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„Fickt euch“: Nach ihrer Abi-Wutrede äußert sich Schülerin Ellenor erstmals öffentlich

Nation

Ellenor Bockentin ist die Schülerin, die gemeinsam mit einem Mitschüler die Abiturrede 2026 im Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow gehalten hat. Ein Mitschnitt ihres Redeteils gelangte in die Sozialen Medien und geht seither als „Wutrede“ viral. „Ich würde die Rede inhaltlich immer noch so halten, aber ich würde sie anders formulieren“, sagt Ellenor Bockentin im Gespräch mit unserer Redaktion. +++ Ministerium meint, so weit hätte es nicht kommen müssen +++ Sie kritisierte in der Wut-Rede deutlich Teile des Lehrerkollegiums und fragte, warum 17 Schüler – darunter auch sie selbst – das Abitur nicht geschafft hätten. Die Durchfallquote lag bei 34 Prozent. Und die Schülerin ließ, bei aller Selbstkritik, kein gutes Haar an einigen Lehrern. Ihre Rede beendete sie mit einem emotionalen Gruß: „An die, die unserem Jahrgang die Durchfallquote gönnen - ganz ehrlich: Fickt euch einfach nur alle!“ Das schlug Wellen. Die Schule nicht nur schlechtmachen Dabei ist es der 18-Jährigen wichtig, dass sie das Gymnasium in Hagenow nicht insgesamt schlecht machen, sondern auf problematische Strukturen hinweisen wollte. „In den Medien wird ja jetzt vor allem auf einen kleinen Auszug der Rede abgestellt, dabei war dieser Satz nur ein sehr kurzer, vermutlich zu emotionaler Nebensatz. Viel wichtiger war mir der Teil davor, aber der spielt in der Berichterstattung keine Rolle mehr“, führt sie aus. +++ Die Abi-Wutrede in voller Länge +++ Sie hatte sich bereits vor der Abiturprüfung gemeinsam mit ihrem Mitschüler bereit erklärt, die Abiturrede zu halten. „Als uns mitgeteilt wurde, wer das Abitur bestanden hat und wer nicht, gab es über die reine Information hinaus keine Gesprächsmöglichkeit mit den Lehrern, das hat uns enttäuscht“, erinnert sie sich. Sie und die anderen 16 Schüler, die ihre Abiturprüfung nicht bestanden haben, hatten aufgrund ihrer Vorbenotungen keinen Grund, von einem Nichtbestehen auszugehen, berichtet die Schülerin. „Wir haben unsere Prüfungen nach bestem Wissen geschrieben, daher hätten wir dann gerne mit unseren Lehrern über die für uns überraschend schlechten Ergebnisse gesprochen“, erinnert sie sich. Insofern habe sie beschlossen, ihre Abiturrede zu nutzen, um auf die Situation hinzuweisen. „Nachdem kein Lehrer etwas dazu gesagt hat oder sagen wollte, habe ich gedacht, dass die Zeugnisübergabe die letzte Gelegenheit ist, um darauf hinzuweisen, dass hier offensichtlich etwas nicht ganz passt“, erläutert sie. Besonders auffällig sei die Matheprüfung in den beiden Grundkursen ausgefallen. „Ungefähr die Hälfte aller Schüler hat null Punkte geschrieben, und soweit ich weiß, haben nur drei Schüler die Klausur überhaupt bestanden“, so Ellenor Bockentin. Das sei schon auffällig, denn auch diejenigen, die sich ein halbes Jahr und länger auf die Prüfung vorbereitet haben, hätten nur ein oder zwei Punkte geschrieben. Schüler durch Unterricht ungenügend vorbereitet Ihrer Ansicht nach deutet das darauf hin, dass der Unterricht die Schüler nicht ausreichend auf die Anforderungen im Zentralabitur vorbereitet habe. Endgültig gescheitert seien sie und ihre Mitschüler dann aber in der mündlichen Deutschprüfung. Dabei sei nach ihrer Ansicht auffällig, dass ein Lehrer des Leistungskurses Deutsch nur bei drei Schülern an der Prüfung teilgenommen habe. Mit allen Dreien hatte dieser Lehrer laut Ellenor Bockentin im Laufe der Schulzeit „Ärger gehabt, bei dem es auch Elterngespräche und E-Mails an die Eltern gab“. Nun sind genau diese drei Schüler auch durch die Deutschprüfung gefallen. „Ich will niemandem etwas unterstellen, aber ich finde es gut, wenn hier geprüft wird, ob es da Zusammenhänge gibt“, macht sie deutlich. Angesichts dessen haben sie und ihre Eltern jetzt Einsicht in die Prüfungsunterlagen beantragt. „Wir wollen verstehen, welche meiner Antworten wie bewertet worden sind“, sagt Ellenor Bockentin.

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