Feuer im Krankenhaus: Vorsätzliche Brandstiftung unwahrscheinlich
Stand: 03.07.2026 11:55 Uhr In einem Patientenzimmer des LUP-Klinikums in Ludwigslust ist am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen, dadurch geriet auch die Gefäßchirurgie in Brand. Nun kann der Betrieb in zentralen Bereichen wieder aufgenommen werden. In einem Patientenzimmer des LUP-Klinikums in Ludwigslust ist am frühen Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Zwei Patienten kamen ums Leben, eine weitere Person erlitt eine Rauchgasvergiftung. Nun steht das Notdach und der Betrieb kann in zentralen Bereichen wieder aufgenommen werden. Die Brandursachenermittler schließen indes eine technische Ursache aus. Nach derzeitigem Stand lägen keine Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Brandstiftung vor. Die vorläufige Schadenshöhe wird auf eine Zahl im siebenstelligen Bereich geschätzt. Ein Patient konnte bereits identifiziert und die Angehörigen informiert werden. Die zweifelsfreie Identifizierung des zweiten Toten wird mittels DNA-Abgleich erfolgen. Mit dessen Ergebnis ist nach Polizeiangaben in den nächsten Wochen zu rechnen ist. Feuer brach in Patientenzimmer aus Das Feuer war nach Angaben des Landkreises um 4.29 Uhr in einem Zimmer der Gefäßchirurgie ausgebrochen, es griff auch auf den Dachstuhl über. Einer der beiden später Verstorbenen befand sich in dem Brandzimmer, der zweite in einem benachbarten Zimmer. Bei einem der Opfer handelt es sich um einen 85-jährigen Mann. Die Identität des zweiten Verstorbenen stand zunächst noch nicht fest. Eine weitere verletzte Person Zunächst war von mindestens 34 Verletzten die Rede. Dass die Zahlen voneinander abweichen, hat mit den Erstmeldungen vom Brandort an die Einsatzleitstelle zu tun. Dort wurden zunächst mehrere Dutzend Menschen gemeldet, die medizinisch untersucht werden sollten und dann im Laufe der Untersuchung als unverletzt eingestuft werden konnten, wie eine Polizeisprecherin sagte. Tatsächlich erlitt nach Angaben des Landkreises nur eine Person eine Rauchgasvergiftung. Sie wurde zur Behandlung nach Schwerin gebracht. Patienten in sichere Klinikbereiche gebracht Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich rund 100 Menschen in dem Gebäudekomplex - rund 80 Patientinnen und Patienten sowie etwa 20 Mitarbeitende. Die gesamte Klinik wurde zunächst evakuiert. Dank des Brandschutzes konnten vom Brand nicht betroffene Stationen später wieder freigegeben werden. Etwa 60 Patientinnen und Patienten sind inzwischen in sichere Krankenhausbereiche zurückkehrt und werden dort versorgt. Alle evakuierten Patienten versorgt Fünf Patienten wurden vorsorglich in die Partnerklinik nach Hagenow gebracht, sie werden dort medizinisch versorgt. Die Notaufnahme war zeitweise nicht zugänglich, wurde später aber wieder freigegeben. Feuerwehr seit den frühen Morgenstunden im Großeinsatz Der Brand war laut Feuerwehr im Tagesverlauf unter Kontrolle, offene Flammen nicht mehr sichtbar. Seit den frühen Morgenstunden waren rund 90 Feuerwehrleute und etwa 40 Polizeibeamtinnen und -beamte im Einsatz. Nach Angaben von Landrat Stefan Sternberg (SPD) waren die ersten Einsatzkräfte bereits um 4.29 Uhr vor Ort. Mitarbeitende des Krankenhauses, die in der Nähe wohnen, kamen zudem freiwillig zur Unterstützung, obwohl sie nicht im Dienst waren. So konnten die Patientinnen und Patienten zügig in Sicherheit gebracht werden. Innehalten für verstorbene Patienten Am Vormittag machten sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) vor Ort ein Bild von der Lage. Bei der Pressekonferenz sprach Schwesig den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus und dankte den Einsatzkräften. Auch der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gedachte der beiden Verstorbenen mit einem Moment des Innehaltens. Brandursache unklar Die Ursache des Feuers ist laut Polizei noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Ein Brandursachenermittler soll klären, wie es zu dem Feuer kommen konnte. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurden zudem Drohnen eingesetzt, um nach möglichen Glutnestern zu suchen. Der Brand beschädigte den Dachstuhl des Klinikgebäudes erheblich. Notdach wird errichtet Innerhalb von 24 Stunden soll ein Notdach errichtet werden, die Arbeiten dafür begannen schon wenige Stunden nach dem Brandausbruch. In den kommenden Wochen soll ein neues Dach aufgebaut werden. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim teilte mit, dass schnellstmöglich Geld zum Beispiel für die Reparaturen und die Versorgung der Patienten bereitgestellt werden soll. Wie viel, darüber wollten die Fraktionsvorsitzenden des Kreises noch am Donnerstag beraten. Nicht betroffen von den Brandfolgen ist nach Angaben des Landkreises die Radiologie. Allerdings wurde die Technik des Herzkatheter-Labors im Stockwerk unterhalb des Brandbereichs durch Löschwasser beschädigt. Das genaue Ausmaß der Zerstörung an der technischen Ausstattung soll in den kommenden Tagen und Wochen ermittelt werden. Feuer mit starker Rauchentwicklung Wegen der starken Rauchentwicklung wurden Anwohnerinnen und Anwohner vorübergehend gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zahlreiche Angehörige von Patientinnen und Patienten versammelten sich vor dem Krankenhaus und warteten auf Informationen. Für Angehörige wurde eine Telefon-Hotline unter 03874/433502 eingerichtet. Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, dass der Dachstuhl der Radiologie vollständig in Brand geraten sei. Das Feuer ist allerdings in der Gefäßchirurgie ausgebrochen. Zudem hieß es zunächst, dass 34 Menschen durch das Feuer verletzt worden. Das stimmte nicht, eine Person hat eine Rauchgasvergiftung erlitten. Das haben wir korrigiert.