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Filialen gestartet – Standorte schließen

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Zwei Baumarkt-Ketten am Ende: Räumungsverkauf in 111 Filialen gestartet – viele Standorte bis November dicht

Von: Lennart Niklas Johansson Schwenck

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Hellweg und BayWa Bau und Garten starten den Räumungsverkauf. 111 Filialen sind bundesweit betroffen. Rund 4.000 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Essen – „Alles muss raus!“ – diesen Schriftzug sehen Kunden seit dem 7. September 2026 in den Schaufenstern von Hellweg und BayWa Bau & Garten. Was zunächst wie eine gewöhnliche Rabattaktion wirkt, ist in Wirklichkeit das vorläufige Ende zweier Baumarkt-Ketten, die gemeinsam jahrzehntelang zu den festen Adressen im deutschen Heimwerker- und Gartenmarkt gehörten.

Der Weg in den Ausverkauf begann bereits Monate früher. Hellweg stellte Mitte Juni 2026 beim Amtsgericht Essen einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Als Gründe nannten die Unternehmen laut InFranken.de unter anderem Kaufzurückhaltung, gestiegene Mieten, Lieferkettenprobleme und inflationsbedingte Kostensteigerungen. Das Insolvenzverfahren für BayWa Bau & Garten wurde laut boerse-global.de am 26. August 2026 durch das Amtsgericht Essen eröffnet. Seither steht fest, dass eine Rettung des gesamten Filialnetzes gescheitert ist.

Insolvenz im Sommer, Räumungsverkauf im Herbst: 111 Filialen bundesweit betroffen

Seit dem 7. September 2026 läuft in sämtlichen Filialen der Abverkauf. Das gesamte Sortiment sei reduziert, ausgenommen Pfand, Tabakwaren, Bestellkäufe, Geschenkgutscheine, Serviceleistungen sowie Fracht- und Versandkosten, teilen beide Unternehmen laut InFranken.de auf ihren Websites und Facebook-Seiten mit. Die Ware sei erhältlich, solange der Vorrat reiche. Bundesweit sind von dem Räumungsverkauf insgesamt 111 Filialen betroffen, davon 68 Hellweg-Standorte und 43 Märkte von BayWa Bau & Garten. Allein in Nordrhein-Westfalen läuft der Abverkauf an 31 Hellweg-Standorten. Betroffen sind dort unter anderem Dortmund, Essen, Bochum, Bonn, Wuppertal, Münster und zahlreiche weitere Städte.

In Berlin hat der Räumungsverkauf in fünf Filialen begonnen, laut boerse-global.de in Biesdorf, am Ostbahnhof, im Tiergarten, in Köpenick und an der Yorckstraße. Dort wird auf das gesamte Sortiment ein Nachlass von rund 30 Prozent gewährt. Das offizielle Ende der Verkaufsmaßnahmen in der Hauptstadt wurde für den 30. November 2026 terminiert.

Besonders stark betroffen ist Bayern, das wichtigste Bundesland für BayWa Bau & Garten. Laut Bild sind dort 30 Märkte vom Räumungsverkauf erfasst, darunter Standorte in Nürnberg, Fürth, Würzburg, Passau, Regensburg und zahlreichen weiteren Städten. Wie InFranken.de berichtet, werden in Franken sämtliche zehn BayWa-Bau-und-Garten-Filialen, unter anderem in Bad Windsheim, Bindlach, Dinkelsbühl und Rothenburg, bis Ende November 2026 geschlossen. Für keinen einzigen dieser Standorte gibt es laut Unternehmensangaben eine Fortführungslösung durch Investoren.

Auch der Hellweg-Markt in Bad Kissingen vor dem Aus

Einen Sonderfall stellt die einzige bayerische Hellweg-Filiale in Bad Kissingen dar. Laut InFranken.de sind deren Tage gezählt, falls sich kein Investor findet. Konkrete Anzeichen für eine Übernahme gibt es bislang nicht. Auch in Jena soll die Filiale in der Goethe Galerie nach lokalen Medienberichten bis zum 22. August ihren letzten Betriebstag gehabt haben, mit einem vorherigen Räumungsverkauf zum Abschluss.

Obwohl BayWa Bau & Garten weiterhin unter dem BayWa-Logo auftritt, wird die Betreibergesellschaft seit 2012 von Hellweg geführt. Damals brachte BayWa sein Baumarktgeschäft für Privatkunden in ein Joint Venture ein. Der Agrar- und Handelsriese BayWa hält heute laut InFranken.de noch rund 15 Prozent an der Betreibergesellschaft.

Rund 4000 Mitarbeiter vorsorglich gekündigt

Bereits rund 4000 Mitarbeiter beider Ketten haben bisher vorsorgliche Kündigungen erhalten. Zusätzlich steht laut boerse-global.de die Schließung der Zentralverwaltungen in Dortmund und Garching bevor, wovon weitere 340 Mitarbeitende betroffen sind. Für Tausende Beschäftigte geht es damit nicht um Rabatte, sondern um ihre wirtschaftliche Existenz. Trotz der schwierigen Lage zeichnen sich für einen Teil der Filialen Fortführungslösungen ab. Für etwa 35 der 111 Standorte gibt es konkrete Perspektiven durch Investoren. Am weitesten vorangeschritten sind die Pläne von Obi: Der Konkurrent beabsichtigt, bis zu zwölf Hellweg-Märkte zu übernehmen, wobei fünf Standorte bereits feststehen sollen. Zusätzlich übernimmt Obi fünf BayWa-Standorte mit rund 250 Beschäftigten, wie boerse-global.de berichtet. Für BayWa Bau & Garten gibt es damit insgesamt für 17 Standorte Investorenlösungen.

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