Festnahme nach möglichem Anschlagsplan auf Premier Tusk
Das Innenministerium in Warschau hatte zuvor ein Krisentreffen mit Vertretern der Geheimdienste einberufen, nachdem Polens Polizei Hinweise auf ein geplantes Attentat gegen Tusk sowie Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erhalten hatte. Details waren zunächst nicht bekannt geworden.
Die zuständigen Stellen hätten die Wahrscheinlichkeit, dass die Anschlagsdrohungen wahr gemacht würden, als sehr hoch eingeschätzt worden, sagte der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzyński, laut Nachrichtenagentur PAP. „Wir nehmen das todernst.“
Regierungssprecher Adam Szłapka sagte dem Sender TVN24, Tusk sei am frühen Sonntagmorgen über die Erkenntnisse informiert worden. „Dieses Signal war wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit.“ Der Regierungschef arbeite derzeit normal weiter.
Das EU- und Nato-Land Polen ist ein wichtiger westlicher Verbündeter der von Russland angegriffenen Ukraine. Es fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet deshalb massiv auf.
Tipp soll beim Personenschutz der Regierung eingegangen sein
Die Information über den geplanten Anschlag soll nach Berichten polnischer Medien zunächst per Mail beim Staatsschutzdienst (SOP) eingegangen sein, der für den Personen- und Gebäudeschutz der Regierung und des Präsidenten zuständig ist. Dieser Dienst habe die Polizei informiert.
Wie der Sender TVN24 berichtete, soll aus dem Bericht der Sicherheitsdienste hervorgehen, dass der Hinweisgeber über soziale Medien Kontakt mit einer radikalen Organisation aufgenommen habe, die Freiwillige für ein Attentat mit Schusswaffen gesucht habe. Der Hinweisgeber habe sich daraufhin mit einem Mann getroffen, mit dem er über Waffen, Hass auf die Regierung und geplanten Massenmord gesprochen habe.
Wie die Tageszeitung Rzeczpospolita schrieb, soll der Autor der Mail an den Wachschutz nicht der potenzielle Attentäter selbst gewesen sein, kannte aber dessen Pläne.