspartner ist es quasi ein Heimspiel. Deshalb wird sich der Konzern von einem Mitbewerber wie Rewe im Allgäu nicht überflügeln lassen wollen“, sagte ein Branchenkenner vor einigen Wochen gegenüber unserer Redaktion. Umgekehrt eröffne sich für Rewe die Chance, durch den Kauf von Feneberg die Präsenz im Allgäu massiv zu erhöhen und in der Region künftig eine sehr starke Position einzunehmen. Nun ist klar, dass Rewe künftig im Allgäu eine sehr starke Rolle spielen wird.