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Feuerwehrleute bei Explosion meterweit durch die Luft geschleudert

Technologie

Mit welchen Herausforderungen die Feuerwehren des Landes bei Bränden von Solaranlagen zu kämpfen haben, zeigt ein aktueller Fall bei Rostock. Der Batteriespeicher einer privaten Photovoltaikanlage in Bentwisch geriet am Sonntag in Brand. In der Folge explodierte der Speicher und schleuderte drei Feuerwehrleute, die diesen löschen wollten, mehrere Meter durch die Werkstatt, in der die Anlage untergebracht war. So können PV-Brände gelöscht werden Die Druckwelle der Explosion war so heftig, dass das Gebäude in Schutt und Asche gelegt wurde. Überall lagen Trümmerteile herum. Die Feuerwehr behandelt den Brand einer Photovoltaikanlage grundsätzlich wie den Brand an jeder anderen Elektroanlage – besondere Herausforderungen gibt es dennoch. Aufnahmen unseres Reporters zeigen den Einsatz an der in Brand geratenen Photovoltaik-Anlage in Rostock oben im Video. „Die Besonderheit besteht bei Photovoltaikanlagen darin, dass es neben dem gewohnten Wechselstrom auch einen Bereich mit Gleichstrom gibt, welcher vom Solarmodul bis zum Wechselrichter fließt“, erklärt Jörg Westphal, stellvertretender Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neustrelitz. Zudem produziere die Anlage in Abhängigkeit von der vorhandenen Lichtstärke permanent Strom. Als Löschmittel für brennende Solaranlagen kommt in der Regel Wasser zum Einsatz, seltener Löschpulver oder Kohlendioxid. Schaum werde nicht verwendet, da dieser leitend sei, sagt Westphal. Beim Löschen der Brände sei es für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr aus Eigenschutz wichtig, einen entsprechenden Sicherheitsabstand zur brennenden Anlage einzuhalten. Dieser betrage nach DIN-Vorschrift bei Niederspannung zwischen einem und fünf Metern. Brände durch Solaranlagen selten Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme schätzt die Brandwahrscheinlichkeit bei Solaranlagen jedoch als sehr gering ein. Auf 17.000 Anlagen komme ein Brandfall, so die Experten. Dies entspreche einem prozentualen Anteil von nicht mal 0,01 Prozent. Vergleichsweise liege die jährliche Wahrscheinlichkeit für einen Autounfall 50 Mal höher, heißt es. Und die Wahrscheinlichkeit, sein Portemonnaie zu verlieren, liege 800 Mal höher als der Brand einer Photovoltaikanlage, schätzen die Experten ein. Die Ursachen für brennende Solaranlagen sind vielfältig. Fehlerhafte Kabel, lose Steckverbindungen und fehlerhafte Wechselrichter seien zu 50 Prozent für elektrische Defekte verantwortlich, die in einem Brand enden können. Die elektrischen Defekte an den Anlagen würden Lichtbögen verursachen, die schließlich zu Bränden führen können. Weitere Faktoren, die ursächlich für einen Brand sein können, seien zu 30 Prozent Installationsfehler, wie schlecht befestigte Kabel und eine unzureichende Erdung. Werden minderwertige Komponenten zum Aufbau einer Solaranlage genutzt, können ebenfalls Brände entstehen. 15 Prozent dieser Brände werden durch Materialfehler ausgelöst. Wenn Solaranlagen brennen, werden Giftstoffe wie Blei, Cadmium und Selenoxid freigesetzt, die schädlich für Mensch und Umwelt sind. Feuerwehr stößt an Grenzen Auch robust scheinende Windräder sind vor dem Ausbruch eines Brandes nicht gefeit. Moderne Windkraftanlagen verfügen jedoch mittlerweile über automatische Löschanlagen in den Rotorgondeln, die einen Brandausbruch rechtzeitig erkennen und bekämpfen sollen, sagt der stellvertretende Neustrelitzer Gemeindewehrführer. Komme es dennoch zu einem Brand in einer Windkraftanlage, sei eine kommunale Feuerwehr nicht in der Lage, den Brand direkt zu bekämpfen. Der Grund findet sich im Detail, nämlich in der Ausstattung der Feuerwehren. Die bei den Feuerwehren vorhandenen Drehleitern oder Teleskopmasten können die erforderliche Rettungshöhe nicht erreichen. „Die meisten Drehleitern kommunaler Feuerwehren erreichen bei einer Leiterlänge von 30 Metern lediglich eine Rettungshöhe von 23 und 25 Metern“, weiß Westphal. Das größte kommunale Teleskopmastfahrzeug (TMF) befindet sich in Hamburg. Mit ihm wird eine Rettungshöhe von 70 Metern erreicht. Von unten wird hier nicht gelöscht Lagen ältere Anlagen noch bei einer Nabenhöhe zwischen 80 und 100 Metern, erreichen mittlere Windkraftanlagen mittlerweile eine Höhe von 120 bis 140 Metern, moderne Onshore-Anlagen, die sich an Land befinden, sogar bis zu 160 Meter. Diese Höhen sind für die Rettungskräfte mit der aktuellen Ausstattung nicht erreichbar. Gelöscht werde generell auch nicht von unten, da die notwendige Wurfweite des Löschmittels nicht ausreichend sei. Zudem besteht für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr durch herabstürzende Trümmerteile Lebensgefahr.

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