DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold -0,31 % 4.025,90 USD 23:58:31 Silber -0,68 % 53,97 USD 23:58:20 Brent -0,42 % 110,28 USD 23:57:20 WTI -0,39 % 101,36 USD 23:57:49 Bitcoin -0,40 % 79.703,91 USD 00:08:30 EUR/USD -0,39 % 1,11770 USD 00:07:43 EUR/GBP +0,05 % 0,83750 GBP 00:08:30 EUR/CHF +0,49 % 0,92450 CHF 00:08:31 EUR/JPY +0,21 % 175,959 JPY 00:08:30

Fischöl zeigt im Zweijahrestest keinen Nutzen fürs Gedächtnis

Gesundheit

Fischöl veränderte einen biologischen Messwert

DHA ist die Abkürzung für Docosahexaensäure. Sie gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und ist ein Bestandteil von Zellmembranen. Das Forscherteam prüfte zunächst, ob die zusätzliche Aufnahme überhaupt im Bereich des zentralen Nervensystems ankommt. Dazu wurde DHA im Nervenwasser untersucht, das Gehirn und Rückenmark umgibt. Nach sechs Monaten lag dort ein Anstieg vor; die Universitätsmitteilung nennt im Mittel 17 Prozent.

Ein solcher Messwert beantwortet eine wichtige Entwicklungsfrage. Wenn ein Stoff sein vorgesehenes Ziel nicht erreicht, wäre ein fehlender Nutzen möglicherweise durch die unzureichende Aufnahme erklärbar. Hier war eine Veränderung dagegen nachweisbar. Trotzdem ist eine Konzentration im Nervenwasser kein direkter Test der Gedächtnisleistung. Auch lässt sie sich nicht ohne Weiteres mit der Menge gleichsetzen, die in jeder einzelnen Nervenzelle funktionell genutzt wird.

Beim Gedächtnis entstand kein nachweisbarer Vorsprung

Nach zwei Jahren schnitt die DHA-Gruppe in den kognitiven Untersuchungen nicht besser ab als die Vergleichsgruppe. Auch die Bildgebung ergab keinen entsprechenden Vorteil beim untersuchten Volumen des Hippocampus. Diese Hirnregion ist wesentlich an Gedächtnisvorgängen beteiligt. Der Befund spricht gegen die Annahme, dass die geprüfte Nahrungsergänzung in dieser Gruppe innerhalb dieses Zeitraums einen klaren kognitiven Schutz bietet. Er beweist jedoch nicht, dass jede denkbare Anwendung von Omega-3-Fettsäuren wirkungslos ist.

Rund 47 Prozent der Teilnehmer trugen die Genvariante APOE4. Sie beeinflusst das Risiko einer spät auftretenden Alzheimer-Erkrankung, bestimmt aber nicht allein, ob jemand erkrankt. Die Auswahl einer gefährdeten Gruppe sollte helfen, mögliche Unterschiede besser zu untersuchen. Zugleich begrenzt sie die Übertragbarkeit: Die Ergebnisse gelten nicht automatisch für jüngere Menschen, andere Ernährungszustände oder eine bereits bestehende Demenz. Auch unterschiedliche Präparate und Dosierungen sind nicht beliebig austauschbar.

Biologische Bedeutung und Zusatznutzen sind verschieden

Dass DHA für das Gehirn wichtig ist, bleibt mit dem Ergebnis vereinbar. Die Frage nach einem notwendigen Nährstoff unterscheidet sich von der Frage, ob eine zusätzliche hohe Dosis einen gesundheitlichen Vorteil bringt. Das gilt auch für ältere Untersuchungen zur Hirnvernetzung bei Rhesusaffen. Solche Tierbefunde können Mechanismen erklären, ersetzen aber keine kontrollierte Prüfung der Gedächtnisleistung bei älteren Menschen.

Ebenso ist eine Kapsel nicht mit einem gesamten Ernährungsmuster gleichzusetzen. Fisch, pflanzliche Lebensmittel und andere Bestandteile einer Ernährung liefern mehr als einen isolierten Stoff. Bei der Einordnung verschiedener Fettquellen spielen außerdem unterschiedliche Fettsäuren eine Rolle. Aus dem negativen Supplementversuch folgt deshalb weder eine Empfehlung, Fisch grundsätzlich zu meiden, noch ein Nachweis für eine bestimmte alternative Diät. Dafür wären jeweils eigene Daten erforderlich.

Ausfälle begrenzen die Aussagekraft

Die Studie verlor einen erheblichen Teil ihrer Teilnehmer; die Ausfallquote lag bei etwa 38 Prozent und stand wesentlich mit der Pandemie in Zusammenhang. Dadurch verringert sich die statistische Sicherheit, kleine Unterschiede zu entdecken. Ein nicht nachgewiesener Vorteil ist deshalb präziser formuliert als der Beweis einer Wirkungslosigkeit unter allen Bedingungen. Gleichzeitig lässt sich aus dieser Einschränkung kein versteckter Nutzen ableiten. Die vorliegenden Daten rechtfertigen das Versprechen eines Gedächtnisschutzes durch die geprüften Kapseln nicht.

eBioMedicine, CNS target engagement of high-dose DHA supplementation in older adults at risk for dementia: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial; doi:10.1016/j.ebiom.2026.106316

Mit KI-Unterstützung erstellt

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren