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Feuerwerk in Hälfte zwei - WM-Reise für Ronaldos Portugal geht weiter

Sport

Vor allem in der zweiten Hälfte sahen die 43.036 Zuschauer im Stadion in Toronto ein spektakuläres Sechzehntelfinale: drei Abseitstore, die zurückgenommen wurden, einen Foulelfmeter, Latten- und Pfostenkracher auf beiden Seiten. Und das erste Tor von Cristiano Ronaldo in einer K.o.-Runde bei einer WM (68.). Es war der zwischenzeitliche Ausgleich, nachdem Ivan Perisic (53.) die Kroaten in Führung gebracht hatte. Das bessere Ende hatten die Portugiesen für sich. Goncalo Ramos köpfte sein Land in der vierten Minute der Nachspielzeit ins Glück. Sein Treffer zum 2:1 brachte Portugal nach einer atemberaubenden zweiten Hälfte ins Achtelfinale. Siegtorschütze Ramos: "Eine Wahnsinns-Auseinandersetzung" Ramos, der Held des Abends, sagte hinterher: "Es war eine Wahnsinns-Auseinandersetzung. In den letzten Minuten bin ich da, wenn wir ein Tor brauchen." Das Team wachse "immer mehr zusammen" und werde auch weiterhin seine "Identität hochhalten". Portugal dominiert die erste Hälfte Während Kroatiens Trainer Zlatko Dalic derselben Startelf vertraute, die im Gruppenfinale Ghana 2:1 geschlagen hatte, veränderte sein Gegenüber Roberto Martinez sein Team auf zwei Positionen. Joao Neves ersetzte auf der Sechs Ruben Neves, Rafael Leao begann links offensiv für Joao Felix. Die Kroaten zeigten mitunter ansehnliche Kombinationen in der Offensive, die Portugiesen aber waren gefährlicher. Es entwickelte sich eine ordentliche erste Hälfte, die aber nur als Ouvertüre für eine spektakuläre Zweite diente. Im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte, boten die ersten 45 Minuten wenige Höhepunkte. Ronaldo rauschte zwei Mal in aussichtsreicher Position knapp am Ball vorbei und auch den übrigen Portugiesen fehlte es an Glück und Präzision. Perisic bringt Kroatien in Führung Mit Anpfiff der zweiten Hälfte begann das Spektakel. Modric und Co. kamen mit viel Tempo aus der Pause. Nach einer Balleroberung am portugiesischen Strafraum setzte sich Mateo Kovacic durch. Seinen Abschluss lenkte Torhüter Diogo Costa mit dem Fuß ans Außennetz (48.). In der 53. Minute folgte das erste Highlight: Josip Stanisic bediente mit einer Flanke von der rechten Seite Perisic. Der kroatische Offensivspieler durfte den Ball im Strafraum annehmen, mit einem zweiten Kontakt zurechtlegen und mit einem dritten flach zum 1:0 im Netz unterbringen. Portugals Hintermannschaft war viel zu weit weg. Ronaldos Tor zählt nicht Nur wenige Augenblicke später trafen die Kroaten erneut, allerdings ging dem vermeintlichen 2:0 durch Igor Matanovic eine Abseitsstellung voraus. Die Partie nahm immer mehr an Fahrt auf. Leao dribbelte vom Flügel in die Mitte und drosch den Ball an die Latte (58.). In der 71. durften dann die Portugiesen jubeln. Ronaldo nahm einen langen Ball perfekt an und hob ihn ins kroatische Tor. Doch direkt danach die Ernüchterung. Nach Eingriff des VAR wurde das Tor zurückgenommen, Ronaldo war hauchdünn im Abseits gestanden. Es sollte nicht der letzte Einsatz des Video-Assistenten bleiben. Der portugiesische Superstar hingegen musste weiter auf sein erstes Tor in der K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft warten. Seine zehn WM-Tore erzielte er alle in Gruppenspielen. Und dann trifft Ronaldo doch Doch das sollte sich ändern. In der 68. Minute verwandelte er einen Strafstoß zum 1:1. Damit ist der 41-Jährige der älteste Torschütze einer WM-K.o.-Phase und löste seinen langjährigen Weggefährten Pepe (39 Jahre) ab. Zuvor hatte Kroatiens Nikola Vlasic nach einem Eckstoß Renato Veigo mit beiden Armen festgehalten. Schiedsrichter Espen Eskas aus Norwegen entschied nach VAR-Prüfung auf Elfmeter. Eine vertretbare Entscheidung. Die Kroaten waren davon allerdings nicht geschockt. Kovacic verpasste gleich zwei Mal innerhalb weniger Sekunden die erneute Führung. Erst schob er den Ball aus vollem Lauf an den rechten Pfosten, dann wehrte Costa seinen Distanzschuss über die Latte (75.). Matanovic setzte sich kurz darauf im Strafraum durch, scheiterte dann aus spitzem Winkel am starken portugiesischen Torhüter. In dieser Phase war nicht abzusehen, welches der beiden Teams diese Partie für sich entscheiden würde. Nächstes Abseitstor wird zurückgenommen In der 80. Minute gingen die Kroaten erneut in Führung - und wieder wurde das Tor zurückgenommen. Petar Sucic schob den Ball nach einem Zuspiel hinter die Abwehrkette souverän ins Netz, stand allerdings - ähnlich wie Ronaldo zuvor - hauchdünn im Abseits. Die große Frage war, wer sich zum Helden des Abends küren würde. Der eingewechselte Mario Pasalic hatte dazu die Gelegenheit. Nach einer Sucic-Flanke köpfte er aber knapp am Tor vorbei (88.). Ronaldo übrigens war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Feld. Er musste in der 81. für Ruben Neves Platz machen. Zufrieden wirkte er bei seiner Auswechslung nicht. Ramos trifft spät, Kroatiens Ausgleich zählt nicht Das Spiel stand auf der Kippe - und dann war Ramos nach einer Flanke von Leao zur Stelle und köpfte Portugal in Führung. Doch das war noch nicht der Schlusspunkt. Als alle damit rechneten, dass Portugal sicher im Achtelfinale steht, stocherte Josko Gvardiol den Ball in der 13. Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich ins Tor. Aber - es war die spektakuläre Pointe eines schier unglaublichen Feuerwerks in der zweiten Hälfte - auch dieses Tor zählte aufgrund einer Abseitsposition nicht. Der VAR hatte erneut eingegriffen, weil Pasalic bei seiner Vorlage in der verbotenen Zone stand. Die Prüfung dauerte allerdings einige Zeit, denn mit bloßem Auge war kaum zu erkennen, ob Matanovic den Ball berührte und somit auf den in diesem Moment sich im Abseits befindenden Pasalic verlängerte - oder ob Matanovic nicht dran war. In diesem Fall wäre es ein reguläres Tor gewesen. Mit Hilfe der "Ausschlag"-Grafik wurde die Situation aufgeklärt. Portugal gedenkt Diogo Jota Die Portugiesen hatten auch für Diogo Jota gespielt. Während der Nationalhymne wurde ein Foto von ihm auf den Leinwänden im Stadion in Toronto eingeblendet. Am 3. Juli jährt sich der Todestag des 49-fachen Nationalspielers zum ersten Mal. Nach dem Abpfiff streifte sich Ronaldo Jotas Trikot mit der Nummer 21 über. Der ehemalige Spieler des Liverpool FC war im Alter von 28 Jahren wenige Tage nach seiner Hochzeit gemeinsam mit seinem 25-jährigen Bruder bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Er hinterließ seine Frau Rute Cardoso und drei Kinder. Sein großer Traum war es gewesen, einmal für Portugal bei der WM zu spielen. Nationaltrainer Roberto Martinez erklärte: "Diogo ist unser Licht. Er wollte die Weltmeisterschaft gewinnen. Und das ist nun gewissermaßen zu einer Verpflichtung und zu einem Vorbild für uns geworden." Achtelfinale am Montag in Dallas

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