Firmen holen Arbeitnehmer zurück, die zuvor wegen KI entlassen wurden: „Nicht ausreichend bedacht”
Die Angst, im Arbeitsalltag von Künstlicher Intelligenz abgelöst zu werden, wächst. In manchen Branchen mehr, in anderen weniger. Dass es für Unternehmen allerdings nicht immer die klügste Entscheidung ist, menschliche Qualität zu ersetzen, gestehen sich einige Firmen inzwischen selbst ein. Großkonzerne wie Ford oder IBM, die in der Vergangenheit Mitarbeiter zu Gunsten von KI geopfert hatten, machen diese Änderungen nun rückgängig. Eine Entwicklung, die CNBC in einer Analyse zusammenfasst. Firmen ersetzen Mitarbeiter durch KI und erkennen: Es macht keinen Sinn Jüngstes Beispiel ist der Autoriese Ford: „Künstliche Intelligenz ist ein fantastisches Werkzeug, aber sie ist nur so gut wie die Informationen, mit denen man sie trainiert“, erklärte Charles Poon, Vizepräsident für Fahrzeughardware-Engineering. Nachdem es in Zusammenarbeit mit KI wiederholt zu Qualitätsdefiziten kam, sah sich das US-Unternehmen gezwungen, hunderte erfahrene Ingenieure wieder einzustellen. Eine Rolle rückwärts gab es auch bei der Commonwealth Bank of Australia (CBA). Weil ein KI-basierter Kundenservice-Bot bei der CBA für mehr Anrufe und Probleme sorgte als zuvor, wurden erneut klassische Stellen ausgeschrieben. Im August 2025 gab die Bank dann zu, „nicht alle relevanten geschäftlichen Überlegungen ausreichend berücksichtigt zu haben“. Man hätte im Rahmen der weitläufigen Entlassungen gründlicher sein müssen. ANZEIGE ANZEIGE Ähnlich erging es laut CNBC auch IBM, das seine gesamte Personalabteilung durch KI ersetzte. Zwar sollen laut Analyse 94 Prozent der Anfragen zufriedenstellend beantwortet worden sein, besonders mit ethischen Dilemmata und tiefergreifenden Thematiken konnte der Bot allerdings überhaupt nicht umgehen. Über die Hälfte sieht KI-Entlassungen als Fehler an Tatsächlich zeigen Daten, dass der womöglich voreilige KI-Rausch in vielen Unternehmen für ein böses Erwachen sorgt. Laut einer Studie von Orgvue haben knapp 39 Prozent der Führungskräfte im Zuge von KI Stellen gestrichen. 55 Prozent von ihnen geben inzwischen zu, dass diese Entlassungen ein Fehler waren. Dem Tech-Magazin „Fast Company“ zufolge mussten Manager 32 Prozent der Stellen, die zugunsten von KI gestrichen wurden, am Ende doch wieder mit echten Menschen besetzen. Ein Bericht von „INC“ geht sogar davon aus, dass dieser Trend erst der Anfang ist und bis 2027 die Hälfte aller KI-bedingten Job-Streichungen wieder rückgängig gemacht wird. Mehr Arbeit durch KI: Leiden Angestellte unter „Fortschritt“? Der Grund für diese Entwicklung liegt vor allem an einem für kaum möglich gehaltenen Paradoxon. Während 2024 mit 96 Prozent fast alle Chefs laut einer Untersuchung auf Unleash.ai felsenfest davon ausgingen, dass die Effizienz durch die Decke geht, sieht die Realität anders aus. Zwar nutzen zwei Drittel aller Unternehmen KI, wie eine US-Studie des National Bureau of Economic Research (NBER) belegt. 90 Prozent der befragten Chefs geben allerdings offen zu, dass die Technologie in den letzten drei Jahren absolut keinen Einfluss auf die Produktivität hatte. 40 Prozent aller Mitarbeiter würden im Arbeitsalltag gar keine Zeitersparnis merken, so das Portal „Information Difference“. Viele erklären das damit, dass die Tools durch lange Korrekturschleifen eher mehr Arbeit verursachen, als Aufgaben zu übernehmen.