Flug: Crewmitglieder sollen Freilassung des Co
Zwischen der Besatzung der Flydubai-Maschine und israelischen Passagieren soll es während des Flugs zu einem Konflikt gekommen sein. Wie die „New York Post“ berichtet, hätten Crewmitglieder Helfer aufgefordert, den Co-Piloten wieder freizulassen, nachdem dieser infolge des Angriffs auf den Piloten überwältigt und festgebunden worden war.
„Sie forderten uns auf, den Terroristen loszubinden – wir hatten keine Ahnung, warum“, sagte der Bankmanager Tzvika Manes der konservativen Boulevardzeitung. Er ist einer von drei Zivilisten, die den Co-Piloten stoppten.
„Sie sagten, wir sollten den Terroristen freilassen – da wurden wir sofort misstrauisch“, wird zudem der Immobilienmakler Daniel Schlichter zitiert. Er saß dem Bericht zufolge in der zweiten Reihe nahe am Cockpit.
Der Flug der emiratischen Gesellschaft war am Mittwoch von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als es zu einem mutmaßlichen Angriff des Co-Piloten auf seinen Kollegen kam. Dieser schaffte es nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen, die Cockpit-Tür zu öffnen. Mehrere Passagiere drangen ins Cockpit ein und konnten den Angreifer überwältigen.
Die emiratischen Behörden haben Ermittlungen eingeleitet, Motiv und Absichten des mutmaßlichen Angreifers sind noch immer ungeklärt. Die israelische Regierung geht von einem dschihadistischen Terroranschlag aus – und auch ein hochrangiger Regierungsvertreter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sprach im Zusammenhang mit der Gewalttat jüngst von Terrorismus.
Co-Pilot wollte offenbar getötet werden
Die drei Israelis hatten den Co-Piloten aus dem Oman überwältigt und ihn mit Kopfhörerkabeln gefesselt. Der Mann soll währenddessen gerufen haben: „Tötet mich.“ Manes vermutet, der Grund dafür sei, dass der Co-Pilot mit seiner mutmaßlich dschihadistischen Mission gescheitert sei.
„Ihr seid nicht Gott, ihr werdet ihn nicht töten“, soll die Crew gesagt haben. Manes zufolge hatten die Retter das auch nicht vor. „Wir wollten nur, dass er uns nicht tötet.“
Laut Schlichter gaben die Männer dem verwundeten Angreifer sogar eine Sauerstoffmaske. „Wir wollten, dass er lebt, damit gegen ihn ermittelt werden kann“, sagte er der „NY Post“.
Die Besatzungsmitglieder sollen der Darstellung der Passagiere nach darauf bestanden haben, das Kommando wieder zu übernehmen und allein im Bereich direkt vor dem Cockpit bleiben zu müssen.
Die Passagiere wiederum hätten befürchtet, dass die Besatzung in den mutmaßlichen Terrorangriff involviert sein könnte. Manes’ Angaben zufolge hätten die Passagiere darauf gepocht, selbst das Sagen zu haben. „Wir waren jedem Flugbegleiter gegenüber misstrauisch.“ Man habe die Besatzungsmitglieder auf Sitze in der fünften oder sechsten Reihe verfrachtet. Ein „großer Kerl“ sei hinzugezogen worden, um das Cockpit zu bewachen.
Die Crew habe schließlich „begriffen, dass es sich um einen Sonderfall handelte“, sagte Schlichter. Die Besatzungsmitglieder hätten sich um die traumatisierten Passagiere gekümmert und ihnen Decken und Wasser gereicht.
Am mutmaßlichen Terroranschlag beteiligt gewesen zu sein, werfen Ermittler der Besatzung bislang nicht vor. Flydubai selbst wollte sich laut Bericht nicht zum Fall äußern, solange dieser untersucht wird. (Tsp)