Fifa geht wegen Infantino auf Uefa los: „Verleumdungskampagne“
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Der Machtkampf zwischen der Fifa und Uefa spitzt sich weiter zu! Nachdem der europäische Fußball-Dachverband juristisch gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) vorgehen will, holt nun der Weltverband zum Gegenschlag aus.
Wie das US-Portal „The Athletic“ berichtet, wirft die Fifa der Uefa eine „Verleumdungskampagne“ gegen den Weltverband und seine Führung vor. Das geht aus einem Schriftsatz hervor, den die Fifa bei einem Gericht in New York eingereicht hat und der auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Hintergrund ist der inzwischen gescheiterte Milliarden-Plan von Infantino. Der Fifa-Boss wollte über die sogenannte Fifa Forward Enterprise (FFE) einen 20-prozentigen Anteil an den kommerziellen und veranstaltungsbezogenen Aktivitäten des Weltverbands für 4,2 Milliarden Dollar (rund 3,6 Mrd. Euro) an den US-Investmentfonds Thrive Eternal verkaufen .
Der Plan stieß bei der Uefa auf massiven Widerstand. Die Europäer halten die Bewertung für „absurd niedrig“ und werfen Infantino unter anderem vor, den Deal zu seinem eigenen Vorteil vorangetrieben zu haben. Die Uefa prüft deshalb ein mögliches Strafverfahren gegen den Schweizer in der Schweiz.
Fifa: Uefa wollte den Deal verhindern
Nun wehrt sich die Fifa. Die Anträge, die die Uefa gleich bei mehreren US-Gerichten gestellt hat, seien nicht mehr als „Pressemitteilungen“, die lediglich dazu dienten, „die Verleumdungskampagne der Uefa gegen die Fifa und deren Führung weiter voranzutreiben“, heißt es in einem am 1. September bei einem Gericht in Florida eingereichten Schreiben des Weltverbands.
Kritik übt die Fifa unter anderem daran, dass die Uefa die Medien über ihre Anträge informiert habe, noch bevor diese offiziell eingereicht worden seien. Zudem stützten sich große Teile der Argumentation auf Medienberichte, von denen viele wiederum Aussagen der Uefa enthielten.
Die Fifa bestreitet außerdem, dass die Uefa überhaupt die Befugnis habe, ein Strafverfahren gegen Infantino in der Schweiz einzuleiten. Die Europäische Fußball-Union versuche vielmehr, einen grundsätzlichen Streit mit der Fifa als Grundlage für ein mögliches Strafverfahren darzustellen.
Auch inhaltlich geht der Weltverband die Uefa an. Diese habe den FFE-Plan nach Darstellung der Fifa bewusst verhindern wollen und unter anderem damit gedroht, dass europäische Nationalmannschaften künftige Fifa-Wettbewerbe boykottieren könnten.
Aus Sicht der Fifa steckt dahinter auch ein wirtschaftliches Interesse: Eine stärkere finanzielle Ausstattung kleinerer Fußball-Nationen würde den Wettbewerb mit den europäischen Top-Nationen erhöhen – und damit die Marktmacht der Uefa schwächen.