Fliegerbombe in Berlin-Neukölln gefunden - größere Sperrung geplant
In Berlin-Neukölln ist am späten Mittwochabend eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft worden. Das teilte die Polizei mit. Im Vorfeld wurden dafür insgesamt rund 5.600 Haushalte evakuiert. Um 21:45 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen, wenig später begann die Entschärfung. Gegen 23:10 Uhr beendete der Kampfmittelräumdienst seine Arbeit, wie die Polizei mitteilte. Die Experten entfernten demnach zunächst den Zünder der Bombe und sprengten ihn anschließend kontrolliert. Der Sperrkreis wurde aufgehoben, kurz vor Mitternacht konnten die Menschen wieder zurück in ihre Wohnungen.
Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und THW im Einsatz
Auf beiden Seiten des Schifffahrtskanals waren seit dem Nachmittag Lautsprecherwagen unterwegs, um die Menschen zu informieren. Die Behörden warnten auch über das System Katwarn. Den Angaben zufolge waren 200 Polizisten im Einsatz. Unterstützt wurden sie von einem Großaufgebot von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk. In der Adolf-Reichwein-Schule wurde eine Notunterkunft mit 200 Plätzen eingerichtet.
Der Sperrkreis
Bombe bei Kanalarbeiten gefunden
Die Bombe wurde laut Polizei gegen 10:40 Uhr bei Kanalarbeiten im Neuköllner Schifffahrtskanal zwischen der Teupitzer und der Treptower Straße gefunden, wie ein Sprecher sagte. Die belebte Sonnenallee ist nur wenige Querstraßen entfernt, von der Evakuierung war sie aber nicht betroffen. Der etwa 100 Kilogramm schwere Sprengsatz war zur Entschärfung ans Ufer gebracht worden. Mit einer Hochdruckwasserschneidanlage wurde der Zünder herausgeschnitten. Ein Transport zu einem Sprengplatz wäre laut Polizei zu riskant gewesen.
Obdachlosenwohnheim und Pflegeheim in Sperrkreis
Die Evakuierung eines Sperrkreises dauert in der Regel viele Stunden, weil die Einsatzkräfte sichergehen müssen, dass sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner das Gebiet wirklich verlassen haben. Auch Liegend- und Sitztransporte für mobilitätseingeschränkte Menschen müssen organisiert werden. Neben mehreren Wohnhäusern lagen im betroffenen Gebiet auch ein Pflegeheim, eine Obdachlosenunterkunft sowie mehrere Schulen und Kitas. Anders als zunächst geplant, musste das Seniorenheim allerdings nicht evakuiert werden. Mit dem Altenheim sei abgemacht worden, dass die Bewohner im Haus bleiben könnten und es nicht verlassen müssten, sagte ein Polizeisprecher. Sie sollten sich aber nur im Hausinneren aufhalten und nicht an den Fenstern. Betroffen war auch der Berliner Nahverkehr. Die Buslinien M43, 171 und 166 seien umgeleitet worden, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit.
Sendung: rbb24 Inforadio, 27.08.2026, 7:25 Uhr Video: rbb24 Inforadio, 27.08.2026, Helena Daehler