Fifa-Präsidentschaft: Blatter schlägt Norwegerin Lise Klaveness als Fifa-Präsidentin vor
Der ehemalige Fifa-Chef Sepp Blatter hat die Präsidentin des norwegischen Fußballverbandes, Lise Klaveness, als Nachfolgerin von Fifa-Präsident Gianni Infantino vorgeschlagen. »Lise Klaveness verdient größten Respekt«, schrieb Blatter auf X. »Sie war die Einzige, die stets klar Stellung bezogen und sich nicht dem Mainstream angeschlossen hat. Und bei der Fifa ist die Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt.« Bislang hatten nur Männer das Präsidentenamt bei der Fifa inne. Die frühere Nationalspielerin Klaveness führt seit 2022 den norwegischen Verband (NFF) als Präsidentin und gilt als kritische Stimme im Weltfußball, die sich etwa immer wieder für Frauenrechte einsetzt. Kurz nach ihrem Amtsantritt hielt sie beispielsweise auf dem Fifa-Kongress in Doha eine flammende Rede, in der sie den Weltverband für die WM-Vergabe an Katar kritisierte. Auch nach der fragwürdigen Verleihung des Friedenspreises der Fifa an Donald Trump erhob sie ihre Stimme und schloss sich mit ihrem Verband einer Beschwerde der Menschenrechtsorganisation FairSquare an. Infantino will trotz Skandals zur Wahl antreten Neben Klaveness werden als mögliche Nachfolger auch Uefa-Präsident Aleksander Čeferin und Concacaf-Chef Victor Montagliani diskutiert. Kandidatinnen und Kandidaten müssen bis zum 18. November 2026 ihre Bewerbung einreichen. Auch Infantino will sich trotz des jüngsten Skandals am 18. März 2027 für eine dritte und letzte Amtszeit zur Wahl stellen. Der Fifa-Chef hatte zuletzt versucht, Anteile an der Fußball-WM und an anderen Turnieren an Investoren zu verkaufen. Nach starkem Widerstand und einem Boykottbeschluss aller europäischen Fußballverbände gab er das weitgehend im Alleingang gestartete Vorhaben wieder auf. Mittlerweile haben zahlreiche europäische Verbände ihre Unterstützung für seine Wiederwahl zurückgezogen. Blatter selbst war nach Bekanntwerden eines Korruptionsskandals 2015 als Fifa-Präsident zurückgetreten. Infantino wurde ein Jahr später als sein Nachfolger gewählt.