Finanzpolitik der USA: Die Wall Street und der verrückte König
Artikelzusammenfassung
Scott Bessent greift mit immer größeren Rückkäufen von US-Staatsanleihen in den Markt ein. Er will damit die Renditen vor den Kongresswahlen senken, scheiterte aber schon im August mit einem ähnlichen Versuch, und auch diesmal stiegen die Zinsen stattdessen auf den höchsten Stand seit 2023. Dahinter steht der wachsende Druck einer Regierung, die bei Schulden von mehr als 40 Billionen Dollar jährlich über eine Billion Dollar für Zinsen zahlen muss, während ausländische Investoren zunehmend Abstand von Treasuries nehmen. Parallel versuchte Bessent schon zuvor, Japan beim Stützen des Yen zu helfen, ohne den US-Anleihemarkt zusätzlich zu belasten, doch auch diese Intervention blieb weitgehend wirkungslos. Der Artikel deutet Trumps Drohungen gegen Marktakteure und Ideen wie den "Mar-a-Lago Accord" als Formen staatlichen Drucks auf Anleger und warnt, dass solche Eingriffe das Vertrauen in Amerikas freien Kapitalmarkt beschädigen könnten.
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Um weiterhin an billiges Geld zu kommen, hat US-Finanzminister Scott Bessent am Mittwoch den Einsatz der US-Regierung verdreifacht. Er will Anleihen in Höhe von sechs Milliarden US-Dollar vom Schatzamt zurückkaufen lassen. Damit hofft er, die Zinsen vor den Kongresswahlen zu drücken. Gleichzeitig will er den Kurs des japanischen Yen stützen, dessen Verfall seinen Plänen in die Quere kommen würde. »Ich bin das Haus«, warnte er Devisenhändler, die gegen die Währung spekulieren. Damit meint er, dass er – wie der Betreiber eines Casinos – alle Ressourcen und alle Insiderinformationen in der Hand habe, sodass er nicht verlieren könne.