DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,63 % 3.884,90 USD 21:59:59 Silber -5,86 % 49,14 USD 21:59:59 Brent -2,22 % 112,33 USD 21:59:57 WTI +0,93 % 102,95 USD 21:59:59 Bitcoin -1,24 % 76.814,50 USD 23:37:07 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:43 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:26:43 EUR/CHF -0,37 % 0,92020 CHF 22:28:43 EUR/JPY -0,14 % 175,816 JPY 22:28:43

Firmenpleiten in Deutschland auf höchstem Stand seit 2013

Wirtschaft

Für die deutsche Wirtschaft gibt es erste Lichtblicke, doch die Folgen der jahrelangen Krise mit hohen Energie-, Material- und Lohnkosten schlagen sich noch mal kräftig in den Insolvenzanträgen nieder. Trotz Konjunkturerholung ist die Zahl im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen.

Die Amtsgerichte meldeten ​12.812 beantragte Unternehmensinsolvenzen und damit 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte . Eine ‌höhere Zahl gab es in einem ersten Halbjahr zuletzt 2013 mit 13.253 Fällen. Betroffen waren diesmal vor allem Firmen aus den Branchen Verkehr und Lagerei, gefolgt vom Gastgewerbe und dem Bau.

Verbraucherinsolvenzen steigen ebenfalls

Die Forderungen der Gläubiger aus den im ersten Halbjahr gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 18,5 Milliarden Euro. Von Januar bis ​Juni 2025 hatte diese Summe mit rund 28,2 Milliarden Euro deutlich höher gelegen. Dieser Rückgang sei darauf zurückzuführen, ⁠dass damals mehr ⁠wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragten, hieß es.

Unter den Branchen besonders betroffen waren laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer aus dem Sommer zuletzt der Verkehrs- und Lagereisektor, aber auch in der Gastronomie und auf dem Bau rutschten demnach viele Unternehmen in die Pleite. Gestiegen sind auch die Verbraucherinsolvenzen. In den ersten sechs Monaten registrierte das Statistische Bundesamt 38.932 Fälle. Das bedeutet einen Anstieg von 2,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Die deutsche Wirtschaft hat ‌zuletzt wieder etwas Tritt gefasst. Im ersten Halbjahr wuchs sie trotz der ​Belastungen durch höhere Energiepreise ‌infolge des Irankriegs stärker als erwartet. Viele Institute und Banken haben deshalb ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr deutlich heraufgesetzt – auf bis zu 1,4 Prozent. Die Bundesregierung rechnet dagegen bislang nur mit einem Plus von 0,5 Prozent.

Mehr Jobs betroffen

Diesen August gingen laut einer Studie wohl auch die Pleiten zurück. Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften sank um zehn Prozent auf 1525, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ermittelte. Allerdings: In den ​größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen ‌waren im August mehr als 16.000 Jobs betroffen. Das waren 21 ‌Prozent mehr als ​im Vormonat Juli und mehr als doppelt so viele wie im Schnitt der Vorkrisenjahre.

Daher sei dies »eher eine Verschnaufpause als ​eine Entwarnung«, sagte IWH-Experte Steffen Müller. Frühindikatoren deuteten ⁠darauf hin, dass in den kommenden Monaten ​wieder ​mit zahlreichen Firmenpleiten zu rechnen sei. Müller: »Trotz erster konjunktureller Erholungssignale bewegen wir uns beim Insolvenzgeschehen weiterhin auf einem hohen Niveau.«

Die amtlichen Insolvenzzahlen wiederum hinken der Entwicklung immer etas hinterher. Die Anträge fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt häufig annähernd drei Monate davor.

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