Fliegerbombe in Hamburg-Bahrenfeld: Häuser geräumt, Zugverkehr ruht
Stand: 09.09.2026 21:40 Uhr
In Hamburg-Bahrenfeld ist bei Bauarbeiten am Mittwoch eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der betroffene Bereich wurde bis zum Abend geräumt, der Zugverkehr ist unterbrochen.
Die 500 Pfund schwere englische Fliegerbombe liegt direkt am Bahnhof Diebsteich - an der Schleswiger Straße. Laut Feuerwehr wurde der Blindgänger bei Bauarbeiten entdeckt. Dabei sollen die Bauarbeiter die Bombe bewegt haben - eine gefährliche Situation, denn sie hat einen chemischen Langzeitzünder. Der Kampfmittelräumdienst will jetzt mit der Entschärfung beginnen, dabei soll auch ein Roboter zum Einsatz kommen.
Betriebe und Wohnhäuser geräumt
Für die Entschärfung wurde ein Sperrradius von 400 Metern rund um die Fundstelle eingerichtet. Mehrere Betriebe und einige Wohnhäuser mussten geräumt werden. Rund 2.500 Menschen sind laut Feuerwehr davon betroffen. Die Polizei fuhr mit Lautsprecherwagen durch die Straßen und ging von Tür zu Tür, um die Betroffenen zu informieren. Im Warnbereich, der 1.000 Meter rund um den Fundort liegt, müssen sich insgesamt rund 20.000 Anwohnende in die hinteren Räume ihrer Wohnungen zurückziehen, Fenster und Türen geschlossen lassen und zu Hause bleiben.
S-Bahnen und Regionalverkehr unterbrochen
Betroffen ist auch der Bahnverkehr. Aktuell fahren die S2, S3 und S5 nicht zwischen Altona, beziehungsweise Holstenstraße, und Eidelstedt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird zwischen Pinneberg und Altona eingerichtet. Zwischen Eidelstedt und Langenfelde sollen laut Bahn besonders gekennzeichnete Taxis fahren. Auch Regionalzüge fallen wegen der gesperrten Gleise aus. Betroffen sind RB60, RB6, RB71 und Verbindungen nach Kiel und Flensburg (RE7 und RE70).
Auch Fernverkehr fährt nicht
Der Fernverkehr wurde nach Angaben der Bundespolizei ebenfalls unterbrochen. "Es kommt zu massiven Ausfällen aus Richtung Norden", sagte ein Sprecher. Weil die Züge aus Richtung Kiel und Dänemark nicht durchkämen, warteten bereits viele Menschen am Hamburger Hauptbahnhof. Fern- und Regionalzüge aus Richtung Süden enden den Angaben zufolge vorzeitig am Hauptbahnhof und in Hamburg-Harburg.
Shuttles fahren zu Notunterkünften
Als Notunterkünfte stehen laut Polizei mehrere Gebäude zur Verfügung, für die ein Shuttleservice eingerichtet wurde. Von der Leunastraße / Ecke Ruhrstraße fährt ein Shuttle zur Schule Regerstraße 21. Von der Stresemannstraße / Ecke Ruhrstraße fährt eines zur Notunterkunft in einem Firmengebäude in der Gasstraße 12. Und von der Kaltenkirchener Straße / Ecke Augustenburger Straße sowie von der Waidmannstraße / Ecke Kieler Straße verkehren Shuttles zur Schule in der Max-Brauer-Allee 83-85.