Feuerwehrmann warnt vor gefährlichen Fehlern beim Laden von Akkus
Vor einiger Zeit habe ich einen Fall erlebt, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Es ging nicht um einen großen Batteriespeicher oder ein Elektroauto, sondern um eine kleine Spielzeugdrohne. Der Akku wurde ganz normal geladen – bis er sich plötzlich stark erhitzte und schließlich entzündete.
Christian Prengel ist Experte für Brandschutz, Erste Hilfe und Gefahrenabwehr sowie Host des Podcasts „Zwischen Alarm und Alltag“. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
Auffällig war: Das Gerät stammte offenbar aus einem nicht eindeutig nachvollziehbaren Vertriebsweg, eine klare CE-Kennzeichnung war nicht erkennbar. Genau solche kleinen Geräte werden oft unterschätzt. Bei einem E-Bike-Akku sind viele Menschen vorsichtig. Bei einer günstigen Drohne, Powerbank oder einem Kinderspielzeug denkt dagegen kaum jemand darüber nach, wie viel Energie in dem Akku steckt. Dabei sehe ich aus meiner Erfahrung im Brandschutz immer wieder dieselben Fehler.
1. Akkus über Nacht laden
Das Smartphone liegt auf dem Bett, die Powerbank lädt auf dem Sofa und der E-Bike-Akku hängt über Nacht in der Garage am Strom. Solange alles funktioniert, fällt das nicht auf. Problematisch wird es, wenn sich ein Akku ungewöhnlich stark erwärmt. Wer schläft, bemerkt Warnzeichen häufig erst sehr spät.
Akkus sollten deshalb möglichst auf einer festen Unterlage und nicht direkt zwischen leicht brennbaren Materialien geladen werden.
2. Irgendwelche Ladegeräte verwenden
Nur weil ein Stecker passt, heißt das nicht automatisch, dass jedes Ladegerät für jedes Gerät geeignet ist.
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Gerade bei sehr günstigen Produkten, unbekannten Herstellern oder nicht nachvollziehbarer Ladeelektronik wäre ich vorsichtig. Wenn Hersteller, technische Angaben oder eine vernünftige Produktkennzeichnung fehlen, sollte man sich fragen, ob man dieses Gerät wirklich unbeaufsichtigt in der eigenen Wohnung laden möchte. Bei größeren Akkus wie E-Bikes gilt das umso mehr.
3. Beschädigte Akkus weiter benutzen
Ein Akku fällt herunter, wird ungewöhnlich heiß oder beginnt sich sichtbar aufzublähen – und trotzdem wird er weiter verwendet. Das halte ich für einen der gefährlichsten Fehler.
Ein beschädigter Akku kann noch funktionieren und trotzdem im Inneren bereits einen Defekt haben. Wenn sich ein Akku verformt, ungewöhnlich riecht oder deutlich heißer wird als sonst, sollte er nicht weitergeladen werden. „Er geht ja noch“ ist bei einem beschädigten Akku kein gutes Argument.
4. Akkus direkt im Fluchtweg laden
Besonders kritisch sehe ich E-Bikes, E-Scooter oder größere Akkus unmittelbar im Eingangsbereich oder Treppenraum. Denn im Brandfall ist genau das der Weg, über den Menschen das Gebäude verlassen müssen.
Schon Rauch kann einen Fluchtweg innerhalb kurzer Zeit unbenutzbar machen. Deshalb sollte ein größerer Akku möglichst nicht genau zwischen Bewohner und Wohnungsausgang geladen werden.
5. Warnzeichen ignorieren
Das Gerät wird plötzlich extrem heiß, es riecht ungewöhnlich, das Gehäuse verändert sich oder der Akku macht Geräusche. Dann sollte man nicht abwarten, ob es vielleicht wieder besser wird.
Bei einem defekten Lithium-Ionen-Akku kann sich eine starke Wärmeentwicklung im Inneren selbst weiter verstärken. Ist dieser Prozess einmal weit fortgeschritten, kann es sehr schnell gehen. Genau das war bei der kleinen Drohne so eindrucksvoll: Innerhalb kurzer Zeit wurde aus einem völlig unscheinbaren Spielzeug ein Brandereignis.