Fettleber: Vierfach erhöhtes Sterberisiko durch Herzerkrankungen
Die nichtalkoholische Fettleber (MASLD) ist weit mehr als ein Leberproblem – sie gilt zunehmend als Warnsignal für das Herz. Weltweit sind schätzungsweise 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung betroffen. Neue Studien zeigen nun, wie eng die Verbindung zwischen Fettleber und schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen tatsächlich ist. Vierfach erhöhtes Sterberisiko Besonders alarmierend sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie in Diabetes Research and Clinical Practice. Forscher analysierten Daten von über 10.000 Teilnehmern der NHANES-Erhebung. Ihr Befund: Patienten mit MASLD und frühen Stadien des kardiometabolischen Syndroms (CKM) haben ein vierfach erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Fortschritte in der Plasma-Proteomik ermöglichen es, kardiovaskuläre Risiken bei Patienten mit stoffwechselbedingter Fettleber bis zu 16 Jahre im Voraus zu erkennen. Die Leber wird damit zum Frühindikator für die systemische Gefäßgesundheit. Screening: Der Blick auf Diabetes reicht nicht Viele Fettleber-Patienten bleiben unentdeckt, weil die Screening-Strategien zu eng gefasst sind. Die San Diego Liver Study aus dem Juni 2026 zeigt: Ein Screening, das nur auf Diabetes als Risikofaktor setzt, erkennt lediglich 40,5 Prozent der MASLD-Fälle. Weitet man den Fokus auf alle Personen mit mindestens einem kardiometabolischen Risikofaktor aus – etwa Bluthochdruck oder erhöhte Triglyceride –, steigt die Erkennungsrate auf 93,9 Prozent. In der untersuchten Kohorte hatten 52 Prozent der Teilnehmer eine Fettleber, sieben Prozent bereits eine fortgeschrittene Fibrose. Besonders starke Indikatoren: Hypertriglyzeridämie und Hypertonie. Anzeige Wer sich mit kardiometabolischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck befasst, findet in diesem Spezialreport von Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid wertvolle Unterstützung. Der renommierte Experte zeigt, wie Sie Ihre Werte auf natürlichem Weg regulieren und so Ihr Herzinfarktrisiko minimieren können. 7 Tipps zur natürlichen Blutdrucksenkung jetzt kostenlos herunterladen Frauen und Rheuma-Patienten besonders gefährdet Auch spezifische Patientengruppen rücken in den Fokus. Eine im Lancet Obstetrics, Gynaecology, & Women's Health veröffentlichte Studie zeigt: Frauen mit polyendokrinem metabolischem Ovarialsyndrom (PMOS) haben ein deutlich erhöhtes Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen – unabhängig von klassischen Risikofaktoren. Bei Rheuma-Patienten unterschätzen gängige Bewertungssysteme wie der PREVENT-Score das Herzrisiko oft. Die neue S3-Leitlinie von 2026 empfiehlt deshalb eine regelmäßige Risikoabschätzung: alle fünf Jahre, bei Hochrisikopatienten jährlich. Die Einbeziehung des HbA1c-Werts könnte die Treffsicherheit zusätzlich erhöhen. Lebensstil als wirksamste Medizin Die Therapie der Fettleber basiert in erster Linie auf Lebensstiländerung. Bereits ein Gewichtsverlust von zehn Prozent senkt das Leberfett signifikant. Unterstützend wirken ein moderates Kaloriendefizit und 150 bis 200 Minuten Bewegung pro Woche. Anzeige Eine gezielte Ernährungsumstellung ist oft der wichtigste Schlüssel, um stoffwechselbedingte Risiken ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Dieser kostenlose Ratgeber stellt sieben Rezepte vor, die zeigen, wie eine gesundheitsfördernde Ernährung ohne Verzicht auf Genuss im Alltag gelingt. Kostenlosen Spezialreport mit 7 Rezepten anfordern Eine internationale Langzeitstudie mit über 350.000 Teilnehmern bringt zudem Kaffee ins Spiel: Regelmäßiger Konsum – auch entkoffeiniert – senkt das Risiko für Zirrhose, Leberkrebs und leberbedingte Todesfälle. Drei bis vier Tassen täglich zeigen die stärksten Effekte. Die American Heart Association bestätigt: Bis zu 400 mg Koffein pro Tag sind sicher und mit einem geringeren Risiko für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle verbunden. Vorsicht gilt dagegen bei Energydrinks: Das konzentrierte Koffein in Kombination mit Zucker und Taurin kann den Blutdruck erhöhen und Herzrhythmusstörungen auslösen.