Florian Wirtz zum FC Bayern? FCB-Boss spricht Klartext und zeigt sich überrascht
Im Interview mit der Münchner Abendzeitung schloss das FCB-Aufsichtsratsmitglied einen erneuten Transfer-Vorstoß des deutschen Rekordmeisters zwar nicht kategorisch aus. Gleichwohl erklärte Rummenigge, dass eine Verpflichtung von Wirtz in naher Zukunft kein Thema sei.
"Ob irgendwann trotzdem etwas anderes möglich ist? Ich weiß es nicht", sagte der 71-Jährige: "Die Frage ist, ob Wirtz in Liverpool glücklich ist. Das kann ich nicht beurteilen. Uli (Hoeneß, Anm. d. Red.) und ich hatten eine Zeit lang Kontakt mit seinem Vater und seiner Mutter. Dann haben sie sich anders entschieden, und das haben wir respektiert."
Die aktuellen Gegebenheiten im Münchner Kader erfordern keinen weiteren zentralen Offensivspieler, betonte Rummenigge außerdem: "Man darf nicht vergessen: auf dieser Position spielen Jamal Musiala und Serge Gnabry, dazu gibt es weitere Optionen wie Ismael Saibari." Da müsse "man nicht noch einen vierten Spieler für das Geld kaufen, das Wirtz wahrscheinlich kosten würde."
Warum sagte Florian Wirtz dem FC Bayern München ab?
Die Bayern hatten sich eine geraume Zeit intensiv mit dem deutschen Nationalspieler beschäftigt, ehe sie von Wirtz im Sommer 2025 eine Absage kassierten und der inzwischen 23-Jährige von Bayer Leverkusen für kolportierte 125 Millionen Euro nach Liverpool wechselte. Seither läuft es durchwachsen für Wirtz. Nach einer unglücklichen Premierensaison, bei der die Reds über weite Strecken enttäuscht hatten, blieb er - wie ein Großteil seiner Teamkollegen - auch bei der WM weit hinter den Erwartungen zurück.
In der neuen Spielzeit ist Wirtz hingegen unangefochtener Stammspieler in Liverpool, wo inzwischen Trainer Andoni Iraola das Ruder übernommen hat. Spielentscheidende Momente lieferte er bislang jedoch nicht (kein Tor, ein Assist), wenngleich Wirtz in Sachen Pressing, Tiefenläufen und Schnittstellenpässen statistisch gesehen zu den besten Spielern der Premier League gehört. Dennoch sieht sich der Zehner regelmäßig scharfer Kritik von der englischen Presse und dem Expertentum ausgesetzt. Folglich gab es immer wieder lose Gerüchte über einen möglichen Abschied - und damit einhergehend auch über ein verspätetes Zusammenkommen mit den Bayern.
"Jeden Schritt, den ein Spieler macht, muss er sich vorher gut überlegen", erklärte Rummenigge. Er sei "ehrlich gesagt" überrascht von Wirtz' Entwicklung, der allen voran sportliche Gründe für seinen Wechsel nach Liverpool genannte hatte. "Uns wurde der Eindruck vermittelt, dass er deshalb nach Liverpool geht, weil ihm der damalige Trainer Arne Slot die Zehnerposition versprochen hatte, auf der er auch in Leverkusen gespielt hat. Das war ein wichtiger Faktor für seine Entscheidung pro Liverpool", sagte er und stellte klar: "Bei den Finanzen gab es keine dramatischen Unterschiede."
Slot hatte Wirtz häufig auf dem linken Flügel aufgeboten oder gar auf die Bank gesetzt. Der Niederländer kämpfte sichtlich damit, die Fülle an Offensivspielern aus seinem Starensemble unterzubekommen. Erst rund um den Jahreswechsel fand Wirtz in die Saison und drehte zwischenzeitlich auch bei den Scorerpunkten auf, ehe er nach einer Rückenverletzung zum Ende hin wieder abbaute. Letztlich brachte es Wirtz auf 17 Torbeteiligungen (sieben Treffer, zehn Assists) in wettbewerbsübergreifend 49 Einsätzen.