Firmenchef Jensen Huang zu Gast in Berlin: Nvidia stellt Laptops mit neuem KI
Nvidia hat am Freitag die ersten Windows-Laptops mit dem Chip RTX Spark in den Handel gebracht. Der Verkauf in Deutschland startete am Abend im Gaming-Tempel Xperion am Alexanderplatz. Dort konnten Besucher Demos zu KI-Agenten, kreativen KI-Workflows und Gaming ausprobieren. Und: Fünf von ihnen konnten einen Laptop gewinnen, signiert von Nvidia-Chef Jensen Huang – live und vor Ort.
500 Enthusiasten waren von Huangs Besuch überrascht – vor allem aber die Gewinner der KI-Laptops. Hassan war eher zufällig beim Launch-Event und wird den Kraftprotz-Rechner fürs Gaming nutzen. Huang hatte für ihn augenzwinkernd einen Rat: „Fang bald an, damit etwas Nützliches zu machen.“
Die zweite Gewinnerin Katja strahlte vor Freude – wozu sie den Rechner nutzen wird, ging in der lauten Menge unter. Nrh, der dritte Gewinner, war vor sechs Jahren zum Studieren nach Deutschland und für das Event aus Rostock gekommen. Er wird das Notebook für sein Studium verwenden.
Nvidia-Chef Huang war nicht zufällig in Berlin: „Deutschland ist unser größter europäischer Standort“, sagte er. „Hier gibt es Telekommunikation, Robotik, autonome Fahrzeuge und jede Menge KI-Forschung.“ Berlin sei eine wunderschöne Stadt, eine internationale Stadt, die Wissenschaftler und Forscher aus der ganzen Welt anzieht. „Das Zusammenkommen all dieser Punkte hat uns dazu bewogen, Berlin zu wählen."
Der Chip RTX Spark kombiniert Hauptprozessor (CPU) und Grafikprozessor (GPU) unter Windows 11. Bei klassischen Laptops hat die Grafikkarte einen eigenen, meist kleineren Speicher. Bei RTX Spark greifen CPU und GPU auf denselben Speicher zu, der bis zu 128 GB groß sein kann. Nvidia sieht darin den Vorteil für lokale KI: Größere Modelle und KI-Agenten laufen direkt auf dem Gerät, ohne dass Daten in die Cloud müssen. Das ist aus Kosten- und aus Datenschutz-Gründen wichtig. Ein weiterer Vorteil: So können KI-Anwendungen auch in der Bahn genutzt werden, wo die Internetverbindung oft von unterschiedlicher Qualität ist.
Nvidia-Chef Huang war sich am Freitagabend jedenfalls sicher: „Unsere Entwicklung ist der größte Sprung, den es für Windows je gab.“
Zu den ersten Anbietern von Geräten mit dem Chip gehören Microsoft mit dem Surface Laptop Ultra, das ab 2899 Euro erhältlich ist, sowie HP, MSI, ASUS und Lenovo. Einige Händler liefern einzelne Modelle laut Bericht erst ab der zweiten Novemberhälfte aus.
Auch wenn das Event in der Gaming-Umgebung des Xperion stattfand: Gamer sind nicht die von Nvidia zuerst angepeilte Zielgruppe. Vielmehr zählen dazu Entwickler, Selbstständige sowie kleine und mittelständische Unternehmen, die ihre KI-Anwendungen auf dem eigenen Rechner laufen lassen wollen.
Das Event war der Auftakt zur KI-Konferenz GTC Berlin, die vom 20. bis 22. Oktober im Tempodrom stattfindet. Nvidia-Chef Jensen Huang hält dort am 21. Oktober die Keynote. Nvidia ist mit einem Börsenwert von rund 5,24 Billionen US-Dollar (Stand Mitte Oktober) das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt.