Finanztipps von ChatGPT, Claude und Perplexity: Ergebnis war zwar praxisnah, wies aber große Lücken auf
Tipps mit „erheblichen Lücken” Test legt gravierende Schwächen bei KI-Finanzberatung offen Wer sich von KIs Finanztipps geben lässt, riskiert sein Vermögen. Denn die Agenten haben Lücken, die nicht sofort auffallen. Für einen KI-Test hat das US-Nachrichtenmagazin „The Conversation“ mehrere hypothetische Szenarios für ausgedachte Probanden erstellt, die verschiedene Lebenssituationen, wirtschaftliche Herausforderungen und sozio-ökonomische Verletzlichkeiten aufweisen. Diese Szenarien hat das Magazin mehrfach durch drei verschiedene „KI“-Bots laufen lassen: ChatGPT, Claude und Perplexity AI. Die Idee dahinter: herauszufinden, wie seriös die einzelnen Bots finanzielle Hilfe leisten können. Die Probanden im Überblick Ein 22-jähriger Universitäts-Absolvent, der während einer Lebenshaltungskostenkrise für die Anzahlung eines Eigenheims sparen möchte Eine schwangere Frau, die finanziellen Rat brauchte, um in Mutterschutz zu gehen, während ihr Partner ihr kein Geld abgab Ein Single-Elternteil zweier Kinder mit moderatem Einkommen, dem geraten wurde, in Kryptowährungen zu investieren ChatGPT und Claude sollen Finanztipps geben Während dieses Tests stellte sich heraus, dass die Chatbots zwar gut strukturierte und praktische Ratschläge gaben, aber auch sehr lückenhafte. Sie seien teilweise nicht auf die absichtlich eingebauten Verletzlichkeiten eingegangen (zum Beispiel die Schwangerschaft oder die zwei Kinder), sondern hätten Ratschläge gegeben, die den finanziellen Schaden noch vergrößert hätten. Nach aktuellem Stand soll KI dementsprechend nicht in der Lage sein, den Menschen in der Finanzberatung zu ersetzen. ANZEIGE ANZEIGE ChatGPT: Agierte sehr detailreich und praktisch, aber hat es versäumt, die Verletzlichkeiten in den Prompts zu beachten. Perplexity: Hat sich als sehr konservativ herausgestellt und oft dazu geraten, professionelle Hilfe für die Finanzberatung in Anspruch zu nehmen. Claude: Gab verständliche Hinweise, aber hat sehr auf eigenständige Finanzplanung gepocht. Deutliche Schwächen bei der KI-Finanzberatung Eine ähnliche Warnung hatte auch der „White Coat Investor“ ausgesprochen, der bereits zwei ausführliche Tests zu der Frage, ob ChatGPT Finanzberatung leisten kann, hinter sich hat. Zwar fielen die Antworten etwas besser aus als erwartet, aber die „Messlatte hing niedrig“. Während des Tests brachte der Autor ChatGPT dazu, von sich aus verschiedene Schwächen seiner eigenen KI aufzuzählen, die einen finanziellen Rat verwässern können. Zum Beispiel: Je nach Modell kann es sein, dass ChatGPT aktuelle Börsenkurse nicht kennt. Generell fehlt der Kontext über den Nutzer (und selbst, wenn Verbraucher den mit angeben, können KIs diesen einfach ignorieren) – zum Beispiel, was er bereits im Portfolio hat oder ob er ein Haus bauen möchte. Es fehlten Hinweise auf das Risiko. Letztendlich sei ChatGPT eher für Zusammenfassungen oder erste Recherchen geeignet, aber für alles, was darüber hinausgeht, müssten menschliche Berater befragt werden. Verband fordert Regulierung von KI-Bots In Deutschland gibt es nicht ohne Grund hohe Hürden für alle, die Finanzberatung leisten wollen. Wer gewerblich zu Investmentfonds oder Finanzanlagen beraten will, braucht eine spezielle Erlaubnis nach § 34f oder (speziell für Honorarberater) 34h der Gewerbeordnung. Ein Problem dabei: Innerhalb der letzten Jahre kam es verstärkt vor, dass Menschen auch ohne eine solche Erlaubnis Finanzempfehlungen herausgegeben und sich so zum Beispiel bei YouTube oder Instagram eine Follower-Gemeinschaft aufgebaut haben. Solche Tipps einfach anzunehmen und sein Anlageverhalten danach auszurichten, kann ähnlich gefährlich sein wie ChatGPT zu vertrauen. Weil KI-Bots wie ChatGPT und Claude auch Tipps zu konkreten Versicherungsprodukten echter Konzerne liefern, ohne dass jemand haftet, wenn das schiefgeht, hat sich mittlerweile der Vermittlerverband Votum eingeschaltet. Er fordert, dass die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistung und die DIHK das regulieren müssten. Allerdings ist nicht klar, wie schnell es gehen würde. So richten Sie FOCUS online als bevorzugte Quelle bei Google ein Sie wollen FOCUS online als bevorzugte Quelle bei Google hinterlegen? Voraussetzung für diese Einstellung ist ein Google-Konto. Die Einstellung selbst benötigt nur wenige Klicks. Über diesen direkten Link gelangen Sie zu den Quelleneinstellungen in Ihrem Google-Konto. FOCUS online haben wir für Sie hier schon ausgewählt – nur das Häkchen müssen Sie noch selbst setzen.