Fliegerbombe in Hamburg-Bahrenfeld ist entschärft
Stand: 09.09.2026 23:09 Uhr
Der Fund einer Fliegerbombe in Hamburg-Bahrenfeld hat am Mittwoch für Chaos bei Anwohnern und im Hamburger Zugverkehr gesorgt. Am späten Abend gab es schließlich Entwarnung: Der Kampfmittelräumdienst konnte den Sprengsatz aus dem Zweiten Weltkrieg entschärfen.
Die 500 Pfund schwere englische Fliegerbombe lag direkt am Bahnhof Diebsteich. Er war bei Bauarbeiten entdeckt worden. Dabei sollen die Bauarbeiter die Bombe bewegt haben - eine gefährliche Situation, denn sie hatte einen chemischen Langzeitzünder. Stundenlang dauerten die Vorbereitungen, erst nach 22 Uhr gab es Entwarnung: Die Entschärfung war erfolgreich, die Vorsichtsmaßnahmen können aufgehoben werden.
Betriebe und Wohnhäuser geräumt
Für die Entschärfung war ein Sperrradius von 400 Metern rund um die Fundstelle eingerichtet worden. Rund 2.500 Menschen waren davon betroffen, sie hatten ihre Wohnungen verlassen müssen, die Polizei fuhr mit Lautsprecherwagen durch die Straßen und ging von Tür zu Tür, um die Betroffenen zu informieren. Drei Notunterkünfte mit Feldbetten wurden eingerichtet. Im Warnbereich, der 1.000 Meter rund um den Fundort lag mussten sich insgesamt rund 20.000 Anwohnende in die hinteren Räume ihrer Wohnungen zurückziehen, Fenster und Türen geschlossen lassen und zu Hause bleiben.
S-Bahnen und Regionalverkehr am Mittwoch unterbrochen
Betroffen war auch der Bahnverkehr. Es gab am Mittwoch Einschränkungen bei den Linien S1, S2, S3 und S5. Ersatzbusse wurden eingerichtet, auch Taxis waren im Einsatz. Die Einschränkungen wurden nach der Entschärfung aufgehoben, wie lange sich die Auswirkungen hinziehen, war am späten Mittwochabend noch nicht absehbar. Auch Regionalzüge fielen wegen der gesperrten Gleise aus. Betroffen waren auch Verbindungen nach Kiel und Flensburg.
Auch Fernverkehr eingeschränkt
Die Deutsche Bahn warnte am Abend vor großräumigen Teilausfällen und Verspätungen im Fernverkehr am Bahnknoten Hamburg, die sich bis zum Donnerstagmittag hinziehen können. Zwischen Hamburg und Berlin, Hamburg und Hannover, sowie Hamburg und Bremen/NRW sollten demnach bis zum Mittwochabend jeweils einzelne Züge verkehren. ICE-Züge der Verbindung München - Nürnberg - Kassel-Wilhelmshöhe - Hannover - Hamburg endeten und begannen bereits in Hannover. ICE- und RJ-Züge der Verbindung Prag - Dresden - Berlin - Hamburg endeten und begannen bereits in Berlin.
Reisende sollten sich vor Reiseantritt auf bahn.de, im DB Navigator oder bei der telefonischen Reiseauskunft 030/2970 informieren.