Feuer in der Gohrischheide gelöscht - Feuerwehr bekämpft noch Glutnester
Feuerwehreinsatz Waldbrand in der Gohrischheide gelöscht Stand: 29.06.2026 11:25 Uhr In der Gohrischheide im Landkreis Meißen haben mehr als 215 Einsatzkräfte gegen den Waldbrand gekämpft. Am Montagmnorgen ist laut Innenministerium die Lage unter Kontrolle. Zuvor hatten die Feuerwehrleute unter extremen Bedingungen eine Ausbreitung des Brandes verhindert. von MDR SACHSEN Das Feuer in der Gohrischheide ist gelöscht, 450 Einsatzkräfte waren beteiligt. Alte Weltkriegsmunition im Gebiet behinderte die Löscharbeiten. Extrem hohe Temperaturen am Wochenende machten den Einsatzkräften von THW und Feuerwehren zu schaffen. Der Brand in der Gohrischheide im Landkreis Meißen ist am Montag gelöscht worden. Das bestätigte der Bürgermeister der Gemeinde Zeithain, Mirko Pollmer. Er sagte, die Feuerwehrleute würden noch kleinere Glutnester beobachten oder diese würden durch den Regen erstickt. 50 Einsatzkräfte seien noch in der Gohrischheide zum Aufräumen. Am Dienstag soll die Fläche wieder an den Landeigentümer, Sachsenforst, zurückgegeben werden. Besonders effektiv sei die Brandbekämpfung aus der Luft mit dem Einsatz eines gepanzerten Löschfahrzeugs gewesen, sagte er MDR SACHSEN. Bereits am späten Sonntagabend hatter Sprecher der Feuerwehr Zeithain, Raiko Riedel, MDR SACHSEN gesagt, dass die beiden angeforderten Löschhubschrauber ihren Einsatz statt um 20 Uhr schon um 18 Uhr beenden konnten. "Der weitere Einsatz wäre nicht mehr effektiv gewesen." Die Bekämpfung der Glutnester sei tagsüber sehr gut gelungen, sagte Riedel. Einsatzbilanz seit Sonnabend Insgesamt waren seit Samstag mehr als 450 Einsatzkräfte und mehr als 110 Fahrzeuge an den Löscharbeiten im Wald nahe der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg beteiligt. Den Angaben zufolge waren bisher rund 16 Hektar Wald- und Heidefläche auf einem ehemaligen Militärübungsgelände verbrannt. Zwei Hubschrauber halfen beim Löschen Die zwei Löschhubschrauber hatten die Bekämpfung der einzelnen Brandherde laut Feuerwehr deutlich verbessert. Die Einsatzkräfte waren bereits am frühen Sonntagnachmittag zuversichtlich, dass sich das Feuer auch bei aufkommendem Wind unter Kontrolle halten lässt. Die beiden Löschhubschrauber waren werst wenige Tage vor ihrem ersten Einsatz in betrieb genommen worden. Sie orteten die einzelnen Brandherde mit Wärmebildkameras und löschten sie aus der Luft. Am Boden war zudem ein gepanzertes Löschfahrzeug in dem unwegsamen Gelände unterwegs. Feuerwehrleute wässerten Wege Tanklöschfahrzeuge sicherten und wässerten die Wege, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern. "Im Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen wird versucht, die Wege zu sichern", sagte Raiko Riedel von der Feuerwehr Zeithain. So werde die Vegatation dort, wo das Feuer hinlaufe, nass gemacht. Die Einsatzkräfte hofften auf Regen, der für Entspannung sorgen sollte. Der Waldbrand in der Gohrischheide war von einer Großschadenslage weit entfernt, teilte die Einsatzleitung der Feuerwehr mit. Trotzdem hatten die Kameraden immer die Sorge im Hinterkopf, dass sich die kleineren Brandherde durch Hitze und Wind zu einem großen Brand vereinen könnten. Munition erschwert Löscharbeiten Bürgermeister Mirko Pollmer sprach am Sonntagmorgen zunächst von äußerst schwierigen Wetterbedingungen. Hinzu sei gekommmen, dass sich der Brand auf einem munitionsbelasteten Gelände ausgebreitet habe. Deshalb hätten die Einsatzkräfte das Feuer vielerorts nicht direkt bekämpfen können. Sie seien stattdessen gezwungen gewesen, an Wegen zu warten und einzugreifen, wenn die Flammen aus dem Gefahrenbereich übergesprungen wären. Gefährliche Sprenggruben in unwegsamen Gelände Das gepanzerte Löschfahrzeug eines Privatunternehmens, das angefordert wurde, konnte laut Pollmer nicht ganz bis zu den Brandherden vordringen, weil das Gelände zu unwegsam sei. Grund seien zahlreiche Sprenggruben, die dort nach dem Zweiten Weltkrieg ausgehoben und nach der Benutzung nie verfüllt worden waren. Keine Häuser in Gefahr Ortschaften waren nicht gefährdet. Angesichts drehender, böiger Winde hätte sich dies laut Pollmer jedoch schnell ändern können. Zudem sei es schwer gewesen, personelle Unterstützung zu bekommen, weil bundesweit zahlreiche Kräfte wegen der hohen Brandgefahr als Einsatzbereitschaft in ihren Regionen gebraucht wurden oder bereits andernorts bei zahlreichen kleinen Bränden löschen müssten. Wetter macht Einsatzkräften zu schaffen Die Hitze machte den Feuerwehrleuten bereits am Sonnabend schwer zu schaffen. Auch am Sonntag lagen die Temperaturen um die 40 Grad. Zwei Feuerwehrleute mussten im Krankenhaus behandelt werden wegen Hitzeproblemen. Bereich nördlich des Flugplatzes betroffen Das Feuer in der Gohrischheide war am Sonnabend gegen 15 Uhr im Bereich des Waldgebiets zwischen Zeithain und der Elbe gemeldet worden, bestätigten das Lagezentrum Sachsen und die Polizeidirektion Dresden. Laut Bürgermeister Pollmer handelt es sich um das Areal nördlich vom ehemaligen Flugfeld in der Nähe des früheren Bunkers. Dort habe es bereits 2022 einen größeren Brand gegeben. Auf der Fläche gebe es wegen des vorherigen Brandes viel Totholz. Außerdem sei dort hüfthohes Gras gewachsen, das sehr trocken sei. Die Brandlast sei hoch, sagte Pollmer. Feuer 2025 durch Selbstentzündung ausgelöst Die Gohrischheide gilt wegen der dort im Boden liegenden Altmunition als besonders schwierig für Löscharbeiten. Im Sommer 2025 hatte dort der größte Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gewütet. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war das Feuer durch eine hitzebedingte Selbstentzündung von Altmunition ausgelöst worden. Hunderte Einsatzkräfte waren damals tagelang im Einsatz, mehr als drei Viertel des rund 2.000 Hektar großen Naturschutzgebietes wurden von dem Brand erfasst. MDR (sth/swo/ben)/dpa